06.05.2013, 13:05 Uhr | 0 |

40 Mio. Euro mehr pro Monat Mehdorn: Der Hauptstadt-Flughafen startet Betrieb ab 2014 stufenweise

Am Hauptstadt-Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) scheint es voranzugehen: Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn will BER ab 2014 in kleinen Schritten eröffnen. Die Flughäfen Tegel und Schönefeld sollen zunächst parallel weiter laufen. Bisher war geplant, dass Tegel mit der Eröffnung des Hauptstadt-Flughafens schließt.

Flughafen Berlin-Brandenburg
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Ab 2014 könnten die ersten Flugzeuge auf dem neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) landen. BER-Chef Mehdorn sieht die Möglichkeit, schon Teile des Flughafens in Betrieb zu nehmen. Dieses Privatflugzeug landet übrigens nicht auf BER, sondern auf dem benachbarten, noch in Betrieb befindlichen Flughafen Schönefeld.

Foto: dpa-Zentralbild

Bis Juli oder August soll es Klarheit über die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens geben. Dies teilte BER-Chef Hartmut Mehdorn der "Soko BER" des Bundesverkehrsministeriums mit. Demnach werde es nicht „den Eröffnungstermin“ geben, wie schon mehrmals angekündigt. Je nach Leistungsfähigkeit sollen vielmehr entsprechende Teilbereiche in Betrieb gehen. So sollen zunächst im Frühjahr 2014 das Nordpier, die Parkhäuser, der unterirdische Bahnhof und die südliche Start- und Landebahn des neuen Hauptstadt-Airports starten. Dies teilte das RBB-Fernsehen nach einer Vorabmeldung am Sonntag mit.

Von BER sollen zunächst die Billigflieger starten

Mehdorns Pläne sehen vor, dass zuerst nur Easyjet-Passagiere am Flughafen BER abgefertigt werden sollen. Alle anderen Airlines fliegen weiterhin von Tegel und Schönefeld-Alt ab. „Tegel ist ja heute unser Hauptgewerk, wo wir unser Geld verdienen und das funktioniert sehr gut. Es sind also drei Flughäfen, die wir zur Zeit parallel bearbeiten und ich glaube, es ist für uns kein Problem, die auch parallel zu betreiben“, meint Mehdorn.

Noch keine Betriebserlaubnis für die Südbahn des BER

Für die neu gebaute Südbahn auf dem BER fehlt derzeit nur noch die Betriebserlaubnis. Mit der Genehmigung würde die erforderliche Sicherheitsreserve für das Ausweichen bei Unfällen und Schäden vorliegen. Diese Betriebserlaubnis ist jedoch gebunden an die Schließung des Flugbetriebs in Tegel. Berlin-Tegel müsste spätestens ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme der Südbahn in Schönefeld geschlossen werden, so sieht es der Planfeststellungsbeschluss vor. Mehdorn will Tegel jedoch bis mindestens 2017 geöffnet halten.

Dagegen sieht Martin Delius, Berliner Abgeordneter der Piraten und Leiter des BER-Untersuchungsausschusses, darin ein Problem. „Mir ist nicht klar, warum irgendeine Fluggesellschaft vom BER fliegen sollte, solange die Kapazität von Tegel noch zur Verfügung steht“, so Delius. Seiner Meinung nach „kann so eine Teileröffnung auch nach hinten losgehen“.

35 bis 40 Millionen Euro Mehrkosten monatlich

Unterdessen kostet die Verschiebung der Flughafen-Eröffnung jeden Monat eine Menge Geld. Nach Angaben des Handelsblattes soll Mehdorn gegenüber der Soko die Mehrkosten auf  35 bis 40 Millionen Euro pro Monat beziffert haben. Bisher wurde von 15 Millionen Euro pro Monat gesprochen. Die Mehrkosten für die verpatzte Eröffnung, die zuletzt für Oktober 2013 geplant war, ergeben sich aus der laufenden Instandhaltung des gebauten Terminals, das neue Projektsteuerungsprogramm "Sprint" und die Modernisierung des Flughafens Tegel. Bei dieser Prognose kommen bis Ende 2014 insgesamt 5,1 Milliarden Euro Gesamtausgaben zusammen, die von den Gesellschaftern, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund übernommen werden müssten.  Offiziell heißt es immer noch, dass der Flughafen 4,3 Milliarden Euro kostet. Bereits dies ist mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant.

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Von Petra Funk
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