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10.06.2013, 08:55 Uhr | 0 |

Logistik Bonn wird zur Musterstadt für CO2-freie Zustell­fahrzeuge in der City

Bis 2015 soll die Brief- und Paketzustellung in der Stadt und in der Umgebung von Bonn durch die Deutsche Post komplett auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Der StreetScooter, ein gemeinsam mit der Hochschule Aachen entwickeltes Elektroauto, wird bei dem Pilotprojekt eine zentrale Rolle übernehmen.

Pilotprojekt: In Bonn stellt die Deutsche Post ihre Fahrzeugflotte bis 2015 komplett auf E-Autos um.
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Bundesumweltminister Peter Altmaier und Postchef Frank Appel starteten am 21. Mai in Bonn die Postzustellung mit klimafreundlichen Elektroautos. 

Foto: Deutsche Post DHL

In ihrem ehrgeizigen Ziel, die CO2-Effizienz zu verbessern, in dem die Kohlendioxidemissionen im Konzern bis 2020 um 30 % im Vergleich zu 2007 sinken soll, schreitet die Deutsche Post DHL in Bonn voran. Bis Jahresende wird dafür jetzt in der Stadt und deren Umland eine 79 Elektrofahrzeuge umfassende Flotte für die Brief- und Paketzustellung aufgebaut. In dem Vorreiterprojekt soll die Zahl künftig noch weiter erhöht werden, sodass von 2016 an 141 Elektrofahrzeuge die Treibhausgasemissionen jährlich um mehr als 500 t CO2 reduzieren werden. Der für den Fahrzeugbetrieb benötigte Strom werde aus regenerativen Energien bezogen.

Weltweit einmaliges Pilotprojekt

"Unser Pilotprojekt in Bonn ist weltweit einmalig und kann Vorbild für andere Städte werden", sagte Frank Appel bei der Vorstellung der klimaschonenderen Postzustellung am 21. Mai in Bonn. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post wird das Vorreiterprojekt etwa 14 Mio. € kosten. Die Deutsche Post schreibt mit ihrer umweltfreundlichen Lieferflotte "ein Stück Geschichte", wie Bundesumweltminister Peter Altmaier hervorhob. In Bonn sei jetzt der Startschuss gegeben worden "für eines der wichtigsten Projekte des Klimaschutzes", das einmalig für ganz Deutschland und die Welt sei. Das vom Umweltministerium mit 6 Mio. € geförderte Projekt könne der Startschuss sein für eine Innovationswelle. "Wenn es läuft, wird es Nachahmer geben", ist sich Altmaier sicher.

Zusammenarbeit mit allen namhaften Autoherstellern

Die Deutsche Post ist laut den Unternehmensangaben bereits heute Partner in vielen Pilotprojekten mit alternativen Antrieben. Dabei kommen Hybridmotoren, Elektrofahrzeuge sowie Erd- und Biogasfahrzeuge ebenso zum Einsatz wie die Erprobung von Dual-Fuel-Konzepten oder aerodynamischen Modifikationen bei den Zustellfahrzeugen. Der Konzern arbeite dabei mit allen namhaften Automobilherstellern zusammen und helfe so, wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von neuen Technologien zu gewinnen.

Eigenes E-Auto mit dem Namen StreetScooter konzipiert

Das Unternehmen hat 2011 damit begonnen, ein eigenes Elektrofahrzeug zu konzipieren. Der "StreetScooter" ist ein speziell auf die Bedürfnisse der Post zugeschnittenes Fahrzeug, das mit einer Reichweite von bis zu 120 km (im Postbetrieb max. 80 km) ideal in der Verbundzustellung – also der Auslieferung von Briefen und Paketen – eingesetzt werden kann. Die erste Vorserie von 50 Elektrofahrzeugen wird ab Sommer sukzessive ausgeliefert. 20 Fahrzeuge werden im Pilotprojekt "CO2-freie Zustellung Bonn" eingesetzt und weitere 30 Fahrzeuge bundesweit beim Transport von Briefen und Paketen. Das Pilotprojekt in Bonn hat für die Post Modellcharakter. Denn gerade bei der Zustellung in Städten kann mit Elektroantrieben die Lärm- und die Umweltbelastung erheblich gedrosselt und wirtschaftlich sinnvoll Kraftstoff gespart werden.

Post ist einer der größten Flottenbetreiber in Deutschland

"Als einer der größten Flottenbetreiber in Deutschland haben wir ein starkes Interesse daran, innovative und umweltfreundliche Antriebe einzusetzen", begründete Jürgen Gerdes, Vorstand Brief der Deutschen Post, den Einsatz von eigenen Elektrofahrzeugen in dem Projekt. Der "StreetScooter" sei ein genau auf die Anforderungen des Logistikdienstleisters maßgeschneidertes Fahrzeug. Zusammen mit weiteren rund 60 Elektroautos unterschiedlicher Hersteller werden die neuen StreetScooter ab der Jahresmitte in Bonn und Umgebung klimaschonend unterwegs sein.

GoGreen-Programm schon Hälfte des CO2-Ziels erreicht

Die Investitionen in alternative Antriebe und die Verringerung des Kohlendioxidausstoßes sind Teil des konzernweiten GoGreen-Programms der Deutschen Post, bei dem die CO2-Emissionen bis 2020 in Bezug auf das Basisjahr 2007 um 30 % reduziert werden sollen. Dabei kann das Unternehmen nach Aussage der Konzernspitze bereits in diesem Jahr zwei Meilensteine melden: Das konzernweite Umweltprogramm wird fünf Jahre alt und das Unternehmen hat mit einer Effizienzsteigerung um 16 % bereits die Hälfte des Weges bei der Erreichung seines CO2-Zieles erreicht.   

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Von Rolf Müller-Wondorf | Präsentiert von VDI Logo
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