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10.12.2014, 13:23 Uhr | 0 |

DISKUSSION ÜBER NACHFOLGER Mehdorns Tage am Flughafen BER scheinen gezählt

Mit seiner scharfen öffentlichen Kritik an den Anteilseignern des Flughafens Berlin-Brandenburg scheint sich Airport-Chef Hartmut Mehdorn nach nur knapp zwei Jahren ins Aus zu manövrieren. Womöglich mit voller Absicht. Nachfolger werden bereits gehandelt.

Hartmut Mehdorn
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Hat es sich mit den Anteilseignern des Flughafens Berlin-Brandenburg verdorben: BER-Chef Hartmut Mehdorn steht offenbar vor der Ablösung. 

Foto: Patrick Pleul/dpa

Dementis gehen anders. Kein Wort der Unterstützung für Hartmut Mehdorn ist zu hören – nicht beim Bund, nicht beim Land Brandenburg. Zwei von drei Anteilseignern des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) tun also nichts dafür, die Gerüchte um eine Ablösung des Flughafen-Chefs zu ersticken. Einhellige Einschätzung von Beobachtern: Sie haben genug.

Genug von Mehdorns öffentlichen Attacken gegenüber dem eigenen Arbeitgeber. Die hatten in den vergangenen Tagen einen neuen Höhepunkt erreicht, als er den Eignern wegen angeordneter externer Kontrollen des Baufortschritts „Inquisition“ vorwarf. 

Vorsitz des Aufsichtsrates noch offen

Derlei Tiraden würden bei rein privaten Unternehmen wohl zur sofortigen Trennung führen. Doch der BER ist ein Politikum, und das Kontrollgremium der Flughafen-Gesellschaft muss sich erstmal selbst neu aufstellen. Gerade erst wurde Axel Arendt als neues Mitglied des Aufsichtsrates gekürt – ob der frühere Daimler-Manager als Nachfolger des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit auch den Vorsitz übernimmt, ist aber vorerst offen.

Über die Zukunft Mehdorns, der im März 2013 sein Amt antrat und einen Vertrag bis 2016 hat, wird wohl erst entschieden, wenn diese Personalie geklärt ist. An seiner Ablösung bestehen aber kaum noch Zweifel. Martin Delius, Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, sagte dazu jetzt gegenüber dem Sender n-tv: „Mehdorn signalisiert: Wenn ihr mir nicht vertraut, dann holt euch einen Neuen. Damit hat er die Gesellschafter in Zugzwang gebracht. Die Überraschung ist, dass sie das diesmal anscheinend dankbar aufnehmen.“

Das Sitzplatzschild von Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft, steht am 24.11.2014 nach Ende der Sitzung der Fluglärmkommission in Schönefeld (Brandenburg) auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Will Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn sich absetzen? In den Medien wird darüber spekuliert, ob er durch sein provokantes Verhalten gegenüber dem Arbeitgeber, seinen Ausstieg herbeiführen will.

Foto: dpa-Zentralbild

Der Konfrontationskurs sei ja nicht neu, sagte Delius. Schließlich habe Mehdorn ja schon Anwälte zu Aufsichtsratssitzungen mitgebracht, und zwar „mit der Ansage, dass sie dem Gremium Schranken aufzeigen sollen“.

Kölner Garvens gilt als Kandidat

Wie üblich in solchen Fällen, werden bereits potenzielle Nachfolger gehandelt. Neben dem Münchener Flughafenmanager Thomas Weyer ist das Michael Garvens, Chef des Flughafens Köln-Bonn. Garvens, dem große Verdienste um die Ansiedlung von Billigfliegern und den Ausbau der Frachtflüge in Köln zugerechnet werden, gilt als extrem zielstrebig und unbeirrbar – Eigenschaften, die am BER sehr nützlich sein könnten.

Garvens selbst äußert sich zu dem möglichen Wechsel bislang nicht. Klar ist, dass er mit 56 Jahren eine gewaltige Aufgabe übernehmen würde: Einen Flughafen, dessen Eröffnung gut acht Jahre nach dem ersten Spatenstich wegen diverser Pannen und Planungsfehler noch immer in den Sternen steht. Und der am Ende statt der ursprünglich geplanten zwei Milliarden mindestens gut fünf Milliarden Euro kosten wird.

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Von Werner Grosch
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