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18.08.2016, 10:57 Uhr | 0 |

Großserie angekündigt Ford-Vision: In 5 Jahren haben Taxen keinen Fahrer mehr

Will man das? Wer sich in fünf Jahren in eines der berühmten gelben Taxis in New York setzt, wird nicht mehr von einem Fahrer begrüßt, der während der Fahrt die besten Kneipen und Musicals verrät. Ford will 2021 autonom fahrende Taxen auf die Straße bringen. Ohne Lenkrad, Brems- und Gaspedal.

Ford Fusion mit Lidar-Sensoren
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Ford Fusion mit Lidar-Sensoren: 2021 will Ford mit der Großserienproduktion eines autonom fahrenden Autos beginnen. Es soll vor allem an Dienstleister wie Uber gehen, um Taxi-Unternehmen auszurüsten. 

Foto: Ford

Was Ford-Chef Mark Fields da im Ford-Forschungszentrum in Palo Alto im Silicon Valley angekündigt hat, ist eine echte Herausforderung. Ob Ford das schafft? In nur fünf Jahren will Ford mit der Großserienfertigung eines Autos mit Hybridantrieb beginnen, das voll autonom fährt.

Ford plant autonomes Fahren im Stadtverkehr

Ford geht aufs Ganze: Ein Fahrer ist nicht mehr vorgesehen! Es gibt kein Lenkrad und keine Pedale mehr. Das Auto soll ausschließlich autonom fahren. Und dabei denkt Ford nicht etwa an Autobahnen mit ihrem unkomplizierteren Verkehrsgeschehen, auf denen Daimler derzeit Versuche mit autonom fahrenden Lkw in den USA unternimmt.

Ford will sein Hybridfahrzeug im Stadtverkehr fahren lassen. Das ist ein Ziel, dass nicht einmal deutsche Autohersteller bislang in so kurzer Zeit für möglich halten. Dabei hat sich Ford bislang mit autonomer Fahrtechnik nicht besonders hervorgetan. Im Gegensatz zu deutschen Herstellern.

So ließ Audi im Oktober 2014 einen RS 7 mit bis zu Tempo 240 autonom über den Hockenheimring rasen. 2015 versuchten 100 Rennfahrer in den USA auf einer Berg- und Talstrecke in der Nähe von San Francisco schneller zu sein als der autonom fahrende RS 7.

Und schließlich ließ Mercedes seinen futuristischen F 015 beeindruckend und autonom auf der CES 2015 vorfahren und hat auch schon eine S-Klasse rund 100 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim völlig autonom zurücklegen lassen. Und doch wagen sich weder Audi noch Mercedes, autonome Funktionen ihrer Autos im Stadtverkehr freizuschalten. 

Ford stellt neue Ingenieure im Silicon Valley ein

Stattdessen muss Ford erst einmal sein Forschungsteam in Palo Alto aufstocken, das es erst seit 2015 gibt. Dort arbeiten derzeit 130 Ingenieure am autonomen Fahren. Bis Ende 2017 sollen es 300 sein. Und die sollen ein Auto entwickeln, das 2021 in Großserie gefertigt wird.

Geplant ist ein Hybridfahrzeug, das als Taxi Fahrgäste in Großstädten zum Ziel fahren soll. Deshalb werden zunächst nur Flottenbetreiber wie Uber mit dem Auto beliefert. Privatkunden sollen ab 2025 das Auto kaufen können.

Das Auto wird „weder Lenkrad noch Pedale aufweisen“, so Ford. Es werde dem Autonomie-Level 4 auf der fünfstufigen Skala der Society of Automotive Engineers (SAE) entsprechen. Um die Technik in so kurzer Zeit entwickeln zu können, will Ford nicht nur die eigenen Forschungskapazitäten aufstocken, sondern ist zudem mit mehreren Technologie-Unternehmen Kooperationen eingegangen: mit Velodyne, Marktführer in der Entwicklung von Lidar-Sensoren, Nirenberg Neuroscience, spezialisiert auf Bildverarbeitung, und mit dem Kartographieunternehmen Civil Maps. Das israelische Unternehmen Saips, das sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert hat, hat Ford gleich komplett übernommen.

Testflotte autonom fahrender Autos wird verdreifacht

„Wir sind fest entschlossen, ein autonomes Fahrzeug auf die Straße zu bringen, das die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht sowie Lösungen für aktuelle gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen bietet“, verspricht Ford-Chef Fields. Und Ford wolle das autonome Fahren aus dem Segment der Luxusautos herausholen und auch für den Massenmarkt erschließen.

Noch in diesem Jahr werde Ford seine Flotte an autonomen Testautos von 10 auf 30 verdreifachen. „Selbstfahrende Versionen des Ford Fusion Hybrid werden in Kalifornien, Arizona und Michigan unterwegs sein. Im kommenden Jahr wird die Testflotte voraussichtlich erneut verdreifacht“, teilte Ford mit.

Sie könnten dann auf die große Testflotte von Google treffen, die ebenfalls in den USA unterwegs ist. Keine Berührungspunkte gibt es wohl mit den Kleinbussen der Schweizer Post, die auf einer fest definierten Strecke in Sitten erprobt werden – ohne Busfahrer.

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Von Axel Mörer-Funk
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