Verkehr, Logistik & Transport

RSS Feeds  | Alle Branchen Verkehr, Logistik & Transport-Visual-100938750
01.02.2014, 08:12 Uhr | 0 |

Modernisierte Thameslink-Route Siemens liefert London 1140 energiesparende Züge

Siemens-Züge im Wert von 1,8 Milliarden Euro fahren ab 2016 auf der modernisierten Londoner Thameslink-Route. Die Triebwagen vom Typ Class 700 sind effektiver als ihre Vorgänger. Sie sind leichter und verbrauchen 50 Prozent weniger Strom. Jetzt wurde der erste Wagen in London präsentiert – als 1:1-Modell.

Das Modell des Siemens-Zuges Class 700
Á

Im Londoner ExCel-Centre präsentierte Siemens jetzt ein Modell des Zugs Class 700. Ab 2016 soll er auf der modernisierten Thameslink-Route fahren. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. 

Foto: Siemens

Über Thameslink, eine 225 Kilometer lange Regionalbahnstrecke zwischen Brighton und Bedford, die London in einem Tunnel durchquert, rollen ab 2016 1140 neue Triebwagen. Geliefert werden sie von Siemens. Weil der Auftrag mit umgerechnet 1,8 Milliarden Euro eine Rekordhöhe erreicht, dachten sich die Bahn-Ingenieure von Siemens etwas Besonderes für ihren Kunden aus. Im Londoner ExCel Centre präsentierten sie jetzt ein 1:1-Modell des Fahrzeugs, Class 700 genannt. Es ist eine Weiterentwicklung des Desiro, einem Regionalzug, der in zahlreichen Ländern Europas und Asiens rollt, unter anderem im Olympia-Ort Sotschi. Die Triebwagen werden im Siemens-Werk Krefeld gebaut.

Auslastung mit Zügen auf der Thameslink-Strecke wird verdoppelt

Die Höchstgeschwindigkeit des Zuges, dessen Länge je nach Transportbedarf zwischen 62 und 240 Meter beträgt, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde. Auf der stark frequentierten Thameslink-Route stehen künftig doppelt so viele Fahrzeuge zur Verfügung, verglichen mit dem Ist-Zustand. Das ist möglich, weil die gesamte Strecke derzeit mit einem Aufwand von mehr als sieben Milliarden Euro modernisiert wird.

Durch eine Verbesserung der Signalgebung ist eine dichtere Zugfolge möglich. „Allein am Verkehrsknotenpunkt London Bridge werden während der morgendlichen Hauptverkehrszeit 60 Prozent mehr Wagen eingesetzt“, verspricht David Statham, Geschäftsführer des Thameslink-Betreibers First Capital Connect.

Züge brauchen nur noch halb so viel Strom

Die hohen Kosten für die Anschaffung zahlen sich im Laufe der Jahre aus. Die Triebwagen sind besonders leicht, sodass die Schienen nicht so stark belastet werden. Zudem saugen die Fahrmotoren weniger Energie aus den Stromschienen und Bremsenergie wird wieder ins Bahnnetz eingespeist. Auch Klimaanlage, Beleuchtung und alle anderen Stromverbraucher an Bord sind energiesparend ausgelegt. Dadurch verbrauchen die Züge bis zu 50 Prozent weniger Strom als die, die heute auf der Strecke unterwegs sind.

Mit den neuen Thameslink-Triebwagen und dem Neubau einer Crosslink genannten S-Bahn-Strecke, die London tief im Untergrund von Ost nach West durchquert, soll die Infrastruktur dem ständig steigenden Verkehrsaufkommen angepasst werden. Der erste Abschnitt soll 2015 in Betrieb genommen werden.

Im Oktober 2013 hatte Siemens bereits ein anderes Modell in London vorgestellt, das helfen sollte, Aufträge für die Erneuerung des Londoner U-Bahn-Systems zu ergattern. Inspiro heißt die Neuentwicklung, die bereits im Warschauer Untergrund fährt. Für London wählte Siemens ein besonders futuristisches Design. 

Anzeige
Von Wolfgang Kempkens
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden