14.07.2014, 15:13 Uhr | 0 |

Kampf gegen Smogterror China subventioniert Kauf von Elektro- und Hybridautos

China will mit einem Boom von Elektroautos den Smog in seinen Städten bekämpfen: Bis 2016 sollen 30 Prozent der von Behörden gekauften Neuwagen einen Elektro- oder Hybridantrieb haben. Höchste Zeit. Von einem nuklearen Winter sprachen Medien, als sich Menschen mit Atemwegsleiden letzten Winter in die Pekinger Krankenhäuser drängten. 

Dichter Smog in Peking am 3. Juli 2014
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Dichter Smog versperrt am 3. Juli 2014 die Sicht auf die Hochhäuser in Peking. Jetzt will China mit Subventionen den Absatz von Elektro- und Hybridautos ankurbeln.

Foto: dpa

Bei einem Neuwagenkauf sollen sich Behörden in China zukünftig in 30 Prozent der Fälle für Elektro- oder Hybridautos entscheiden. Um dieses Ziel bis zum Jahr 2016 zu erreichen, will die Regierung den Autokauf bis zu einem Preis von 21.000 Euro subventionieren – mit einem bislang unbekannten Zuschuss. Das kündigte die Nationale Entwicklung- und Reformkommission (NDRC) am Sonntag an, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Plan sieht zudem vor, Autos mit alternativem Antrieb in der Infrastruktur bevorzugt zu behandeln: Staatliche Stellen sollen zukünftig neue Parkplätze ausschließlich für Elektro- und Hybridautos ausweisen. Zudem soll die Zahl der Ladestationen steigen, so dass sie sich in ferner Zukunft mit klassischen Tankstellen die Waage hält.

Elektromobilität ist in China bislang schwergängig

Die Regierung versucht auch, die Bevölkerung zum Umstieg auf Elektromobilität zu bewegen – und steckt die Ziele hoch: Bis 2015 sollen 500.000 Autos mit alternativem Antrieb auf den Straßen rollen, bis 2020 schließlich fünf Millionen. In einigen Regionen erhalten Bürger daher beim Kauf einen Zuschuss von bis zu 7300 Euro. Doch so wirklich kommt der Umstieg nicht in die Pötte: 2013 wurden in China zwar fast 22 Millionen Autos verkauf, darunter aber nur 14.604 Elektroautos und 3038 Plug-in-Hybride.

epa03958152 People check out the interior of an electric car Zinoro 1E at its launch during the 11th China Guangzhou international automobile exhibition in Guangzhou city, Guangdong province, China, 20 November 2013. Jointly developed by German car maker BMW and its Chinese partner Brilliance, the e-vehicle can run up to 150 kilometers per charge. Zinoro is also BMW's fourth sub-brand, after BMW, Mini and "i". The company will market the e-vehicle on a leasing mode. EPA/Kaifu Zheng CHINA OUT +++(c) dpa - Bildfunk+++
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BMW hat im November 2013 das Elektroauto Zinoro für China vorgestellt. BMW produziert den Wagen gemeinsam mit dem chinesischen Partner Brilliance. Das Auto hat eine Reichweite von 150 Kilometern.

Foto: dpa

Wegen der Subventionen hofft der chinesische Verband der Autobauer allerdings auf eine deutliche Steigerung. Ye Shengji, stellvertretende Generalsekretär des Chinesischen Verbandes der Automobilhersteller (CAAM), prognostiziert, dass der Absatz von Elektro- und Hybridautos 2014 auf 60.000 bis 80.000 Fahrzeuge steigen wird.

Katastrophale Schadstoffbelastung macht vor allem Kindern zu schaffen

Von der neuen Initiative könnten auch deutsche Autobauer profitieren: BMW hat im November 2013 den Zinoro als Elektroauto für China vorgestellt, Daimler präsentierte im April in Peking das E-Auto Denza. Doch einfach macht es China ausländischen Herstellern nicht. Importzölle sind hoch, es gibt keine staatliche Subvention und wer Geschäfte machen möchte, muss sich mit einem chinesischen Partner zu einem Joint Venture zusammenschließen.

Die Erhöhung des Marktanteil besonders umweltfreundlicher Autos ist drängend: Denn das Land der Mitte bekommt mit seiner Luftverschmutzung langsam ernste Probleme: Im Februar 2014 war die Feinstaubbelastung in der Hauptstadt Peking 23-fach höher als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Medien verglichen die Situation mit einem nuklearen Winter. „Wir haben viele Kinder mit Atemwegsleiden“, sagt eine Ärztin einer internationalen Klinik in einem Bericht der Welt. „Aber wenn der Smog so lange anhält, fühlt jeder die Auswirkungen – sei es durch Kratzen im Hals, Husten oder andere gesundheitliche Probleme.“

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Von Patrick Schroeder
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