23.09.2014, 14:29 Uhr | 0 |

Größtes deutsches Kreuzfahrtschiff Luxusliner Quantum of the Seas dümpelt über aufgestaute Ems

Die Überführung des größten in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffes in Richtung Nordsee dauert länger als erwartet. Der 348 Meter lange und 41 Meter breite Luxusliner bewegt sich nur im Schritttempo auf der aufgestauten Ems. Die Jungfernfahrt der Quantum of the Seas ist für November geplant.

Kreuzfahrtschiff Quantum of the Seas passiert die Ems
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Der Kreuzfahrtschiff-Neubau der Meyer-Werft Quantum of the Seas passiert am 22. September 2014 eine besonders enge Stelle gleich hinter der Ortschaft Weener (Niedersachsen). Das mit einer Länge von 348 und einer Breite von 41 Metern weltweit drittgrößte Passagierschiff wird zur Zeit von Schleppern zentimeterweise und rückwärts vom emsländischen Papenburg auf der schmalen Ems in die Nordsee überführt.

Foto: dpa/Ingo Wagner

Es ist eine höchst knifflige Angelegenheit, wenn das bislang größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff und weltweit drittgrößtes seinen Weg in die offene See finden soll. Bereits gleich zu Beginn hatte sich die Überführung der Quantum of the seas über die aufgestaute Ems zur Nordsee verzögert. Jetzt geht es aber noch langsamer vorwärts als geplant, denn die Lotsen wollen bei dem riskanten Manöver kein Risiko eingehen. Mit 0,9 Kilometer pro Stunde schiebt sich das 348 Meter lange und 41 Meter breite Schiff wegen der besseren Manövrierbarkeit im Rückwärtsgang vorwärts.

Schwimmende Kleinstadt mit rund 4200 Passagieren

Am Montagnachmittag hatte die Quantum of the Seas die Dockschleuse der Meyer Werft bei Papenburg verlassen. Die Schleuse ist nur wenig breiter als das Schiff selbst. Danach wurde die Fahrt der schwimmenden Kleinstadt, auf der 4188 Passagiere Platz haben, allerdings auch nicht einfacher.

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Quantum of the Seas passiert am 22. September 2014 die Dockschleuse der Meyer-Werft im emsländischen Papenburg (Niedersachsen). Zuvor wurde für die Emspassage ein Steuerponton am Bug des Riesen montiert. Bei der Schleuse handelt es sich um die engste Stelle der schwierigen Passage über die Ems in die Nordsee. 

Foto: dpa/Ingo Wagner

Auf den ersten zehn der insgesamt 40 Kilometer lagen gleich mehrere Brücken, die das Schiff passieren musste, zum Teil mit nur wenigen Metern Platz zum Ufer an beiden Seiten. Damit die Quantum mit ihren 8,5 Metern Tiefgang die Ems überhaupt befahren kann, wurde diese aufgestaut. Eine Klage von Naturschutzverbänden, die befürchteten, die Stauung könnte negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben, war im Sommer abgewiesen worden.

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Der neueste und bisher größte Kreuzfahrtschiff-Neubau Quantum of the Seas der Meyer-Werft in Papenburg (Niedersachsen) verlässt am 13. September 2014 das Baudock.

Foto: dpa/Ingo Wagner

Jetzt muss der Luxusliner noch das Ems-Sperrwerk bei Gandersum passieren, bevor das Schiff dann bei Emden gedreht wird und zum niederländischen Nordseehafen Eemshaven weiterfährt. Dort soll die Quantum nach einer kurzen Testfahrt anlegen. Seinen Heimathafen wird das Schiff schließlich in New York haben, denn Auftraggeber ist die amerikanische Reederei Royal Caribbean International. Mit einer Bruttoraumzahl – die im Gegensatz zu der alten Größenangabe Bruttoregistertonne den gesamten umbauten Raum misst – von 167.800 ist die Quantum das größte Passagierschiff, das bisher in Deutschland gebaut wurde.

Schnelles Internet auf hoher See

Den über 4000 Passagieren stehen auf 18 Decks einiges an Unterhaltung, Spezialitätenrestaurants und 2100 Kabinen zur Verfügung. Da gibt es einen Fallschirmsprung-Simulator sowie den bisher größten überdachten Sport- und Unterhaltungskomplex auf See mit Autoscooter und Roller-Skating. In einer Glaskapsel, die von einem Greifarm bewegt wird, können sich Mutige 90 Meter über dem Meeresspiegel hieven lassen.

Eine Attraktion soll der mehrstöckige gläserne Raum Two70 im Heck des Schiffes werden. Tagsüber lässt sich von hier aus ein 270-Grad-Panoramablick genießen, abends werden Shows und Videoprojektionen geboten. Damit die Passagiere auch auf hoher See nicht auf ihre Verbindung zum Rest der Welt verzichten müssen, ist schnelles Internet verfügbar. Die soll ebenfalls beim Einchecken hilfreich sein, denn die Reederei wirbt mit einem Check-in, der nicht länger als zehn Minuten vom Pier auf das Schiff dauert, wobei sich über das Smartphone in Echtzeit verfolgen lässt, wo sich gerade das Gepäck befindet.

Während die Quantum of the Seas überführt wird, entstehen in der Meyer Werft schon die beiden Schwesterschiffe. Die Anthem of the Seas soll im Frühjahr 2015 fertig werden, mit dem Bau der Ovation of the Seas wurde letzte Woche begonnen.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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