29.08.2014, 14:54 Uhr | 0 |

Konkurrenz für Amazon Auch Google testet die Paketzustellung per Drohne

Nach Amazon experimentiert jetzt auch IT-Gigant Google mit Paketdrohnen. Zunächst in der Einöde Australiens: Die fliegenden Postboten lieferten dort Impfstoffe für Rinder, Schokoriegel und Hundefutter an Farmer aus.

Die Google-Drohne im Flug
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Google ließ die Drohnen zunächst in einer menschenleeren Region Australiens fliegen. In zwei Jahren sollen Tests in einer Kleinstadt folgen.

Foto: Google

Wenn es draußen brummt, schreit die Internetkäuferin vor Glück. Die am Vortag bestellten Schmuckstücke sind da. Langsam seilt die in geringer Höhe schwebende Drohne vor der Haustür das Paket ab. Nach Lösen des Patentverschlusses nimmt sie es in Empfang, die Drohne schwebt davon. So stellt sich Google die Warenlieferung der Zukunft vor. Project Wing heißt das Vorhaben des IT-Giganten, das dem Online-Versandhändler Amazon Konkurrenz macht. Amazon-Chef Jeff Bezos hat seine Drohnen-Experimente der Öffentlichkeit allerdings längst vorgestellt.

Drohnen von Google liefern in Australien Hundefutter an Farmer aus

Google-Entwickler Astro Teller will das System innerhalb von zwei Jahren zur Marktreife bringen. Dann soll es zunächst in einer Kleinstadt getestet werden. Dass es funktioniert, hat er bereits gezeigt, wenn auch nur bei einem Test in einer nahezu menschenleeren Region Australiens. Drohnen lieferten dort zwei Farmern Hundefutter, Impfstoffe für Rinder, Funkgeräte und Schokoriegel.

Googles Drohnen ähneln kleinen Flugzeugen. Zur Beladung stellen sie sich aufs Heck. Sie starten wie Raketen. In festgelegter Höhe gehen sie dann in den Horizontalflug über. Amazon hingegen setzt auf ein Art Hubschrauber, wie er auch für Kamerafahrten über Katastrophengebiete verwendet wird. Diese Octocopter sind mit acht Rotoren ausgestattet. Bezos rechnet allerdings damit, dass es noch vier bis fünf Jahre dauert, bis Drohnen zu Paketboten werden.

Google arbeitet schon seit zwei Jahren an neuen Formen der Warenlieferung. Der Internetgigant fühlt sich gut gerüstet: Der eigene Kartendienst sorgt für eine zielgenaue Navigation, Smartphones, die mit dem Betriebssystem Android ausgestattet sind, könnten den Standort der Paketempfänger verraten, die gerade nicht zu Hause sind.

Treibstoffverbrauch und Sicherheit sind Hemmschuh

Der boomende Internethandel hat nicht nur für den Einzelhandel teils katastrophale Folgen, sondern auch für den innerstädtischen Verkehr. Scharen von Kleinlastwagen verstopfen oft die Straßen, wenn Pakete ausgeliefert werden. Da könnte die Lieferung aus der Luft Abhilfe schaffen.

Zu befürchten ist allerdings, dass dann zwar die Straßen frei sind, im Luftraum aber nichts mehr geht. Zudem verbrauchen Drohnen ein Vielfaches des Treibstoffes der Lieferfahrzeuge. Bedenken gibt es auch wegen der Gefahren, die von Heerscharen von Drohnen ausgehen würden. Sie könnten schließlich abstürzen, ihre Pakete unkontrolliert fallenlassen oder im Tiefflug Skalps nehmen.

Videoquelle: Google
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Von Wolfgang Kempkens
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