01.08.2013, 06:58 Uhr | 0 |

Hydra-Projekt startet USA entwickeln unbemannte U-Boote als Marinestützpunkte

Die USA haben mit der Entwicklung eines unbemannten Transport-U-Bootes begonnen, das zugleich als Marinestützpunkt dienen kann. Das Boot soll nicht nur Drohnen und Unterwasserfahrzeuge zu Einsätzen weltweit bringen, sondern auch Aufklärungsdienste leisten.

Sea Shadow
Á

Sea Shadow war ein U-Boot, das ohne vom Radar erkannt zu werden zum Einsatzort tauchen konnte. Die abgebildete Sea Shadow stammt von 2009.

Foto: Wikimedia

Anfang August wird die amerikanische  Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) des Verteidigungsministeriums in Washington Rüstungsfirmen mit der Entwicklung eines Unterwasser-Transportfahrzeugs beauftragen, mit dem sich unbemannte Flugzeuge, U-Boote und Fahrzeuge befördern sowie automatisiert absetzen lassen sollen. Das Programm läuft unter der Bezeichnung „Hydra“, jener Sagenfigur, deren Kopf nachwuchs wenn er abgeschlagen wurde und die sogar mehrere Köpfe bekommen konnte.

Dabei soll das U-Boot eine ganze Anzahl  verschiedener unbemannter Flugzeuge gleichzeitig transportieren können. Dazu werden die Flugzeuge einzeln in verschiedene Transportbehälter verpackt, die dann in das Unterwasserfahrzeug verladen werden. Ähnlich verfahren wird mit kleinen U-Booten und Unterwasser-Fahrzeugen, die sich auf dem Meeresboden fortbewegen sollen.

Hydra ermöglicht mobile Marinebasen

Das Hydra-System dient zwar vorrangig militärischen Zwecken, soll aber auch bei Katastrophen eingesetzt werden können. Das US-Verteidigungsministerium sieht in Hydra mobile Marinebasen, die weltweit eingesetzt werden können, um beispielsweise die wachsende Piraterie auf den Weltmeeren einzudämmen.

Zudem unterstützen die Drohnen auch militärische Einsätze, bei denen Menschen zu stark gefährdet sind. Hydra soll in der Lage sein, gleichzeitig verschiedenste Aufklärungs- und Waffensysteme in die Zielgebiete zu befördern und dort ferngesteuert einzusetzen. 

Drohnen und Fahrzeuge starten selbstständig

Ist das Hydra-U-Boot im Zielgebiet eingetroffen, werden die Transportboxen mit den Drohnen ins Wasser gestoßen. An der Wasseroberfläche öffnen sich die Behälter und geben beispielsweise die Flugzeuge frei, die automatisiert starten. Die DARPA geht davon aus, dass für das Hydra-Programm keine neuen, sondern vorhandene Flugkörper genutzt werden können.

Das US-Militär will die Drohnen nutzen, um das Meer im Zielgebiet zu beobachten, Signale von Minensuchbojen aufzufangen und den örtlichen Sprechfunk etwa von Piraten oder militärischen Gegnern abzuhören. Die kleinen Unterseeboote sollen gegnerische Fahrzeuge und Minen aufspüren sowie Minensuchbojen absetzen. Die Fahrzeuge für den Meeresgrund sollen nach verdächtigen Installationen suchen und Küstenbefestigungen ausspähen.

Anzeige
Von Peter Odrich
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden