20.07.2015, 11:43 Uhr | 0 |

Auffahrunfall bei Rot Die autonomen Google-Autos melden Unfall Nr. 14

14 Unfälle seit 2009: Das ist eigentlich keine schlechte Quote für Googles autonom fahrende Autoflotte. Machte der Internet-Konzern bislang ein Geheimnis um die Unfälle, hat er bei Nr. 14 sogar ein Video ins Netz gestellt. Und siehe da: In den meisten Fällen krachten von Menschen gesteuerte Autos von hinten auf die Google-Modelle. Nicht etwa umgekehrt.

Selbst fahrender Google-Lexus vor roter Ampel
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Selbst fahrender Google-Lexus vor roter Ampel: Bei den meisten Unfällen mit Google-Autos fuhren unaufmerksame Autofahrer von hinten auf.

Foto: Google

Unfall 14 ging nicht so glimpflich ab wie die 13 zuvor. Die Insassen des Google-Lexus’, aufgerüstet mit der Google-Technik zum autonomen Fahren, erlitten ein leichtes Schleudertrauma. Das Auto wartete an einer roten Ampel, als von hinten ein Auto in den Google-Testwagen krachte.

Das Ganze wäre keine Meldung wert, hätte Google bislang um die Unfallserie seiner Testflotte nicht ein großes Geheimnis gemacht. Laut Google war nur in einem der 14 Unfälle das Google-Auto für den Crash verantwortlich. Da war die Automatik allerdings abgeschaltet, ein Fahrer hatte übernommen. In allen anderen Fällen waren die Unfallbeteiligten die Schuldigen, in der Regel fuhren sie auf das stehende Google-Auto auf.

Allerdings könnte die Zahl der Unfälle jetzt schneller steigen. Denn bislang waren die Autos vor allem auf Teststrecken unterwegs. Im Verkehr sind die Autos erst seit wenigen Wochen unterwegs.

Kurioser Unfall in Mountain View

Anfangs hatte Google Unfälle lediglich gemeldet, jedoch keine Einzelheiten bekanntgegeben. Das ist bei Nummer 14 anders. Der Internetgigant veröffentliche ein – allerdings amateurhaft anmutendes – computeranimiertes Video, das den Unfallhergang zeigt. Künftig will das Unternehmen ausführlich über die Unfälle berichten. Dazu hat es eine Website eingerichtet und informiert auch in seinem Netzwerk Google Plus.

Dort wird ein kurioser Unfall beschrieben, der sich am 18. Juni 2015 ereignete. Der Google-Lexus stoppte auf der Geradeausspur vor einer roten Ampel in Mountain View im Silicon Valley bei San Francisco. Hinter ihm stand ein manuell gesteuertes Auto. Dessen Fahrer fuhr los, als der grüne Pfeil für Linksabbieger aufleuchtete, die Geradeausspur aber noch gesperrt war.

Der Hintermann drückte auf die Tube und prallte mit einer Geschwindigkeit von 8 km/h auf. An beiden Fahrzeugen gab es leichte Kratzer. Verletzt wurde niemand. Der jüngste Unfall ist offensichtlich noch nicht aufbereitet. Veröffentlicht sind nur die Berichte aus Mai und Juni 2014.

Elektronik soll Unfälle verhindert haben

Bisher hatte sich Google geweigert, Details zu Unfällen mit den Roboterautos zu veröffentlichen. „Diese Berichte sagen im Prinzip das aus, was wir schon gesagt haben”, meinte Google-Mitgründer Sergey Brin. Er betonte immer wieder, dass die 23 autonom fahrenden Lexus-SUVs und 25 selbst entwickelte Prototypen, die mittlerweile fast 1,8 Mio. km auf öffentlichen Straßen zurückgelegt haben, keinen einzigen Unfall verursacht haben. Im Gegenteil: Die Elektronik habe mehrere Unfälle verhindert, so einen Zusammenprall mit einem Geisterfahrer und mit einem verkehrswidrig kreuzenden Radler.

In den knuffelig anzuschauenden Prototypen von Google gibt es weder ein Lenkrad noch Pedale. Deshalb können sie nicht zeitweise von menschlichen Fahrern bedient werden. Anders die Lexus-SUVs. Denen hat Google lediglich die Elektronik fürs autonome Fahren übergestülpt.

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das selbst fahrende Auto testet. 2013 schickte Daimler einen autonom fahrenden Mercedes auf die Tour, die Berta Benz mit dem von ihrem Mann gebauten Auto absolvierte: Von Mannheim nach Pforzheim. Ein Jahr später schickte Audi einen Sportwagen auf den Hockenheimring, der völlig autonom seine Runden drehte.

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Von Wolfgang Kempkens
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