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05.11.2014, 11:20 Uhr | 0 |

Einchecken per Smartphone Quantum of the Seas ist weltweit erstes Smartship

Das in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff Quantum of the Seas ist das erste Smartship, bei dem fast alles online geregelt wird – vom Einchecken über die Terminierung einer Massage bis hin zum Abendessen. Auch das Freizeitangebot ist außergewöhnlich. Es gibt eine Aussichtsgondel, einen Autoscooter und eine Bar, in der ein Roboter die Drinks mixt. 

Die Quantum of the Seas
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Am 14. November ist die Taufe der Quantum of the Seas. Eine Woche später brechen die ersten Passagiere Richtung Bahamas auf. 

Foto: Royal Carribean

Mit dem Begriff Smartship bewirbt die amerikanische Reederei Royal Caribbean International das 348 Meter lange und 41 Meter breite Schiff. Und das heißt: schnelles Breitband-Internet während der gesamten Fahrt, also auch auf hoher See.

Boarding per App dauert nur noch zehn Minuten

Für die maximal 4180 Passagiere sollen die Annehmlichkeiten schon vor dem Einchecken losgehen. Alles geschieht online, sodass das Boarding nur noch zehn Minuten dauern soll, ohne Warteschlange oder die Notwendigkeit Formulare auszufüllen. Mit der entsprechenden App kann der Passagier auch den Aufenthaltsort seiner Gepäckstücke verfolgen, die mit einem Funketikett versehen werden. 

Die Fahrt ist das Ziel, so könnte das Motto des neuen Luxusliners Quantum of the Seas heißen. Für den 14. November ist die Taufe des Kreuzfahrtriesen in New York geplant. Die Quantum of the Seas wurde auf der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg gebaut und ist das größte je in Deutschland gebauten Schiffes. Nach der Probefahrt musste das Schiff vor kurzem noch zurück ins Trockendeck nach Hamburg

Wenn dann eine gute Woche später die ersten Gäste Richtung Bahamas aufbrechen, werden sie genug damit zu tun haben, die Attraktionen an Bord zu erleben. Der Blick aufs Meer oder ein Landausflug könnte zur Nebensache werden.

An der Bionic Bar mischt der Roboter die Getränke

Der Passagier, der gerade in der Kabine angekommen ist und die Aussicht genießt – in einer Innenkabine ist der Ausblick virtuell –, kann direkt online weitermachen. Über das Tablet oder den Computer will der Aufenthalt an Bord geplant sein: der nächste Landgang mit Ausflug, ein Termin für die Wellness-Behandlung oder die Reservierung für das Abendessen. Vielleicht steht aber auch zunächst ein Cocktail an der Bionic Bar an, wo flinke Roboterhände hinter dem Tresen das gewünschte Getränk mischen, das der Gast auf einem Bildschirm ausgewählt hat.

Wie inzwischen bei vielen Kreuzfahrtschiffen üblich, gibt es auch in der Quantum of the Seas kein riesiges Hauptrestaurant mehr, sondern etliche kleinere Restaurants, Bistros und Cafés ohne feste Sitzplatzzuweisung. Fünf Restaurants mit Bedienung und unterschiedlicher kulinarischer Ausrichtung sind im Reisepreis inbegriffen. Wer darüber hinaus etwas Spezielles möchte, etwa bei Starkoch Jamie Oliver zu speisen, muss extra zahlen. 

Im senkrechten Windkanal in die Höhe schweben

Auch bei der Unterhaltung an Bord ist die Qual der Wahl das Thema. Da gibt es 270-Grad-Ausblicke auf digitale Landschaften, Tanz- und Showabende, Themenpartys oder das Musical Mamma Mia. Wer es aktiver mag, lässt sich in einer Glaskapsel auf 90 Meter Höhe über das Schiff hieven oder geht zum Multifunktionsraum mit Autoscooter, Basketball und Zirkusschule.

Sogar einen simulierten Fallschirmsprung dürfen solche, die sich trauen, wagen. Ripcord nennt sich der Spaß, der den wagemutigen Springer in einen senkrechten Windkanal schickt. 

Kleinste Wasserblasen sollen Widerstand verringern

Wenn die Quantum of the Seas dann mit 22 Knoten, das sind etwa 40 Kilometer pro Stunde, unterwegs ist, sollen neue Umwelttechnologien die Energieeffizienz des Riesenschiffes verbessern. Es kommt ein System zum Einsatz, das am Bug kleinste Blasen produziert, wodurch der Widerstand verringert und der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden soll. 

Außerdem wurde ein sogenannter Scrubber eingebaut, der die Schwefelemissionen bei der Verbrennung des Treibstoffes reduziert. Seitdem die Vorschriften zum zulässigen Schwefelgehalt in den Brennstoffen verschärft worden sind, experimentieren einige Reeder mit diesen Einbauten zur Entschwefelung, um dieselben Werte wie beim Einsatz der teuren schwefelreduzierten Brennstoffe zu erreichen.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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