10.03.2014, 12:39 Uhr | 0 |

BER: Erste Starts 2016 Flughafenchef Mehdorn nennt doch Termin für die Fertigstellung

Überraschend hat Hartmut Mehdorn, Chef des Berliner Großflughafens BER, nun doch einen Starttermin für den Pannenflughafen genannt: Im nächsten Jahr soll er fertig gebaut sein, spätestens 2016 will Mehdorn mit dem BER ans Netz. 

BER-Chef Hartmut Mehrdorn
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BER-Flughafenchef Hartmut Mehdorn legt sich nun doch fest: 2015 soll der Bau des neuen Flughafenhafens fertig gestellt sein, 2016 die ersten Flugzeuge starten.

Foto: dpa/Ralf Hirschberger

„Wir haben ehrgeizige Ziele und eine klare Terminplanung. Dazu gehört, das Bauende noch in diesem Jahr, spätestens im nächsten Frühjahr zu erreichen“, sagte Mehdorn der „Bild am Sonntag“. Noch nach dem Krisentreffen vor zwei Wochen blieb die Frage nach dem Eröffnungstermin unbeantwortet; im vergangenen Herbst hatte Mehdorn es sogar explizit abgelehnt, einen Termin für die Eröffnung zu nennen.

Technische Probleme gelöst

Alle technischen Probleme seien inzwischen gelöst, sagte Flughafenchef Mehdorn, inklusive des Brandschutzes, dessen Mängel in der Vergangenheit vor allem für Terminverschiebungen gesorgt hatten. Gleichzeitig stellte Mehdorn aber den Erfolg des Gesamtprojektes wieder in Frage. Der Grund: die von der Brandenburger Landesregierung geforderte Ausweitung des Nachtflugverbots. Nach derzeitigem Stand dürfen auf dem BER zwischen 0 und 5 Uhr keine Flugzeuge starten und landen, Brandenburg will das auf 22 bis 6 Uhr ausweiten.

„Eine Ausweitung des nächtlichen Flugverbots halten wir nicht für erforderlich. Sollte es dennoch dazu kommen, dann hätte man diesen Flughafen gar nicht bauen müssen“, sagte Mehdorn. „Ein Hauptstadtflughafen sollte 24 Stunden offen sein. So ist es auf der ganzen Welt.“ Das allerdings ist nicht richtig. Die Flughäfen in Tokio, Seoul und Sydney beispielsweise haben schärfere Nachtflugverbote als das für den BER geplante. Und auch an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt dürfen zwischen 23 und fünf Uhr Flugzeuge weder starten noch landen.

Baurecht in Deutschland überreguliert

Neben den politischen Plänen für den Schallschutz klagt Mehdorn über das deutsche Baurecht in Deutschland. Er hält den Staat für „völlig überreguliert“. „Wir leisten uns eine undurchsichtige Kleinstaaterei, in jedem Bundesland gelten andere Regeln. Ständig wird das Baurecht um neue Vorschriften und Normen ergänzt“, so der Flughafenchef. Der 71-Jährige ist der Ansicht, dass Deutschland damit beim Bau von Großprojekten gegenüber Ländern wie China im Nachteil ist. Gegenüber der Bild am Sonntag sagte er: „In einer Diktatur wie China geht alles ganz schnell, Budgets werden nicht demokratisch kontrolliert.“ 

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Von Andrea Ziech
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