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26.08.2015, 12:31 Uhr | 0 |

Mobile Trends Bike-Sharing ist auf Wachstumskurs

Fast unbemerkt entsteht auf der ganzen Welt gerade ein neuer umsatzstarker Markt: Das Bike-Sharing. Laut einer Studie der Roland Berger Strategy Consultings wird dieser Markt in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 5,3 Milliarden Euro wachsen. Wichtig ist dabei, dass die Rahmenbedingungen stimmen.

Leihrad Mainzer Fahrradvermietsystem MVGmeinRad von der Mainzer Verkehrsgesellschaft
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Ein standorttypisches Design, wie bei den melonengelben Räder aus Mainz, hilft beim aktiven Stadt-Management. Solche öffentlichen Leihfahrräder sind ein perfekter Werbeträger für das Fahrradfahren im Alltag. 

Foto: MVG

Die Jugend von heute ist nicht mehr erpicht darauf Besitz anzuhäufen. Das gilt auch für Autos und Fahrräder. Ein eigener Wagen braucht einen oft nur schwer zu bekommenen Stellplatz, ein Fahrrad einen Keller, sonst steht der Drahtesel womöglich auch noch in der Mini-Bude herum.

Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Und dort ist das Platzangebot naturgemäß recht begrenzt. Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwarten, dass 2050 zwei Drittel der Menschen in Städten leben. Da ist es nur logisch, dass jetzt auch das Bike-Sharing ordentlich Fahrt aufnimmt, wie Zahlen der Studie „Bike Sharing 4.-0“ von Roland Berger Strategy Consultans belegen.

2013 gab es weltweit schon über 640.000 Leihfahrräder

Zwischen 2008 und 2013 wuchs der weltweite Bike Share-Markt jährlich um 34 % und erreichte ein Marktvolumen von 1,3 Milliarden €. 2008 konnten Menschen sich gerade einmal 24.000 Räder leihen. 2013 waren es bereits über 640.000 Leihfahrräder. Asien ist dabei mit knapp 460.000 Leihfahrrädern der stärkste Markt, gefolgt von Zentraleuropa mit fast 147.000 Einheiten.

„Wenige deutsche Städte haben das Potential bisher erkannt“

„In Paris, Wien und New York wurde das Fahrrad durch Bike-Sharing-Systeme völlig neu erfunden – und als Transportmittel im Alltag überhaupt erst wieder ein Thema“, berichtete ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork am Rande der Messe Eurobike in Friedrichshafen, die am kommenden Samstag, 29. August,  Publikumstag hat. „Nur wenige deutsche Städte haben das Potential bisher erkannt – und öffentliche Leihräder als attraktives Angebot zum Beispiel für Berufspendler, Touristen oder auch Kongress- und Messebesucher etabliert.“

Bis 2020 ein Volumen von bis zu 5,3 Milliarden € 

Das könnte sich rächen: Die Berger-Experten prognostizieren Mobilitätslösungen rund um das Fahrrad ein globales jährliches Wachstum von 20 %. Bis 2020 wird der weltweite Markt für Bike-Sharing-Angebote ein Volumen zwischen 3,6 und  5,3 Milliarden € erreichen. „Der Markt für Bike-Sharing-Lösung zeigt ein erhebliches Potenzial in der ganzen Welt“, erklärt Roland Berger-Partner Tobias Schönberg.

Kooperation mit Kommunen wichtig

Ein ganz wichtiger Faktor für den Erfolg solcher Bike-Sharing-Angebote ist ein flächendeckendes Ausleihnetz mit dicht beieinander liegenden und gut erreichbaren Leih- und Rückgabestationen. Dort sollten die Nutzer ihre Mieträder einfach und flexibel rund um die Uhr ausleihen und zurückgeben können.

Wichtig ist laut der Berger-Studie auch die Vernetzung der Bike-Sharing-Angebote mit dem lokalen öffentlichen Nahverkehr, damit die Stationen, Zahlungssysteme und Umsteigemöglichkeiten optimal aufeinander abgestimmt sind. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bike-Sharing-Konzept ist die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden. Denn sie stellen Radwege und Mietflächen zur Verfügung.

Rund um die Uhr nutzbar

Vorbild für Kommunen könnte das Mainzer Fahrradvermietsystem MVGmeinRad von der Mainzer Verkehrsgesellschaft sein. An über 107 Stationen können die gut 22.000 Kunden rund um die Uhr Fahrräder ausleihen. Eine halbe Stunde kostet 1,40 Euro. Wer einmalig einen Jahresbeitrag von 79 Euro hinblättert, radelt die erste halbe Stunde kostenfrei und zahlt für jede weitere halbe Stunde 80 Cent.

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Von Detlef Stoller
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