17.06.2015, 11:34 Uhr | 1 |

10 g CO2 pro km Hybrid mit Rekordwerten: BMW testet 0,4-Liter-Auto

Der Münchner Autobauer BMW will offenbar den Rekord von VW knacken und testet schon in der Praxis einen Plug-in-Hybrid, der nur 0,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Für die Massenfertigung dürfte der Wagen allerdings kaum taugen.

BMW Hybrid Test Vehicle
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BMW testet einen Plug-in-Hybrid, der nur 0,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll – hält aber mit Details zum ambitionierten Projekt noch hinterm Berg. Von Serienreife ist dann auch noch keine Rede. 

Foto: BMW

Ganze 10 g Kohlendioxid pro Kilometer soll der Konzeptwagen von BMW ausstoßen. Das wäre der absolute Weltrekord für ein Auto, das zumindest eingeschränkt alltagstauglich ist. Zwei Sitze, ein Kofferraum mit rund 350 l Fassungsvermögen und ein Gewicht von 1200 kg – das sind die wenigen technischen Daten, die die Automobilwoche über die namenlose Studie zu berichten weiß. Der Autobauer selbst verrät bisher gar nichts über das Projekt – wohlwissend, dass es von Serienreife noch weiter entfernt ist als der bisherige Rekordhalter für Spar-Autos, der XL1 von VW.

Über den Antrieb des BMW ist auch noch wenig bekannt. Zwei Fakten scheinen wichtig: Erstens soll der Benzinmotor den Wagen nicht direkt nach vorne bringen, sondern nur als Generator dienen, der die Batterie mit Strom versorgt. Und zweitens haben die Münchner die Karosserie sehr weitgehend aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gebaut, um das Gewicht gering zu halten. Die tatsächliche Leistung, Reichweite und Bauweise des Elektroantriebs sind unbekannt.

Geringes Gewicht ist heute relativ

1,2 Tonnen sind für heutige Pkw tatsächlich relativ wenig. Das zeigt schon, wo das Problem für die Entwickler bei der Verbrauchsreduzierung aktuell liegt: Wegen des hohen Sicherheits- und Komfortstandards wiegen Autos eben heutzutage deutlich mehr als früher. Ein Golf 1 von Anfang der 1980er Jahre etwa brachte rund 800 Kilo auf die Waage. Nur kann man heute kein Auto mehr beispielsweise ohne Airbags, Dutzende kleine Elektromotoren und entsprechend schwerwiegende Verkabelung verkaufen.

Der 2013 vorgestellte XL1 von Volkswagen wiegt indes auch nur 795 Kilo. Erreicht wird das durch sparsame Ausstattung, ein Monocoque aus Kohlefaser-Verbundstoffen und extrem gute Luftwiderstandswerte. Wegen eines besonders niedrigen Schwerpunktes soll das schmale Gefährt sogar ein brauchbares Fahrverhalten an den Tag legen. Im Gegensatz zum Konkurrenten aus München, der derzeit wohl keine Serienfertigung seiner Studie plant, hat VW das Modell indes auch auf den Markt gebracht – wenn auch nur in Kleinserie für Liebhaber mit ausreichend dicker Brieftasche, die mehr als 100.000 Euro für einen höchst individuellen Kleinwagen ausgeben konnten. Deutlich auf den Massenmarkt schielen dagegen Hersteller wie Citroen und Renault mit den Spar-Modellen, die sie erstmals auf dem Pariser Autosalon 2014 vorstellten. (LINK)

i8 soll auch nur 2,1 l verbrauchen 

VW gibt den kombinierten Verbrauch des XL1 mit 0,9 Litern an, was einem CO2-Ausstoß von 21 Gramm pro Kilometer entspricht. Diese Werte würde die BMW-Studie also nochmal halbieren. Fraglich ist allerdings, ob sie wirklich jemals gebaut wird. Der Autobauer setzt in jedem Fall weiter auf Kundschaft, die sportlich und doch einigermaßen umweltbewusst daherkommen will. Dazu hat BMW die i-Reihe im Angebot, beispielsweise den im vergangenen Jahr als „World Green Car“ ausgezeichneten i8. Der Hybrid begnügt sich nach Werksangaben mit kombinierten 2,1 Litern und 49 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Allerdings kriegt man die Anschaffungskosten über den geringen Verbrauch niemals wieder rein: Schon die Basisversion kostet rund 125.000 Euro.

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Von Werner Grosch
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kommentare
27.06.2015, 23:27 Uhr Progetti
Elektroautos mit Range Extender haben wegen ihrer grösseren Reichweite bessere Chancen für einen guten Absatz. Wegen der idealen Verbrennungsbedingungen des Range Extenders ist auch der Treibstoffverbrauch deutlich geringer als bei jetzt gebräuchlichen Verbrennungsmotoren.
Aber das nächste Problem für den Autofahrer ist eine Batterie mit zu kurzer Lebensdauer für den bestehenden Preis. Hier könnte ein Superkondensator wegen seiner Langlebigkeit mit moderner Graphen- Technologie ein willkommener Ausweg aus der Verkaufsmisere sein. Er kann zwar wesentlich weniger Energie speichern, aber er könnte etwas grösser ausgelegt werden als eine Batterie. Auf diese Weise könnte der Treibstoffverbrauch in diesem Konzept glatt halbiert werden, wenn man auch die Energie- Rückgewinnung einkalkuliert. Wegen der Verkaufszahlen braucht man sich dann infolge des geringen Kraftstoff- Verbrauchs sicher keine Sorgen mehr zu machen! Bei der Konstruktion sollte eine Sekundärspule für die Energieübertragung aus der Strassendecke nachrüstbar sein. Sind dann genügend viele solche Autos auf dem Markt, dann wird man auf die induktive Energie- Übertragung auf der Autobahn nicht mehr lange warten müssen. So wird dann die CO2- Freisetzung weiter reduziert, wichtig für unser Klimakonzept!

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