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15.05.2015, 11:49 Uhr | 0 |

ELEKTROAUTOS GEPLANT Fahrerlose Taxis in Japan für Senioren

Japanische Unternehmen planen ein Netz mit selbstfahrenden Taxis und Bussen. Das RoboCar soll vor allem in ländlichen Gebieten unterwegs sein und ältere Menschen mobil machen.

Prototyp des RoboCar
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Schon vor zwei Jahren wurde der Öffentlichkeit das RoboCar präsentiert. In nicht allzu ferner Zukunft sollen in Japan autonome Fahrzeuge vor allem älteren Menschen in ländlichen Gebieten als Taxi dienen.

Foto: ZMP

Es sieht ein bisschen aus wie der Twizy, der Stadtflitzer mit Elektroantrieb von Renault: das RoboCar, entwickelt auf Basis eines Toyota-Modells. Die japanische Firma ZMP, Spezialist für künstliche Intelligenz, arbeitet schon seit einigen Jahren an diesem Fahrzeug, das vollkommen selbstständig am Verkehr teilnehmen soll. Eine Kontrolle über Wlan sowie autonome Brems- und Lenkungssysteme sorgen dafür, dass das Mini-Auto sicher manövrieren kann.

Natürlich ist ZMP bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das an selbstfahrenden Autos bastelt. Google hatte beispielsweise erst vor kurzem eine positive Bilanz nach sechs Jahren Testphase für sein autonomes Fahrzeug gezogen. Die Japaner verbinden mit der Idee aber gleich die Vision eines ganzen Verkehrsnetzes. Vor allem in ländlichen Gebieten soll das neue Fahrzeug einen Taxi- und Bus-Service ermöglichen, der völlig ohne Fahrer auskommt. Damit könnten gerade ältere Menschen mobil bleiben.

Auch Sony soll dabei sein

Dahinter steckt jedenfalls ein schlagkräftiges Konsortium: Mit dem IT-Konzern Dena, der Computerspiele für mobile Endgeräte anbietet, hat ZMP einen finanzstarken Partner gefunden, der nach einem Bericht des Wall Street Journal zwei Drittel des Projektes bezahlen wird. Außerdem gibt es unbestätigte Meldungen, dass auch Sony sich an der Entwicklung beteiligt.

Die Basis für diesen Plan existiert bereits: ZMP bietet das RoboCar schon auf dem Markt an, in Japan kostet das Basismodell umgerechnet knapp 15.000 Euro. Das Steuerungssystem ist allerdings bisher nicht mehr als ein Autopilot, der vom Fahrer eingeschaltet werden kann – und muss. Ganz ohne menschliche Eingriffe funktioniert das Fahrzeug nicht, und das ist auf öffentlichen Straßen auch in aller Regel nicht erlaubt. Auch Daimlers selbstfahrender Truck, der jetzt im US-Staat Nevada im normalen Straßenverkehr unterwegs ist, darf nicht ohne Fahrer starten.

Reichweite nur bei 50 Kilometern

Für eine Nutzung im ländlichen Raum, wie von den Partnern geplant, muss das RoboCar sicher noch weiterentwickelt werden. Seine Lithium-Ionen-Batterie bringt es derzeit gerade mal auf eine Reichweite von 50 Kilometern, danach muss sie für etwa sechs Stunden an die Steckdose. Die mögliche Gepäckzuladung ist mit 30 Kilogramm ebenfalls sehr begrenzt. Je nach Variante können zwei Personen hinter- oder nebeneinander in dem Fahrzeug sitzen.

Für die Selbstkontrolle verfügt das rund 400 Kilo schwere Gefährt über eine Stereokamera und Sensoren, die etwa Hindernisse erkennen und dann rechtzeitig bremsen sollen. Der Fahrer kann zwischen dem autonomen und dem manuellen Modus direkt umschalten.

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Von Werner Grosch
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