04.04.2013, 11:55 Uhr | 0 |

Antriebstechnik Integration wird entscheidender Effizienzhebel

Der Siemens-Auftritt auf der Hannover Messe 2013 steht im Zeichen der Integration. Den Kern bilden die neueste Version des Engineering-Frameworks TIA-Portal und das Integrated Drive System, das Antriebskomponenten horizontal entlang des Energieflusses, vertikal innerhalb der Automatisierungspyramide und als digitales Abbild entlang des Produktlebenszyklus integriert.

Siemens-Pressekonferenz im Vorfeld der Hannover Messe
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"Die IT-Durchdringung in der Industrie wird weiter wachsen. Da die Komplexität der Produkte und Anlagen unserer Kunden kontinuierlich zunimmt, ist und bleibt die Software-basierte Unterstützung der Engineeringprozesse der wichtigste Produktivitätshebel", sagte Eckard Eberle, CEO der Business Unit Industrial Automation Systems.

Foto: Siemens

"Die IT-Durchdringung in der Industrie wird weiter wachsen", sagte Eckard Eberle, CEO der Siemens-Business Unit Industrial Automation Systems, im Vorfeld der Hannover Messe, die am 8. April beginnt. Deshalb zeigt der Konzern auf der weltgrößten Industriemesse integrierte Systeme und Services entlang der Planungs- und Produktionskette. Da zugleich die Komplexität der Produkte und der Anlagen der Kunden kontinuierlich zunehme, bleibe die Software-basierte Unterstützung der Engineering-Prozesse der wichtigste Produktivitätshebel.

In Hannover wird Siemens die aktuelle Version seines Totally-Integrated-Automation-Portals (TIA) vorstellen, welches Automatisierungsprozesse integriert. Laut Eckerle kann Tia die Projektierungskosten senken, das Engineering beschleunigen und die Inbetriebnahme erleichtern.

Dreifache Integration des Antriebsstranges

Mit dem Konzept des "Integrated Drive System" (IDS) sollen künftig Komponenten der Siemens-Antriebstechnik durchgängig in Maschinen und Anlagen integriert werden können. Den Kern von IDS bildet die dreifache Integration des Antriebsstranges: horizontal, vertikal und entlang des Produktlebenszyklus.

Mit der horizontalen Integration sollen das reibungslose Zusammenspiel und die optimale Dimensionierung aller Teilkomponenten vom Umrichter über Motor und Getriebe bis zu den Kupplungen sichergestellt werden. Die Antriebskomponenten werden schon werksseitig optimal für die jeweilige Aufgabe zusammengestellt, sagte Uwe Frank, CEO der Business Unit Motion Control bei Siemens. Dadurch könnten Schnittstellenprobleme vermieden werden, die auftreten, wenn der Antriebsstrang aus Einzelkomponenten zusammengesetzt wird.

Innerhalb der Automatisierungspyramide werden die Antriebskomponenten demnach durch TIA vertikal bis in die Steuerungsebene intelligent konfiguriert und vernetzt. "Mit der Einbindung der Antriebstechnologie in das TIA-Portal vereinfachen sich Engineering, Inbetriebnahme und Diagnoseaufgaben drastisch", so Frank.

Über die horizontale und vertikale Ebene spannt das IDS-Konzept eine weitere Integrationsebene, die auf den gesamten Lebenszyklus einer Fertigungs- oder Prozessautomatisierung Bezug nimmt. Sie integriert die Antriebskomponenten digital in passende Industriesoftwarelösungen wie NX, Teamcenter oder Comos. Dies erleichtert die Konfiguration in der Planungsphase, die Simulation und die Auslegung des Antriebsstrangs und die Datenhaltung im Rahmen des PLM-Engineerings.

Für wachsende Digitalisierung gut gerüstet

"Wir beweisen mit IDS, dass es bei der Realisierung von Antriebsaufgaben um weitaus mehr geht als nur um reine Produkt-Features oder die Anschaffungskosten der Antriebskomponenten", sagte Frank und zeigte sich überzeugt, dass der Ansatz der dreifachen Integration den Kunden aus der Industrie einen Mehrwert bietet. "IDS ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu integrierten Produkt- und Produktionslebenszyklen. Damit sind die Anwender auch für die wachsende Digitalisierung der Fertigungswelt gut gerüstet."

Insgesamt sorge das IDS-Konzept für eine hohe Verfügbarkeit der Applikationen, für Investitionssicherheit und für verringerte Lebenszykluskosten. "Wir verfolgen den Ansatz des Integrated Drive System sowohl bei kleineren als auch bei hochkomplexen Anwendungen und für alle Branchen, die Antriebslösungen benötigen", sagte Frank.

Er verweist auf das Beispiel des komplexen Antriebsstranges einer Vertikalmühle für die Zementindustrie, der auf der Hannover Messe gezeigt wird. "Mit IDS können wir vorab den Antriebsstrang, bestehend aus Sinamics-Umrichter, Flender-Kupplungen und Simotics-Motoren, unter realen Lastbedingungen simulieren und die Schwingungen des Systems analysieren. Daraus leiten wir die optimale Regelung und den optimalen Aufbau des gesamten Antriebsstranges ab. Erfahrungen zeigen, dass sich so der Output um bis zu 15 % steigern lässt."

Ein weiteres Beispiel für die Integration in den Antriebsstrang zeigt Siemens auf der Hannover Messe mit seiner Getriebemotorenreihe Simogear, die für Anwendungen mit Getriebemotoren mit erweitertem Drehmoment bis 5000 Nm und Leistungen bis 30 kW ausgelegt wurde.

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Von Roland Hensel
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