15.12.2014, 15:17 Uhr | 0 |

Tegel wird saniert BER-Chef Mehdorn tritt Anfang nächsten Jahres zurück

BER-Chef Hartmut Mehdorn will im 1. Halbjahr 2015 zurücktreten. Der Aufsichtsrat hatte ihm zuvor nur zaghaft das Vertrauen ausgesprochen. Unterdessen wird die Berliner Flughafen-Gesellschaft FBB den alten Airport Tegel modernisieren, damit er bis 2017 genutzt werden kann. Dann soll der neue Großflughafen eröffnet werden. 

Hartmut Mehdorn
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Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, wird vom Aufsichtsrat an der kurzen Leine gehalten und muss künftig Fortschritte in den Sitzungen des Gremiums nachweisen. 

Foto: dpa/Rainer Jensen

Hartmut Mehdorn bettelte vor kurzem förmlich um seine Entlassung, als er dem Aufsichtsrat wegen der Beauftragung externer Baustellen-Kontrolleure Methoden der Inquisition vorwarf. Und doch zeigte sich das Gremium zuletzt davon überzeugt, dass er die Lage am Pannenflughafen im Griff hat. Nun ist Mehdorns Abschied aber doch besiegelt.

An diesem Montag kündigte Mehdorn seinen Rücktritt an, den er mit den Spekulationen um seinen Nachfolger begründete. In den vergangenen Tagen war durchgesickert, dass es bereits Gesprächstermine mit Kandidaten geben soll. Mehdorn sagte, dass er habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass im Aufsichtsratsumfeld "Spekulationen zu meiner Person angestellt wurden, die das für mich vertretbare Maß überstiegen". 

BER soll in der 2. Jahreshälfte 2017 öffnen

Vor wenigen Tagen hatte der FBB-Chef erstmals seit langem wieder eine Terminangabe riskiert und dem Aufsichtsrat die zweite Hälfte 2017 als Startfenster avisiert. In einer Erklärung des Kontrollgremiums hieß es daraufhin: „Der Aufsichtsrat sagt der Geschäftsführung alle Unterstützung zu, das Ziel einer möglichst schnellen Inbetriebnahme zu erreichen.

Entscheidend hierfür war, dass die Geschäftsführung eine nachvollziehbare Schrittfolge vorgestellt hat und die Unterstützung aller am Bauprozess Beteiligten für diesen Terminplan darstellen konnte. Insbesondere gehört dazu das Bekenntnis der Planer, Sachverständigen und der Bauunternehmen.“

Mehdorn sollte regelmäßig zum Rapport

Derartige Einigkeit gab es bei dem Projekt lange nicht mehr. Zuletzt hatten Planer kritisiert, dass die fehlerhafte Entrauchungsanlage immer noch als Hauptgrund für die Verzögerungen angegeben werde. „Die Anlage funktioniert, der Flughafen funktioniert“, sagte Architekt Meinhard von Gerkan – was fehle, sei nur ein entschlossenes Management.

ARCHIV - Ein Airbus MEDEVAC A310 mit verwundeten Soldaten aus der Ost-Ukraine an Bord ist am 02.09.2014 auf dem Flughafen Tegel in Berlin gelandet. Foto: Soeren Stache/dpa (Zu dpa "«Bild am Sonntag»: 20 Millionen Euro für Tegel-Modernisierung" vom 14.12.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Flughafen Berlin-Tegel: Nach einem Bericht der Bild am Sonntag sollen hier noch einmal 20 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt werden. 

Foto: Soeren Stache/dpa

Wie lange Mehdorn nun noch Entschlossenheit beweisen kann, ist offen. In spätestens sechs Monaten will er seinen Posten aufgeben. Der Vertrauensbeweis des Aufsichtsrates war ihm offenbar doch zu dünn. Am Schluss der Stellungnahme heißt es auch recht harsch: „Die Geschäftsführung wird in jeder Sitzung des Aufsichtsrats ihren Zielerreichungsgrad konkret darstellen.“ Zu Deutsch: Die Verantwortlichen müssen regelmäßig zum Rapport und Fortschritte nachweisen.

Außenflächen in Tegel werden saniert

Unterdessen wurde jetzt bekannt, dass der alte Flughafen Tegel für rund 20 Millionen Euro saniert werden soll. Ein Sprecher der FBB bestätigte zwar weder die Summe noch konkrete Pläne, sagte aber: „Wir werden uns um Tegel kümmern.“ Mehrere Zeitungen hatten berichtet, dass dieses Geld vor allem in Außenflächen wie Rollwege investiert werden solle.

Der Betreiber hatte in den vergangenen Jahren bereits eine ähnlich hohe Summe beispielsweise für neue Gepäckbänder und die Sanierung der Toiletten aufbringen müssen, um Tegel überhaupt funktionsfähig zu halten. Denn nach den ursprünglichen Plänen hätte der neue Großflughafen, dessen Bau im Jahr 2006 begonnen worden war, ja bereits vor gut zwei Jahren eröffnet werden sollen. Ein halbes Jahr danach sollte in Tegel der Betrieb eingestellt werden.

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Von Werner Grosch
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