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12.11.2014, 09:37 Uhr | 0 |

Ab 30. November Dartford-Crossing: Autobahngebühr nur noch online bezahlbar

Der mautpflichtige große Autobahn-Themse-Übergang in Dartford bei London kann vom 30. November an nur noch mit Online-Gebührenzahlung benutzt werden. Ausnahmslos. die Vorschrift gilt auch für all jene, die keinen Internet-Zugang zu ihrem Bankkonto haben sowie für Ausländer, die mit dem eigenen Wagen nach Großbritannien kommen.

Dartford Crossing
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Dartford Crossing: Mit diesem Begriff werden die zwei Tunnel und eine Schrägseilbrücke an der Themse östlich von London bezeichnet. Sie verbinden Grays in Essex auf der Nordseite mit Dartford in Kent auf der Südseite. Vom 30. November an darf hierher nur noch fahren, wer die dafür anfallende Maut online zahlt. Bargeld wird nicht mehr akzeptiert.

Foto: Flickr/Highways Agency

Täglich benutzen mehr als 100.000 Fahrzeuge die M25-Autobahnüberquerung der Themse in beide Richtungen. Schon länger ist die voll automatisierte Online-Zahlung möglich – aber keineswegs Pflicht. Es kann auch noch bar bezahlt werden. Das riesige Verkehrsaufkommen führt allerdings immer wieder zu erheblichen Warteschlangen an den Zahlstellen. Deshalb war eine Neuregelung schon seit einiger Zeit geplant. 

In Nord-Süd-Richtung läuft der Verkehr über eine vierspurige Brücke. In der Gegenrichtung wird die Themse durch zwei zweispurige Tunnel unterquert. Für einen Personenwagen beläuft sich die Gebühr tagsüber auf zwei Pfund oder umgerechnet gut 2,50 Euro Barzahlung – hin und zurück. Wer ein kostenlos erhältliches elektronisches Gerät im Fahrzeug befestigt, bekommt bei der dann möglichen bargeldlosen Bezahlung einen Preisnachlass von rund einem Drittel. Dieses Grundprinzip bleibt erhalten – aber es geht vom 30. November an nur noch bargeldlos. Wer dann ohne Bezahlung, die auch noch 24 Stunden später möglich ist, die Themse überquert, wird mit hohen Geldstrafen belegt.

Brücken/Tunnel-Gesellschaft und Staat machen gemeinsame Sache

Hinter der Neuordnung steht nicht nur die Brücken/Tunnel-Gesellschaft, sondern auch der Staat. So werden mit den Kraftfahrzeugsteuerbescheiden seit kurzem ebenfalls die Informationen zur Neuordnung der Themse-Überquerung in Dartford verschickt. Darin heißt es: “Der Themse-Übergang in Dartford wird zu einem barrierefreien online abgewickelten Zahlungsvorgang. Dabei wird das Kraftfahrzeug-Kennzeichen automatisch zur Berechnung der anfallenden Gebühren herangezogen.” Dabei liegen die Gebühren für Lieferwagen, Lastwagen und Lastzüge höher als jene für Personenwagen. Sie werden aber in der gleichen Weise berechnet. Ziel der Finanzverwaltung ist es, dass möglichst viele Autofahrer von dem automatisierten Abbuchungsverfahren Gebrauch machen.

Schon seit Jahren treibt die britische Regierung die Bürger des Landes mit Nachdruck in die Online-Welt. Die allerwenigsten Behörden lassen überhaupt noch einen Publikumsverkehr zu. Selbst Reisepässe können längst online beantragt werden. Und werden dann einfach in den häuslichen Briefkasten eingeworfen. Eisenbahn-Fahrkarten sind in unzähligen Fällen über das Internet billiger als am Schalter. Bei den Steuererklärungen werden all jene, die sie online einreichen, in vielfältiger Weise begünstigt. Die Kraftfahrzeugsteuer wird inzwischen ganz papierlos abgewickelt. Das Gleiche gilt auch für die TÜV-Untersuchungen der Fahrzeuge und die Kraftfahrzeugversicherung. Papier ist nicht mehr gewünscht, teilweise sogar regelrecht verboten. Selbst die Zulassung von Kraftfahrzeugen und/oder deren Abmeldung laufen nur noch online ab.

Probleme mit Alten, Kranken und finanziell Schlechtgestellten

Auch wenn es dabei Probleme mit alten, kranken und finanzschwachen Menschen gibt, lässt die Regierung nicht locker. Lieber hilft sie in manchen Fällen direkt – zum Beispiel durch die Bereitstellung von Computern und finanzieller Hilfe für den Ausbau des Internetzugangs in dünn besiedelten abgelegenen Gegenden. Für die Kirchen ist die Hilfe für Online-Benachteiligte ebenfalls zu einem Betätigungsfeld geworden.

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Von Peter Odrich
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