30.12.2016, 08:12 Uhr | 0 |

Test im Manöver Jetzt lernen auch schon Militärroboter das Teamwork

Militärroboter, die zusammen arbeiten und gemeinsam im Einsatz sind? Solche Szenarien werden längst erprobt. Die britischen Streitkräfte haben das bereits in einem Manöver auf See getan: Ein autonom fahrendes Schiff wurde von Drohnen mit Informationen versorgt – und soll künftig entscheiden, was zu tun ist.

Das Boot sah unscheinbar aus, das da im Meer vor der westschottischen Küste unterwegs war. Und doch war das Schiffchen voller Technik des Rüstungsunternehmen Atlas Elektronik einer der Hauptakteure des vom britischen Admiral George Zambelas entwickelten Manövers „Unmanned Warrior 2016“ der britischen Streitkräfte.

Eines der Hauptziele des Einsatzes hatte den Titel „Joint Warrior 16-2“ und dabei die Aufgabe zu erproben, wie unbemannte, autonom handelnde Wasserfahrzeuge und andere Roboter ein Küsten- und Seegebiet selbstständig überwachen können. Dabei arbeiten verschiedene unbemannte Wasserfahrzeuge zusammen, die ihre jeweiligen Informationen an das erwähnte Boot übermitteln.

Autonome Boote solle feindliche Objekte aufspüren

Dort werden die Informationen verarbeitet, um zu entscheiden, ob das Boot beispielsweise feindliche Objekte bekämpfen soll. Der stellvertretende Stabschef der Marine, Admiral Paul Bennett, erläutert dazu: „Am wichtigsten ist, wie wir das Vorhandene nutzen. Davon, wie wir alles einsetzen, hängt ab, wie sich die Kriegsführung weiter entwickelt.“

 

Bei dem Manöver im Oktober 2016 entlang der westschottischen Küste setzte die britische Marine verschiedene Schiffe, Drohnen und Unterwasserfahrzeuge ein, die allesamt unbemannt waren. Bennett fasst das Ergebnis knapp zusammen: „Worum es wirklich geht: Wie schnell und in welchem Maße lernen wir, mit der Technik umzugehen.“

Auch das amerikanische Militär arbeitet bereits intensiv an autonom agierenden Systemen. Erst im vergangenen August hat die US Armee in den USA Kampfroboter in einem gemeinsamen Einsatz mit Soldaten erprobt.

Aufklärung durch Drohnen im südchinesischen Meer

Und im streng geheim gehaltenen LDUUV-Programm der Amerikaner werden Unterwasserdrohnen zur Aufklärung im südchinesischen Meer eingesetzt.

Besonders spektakulär ist die Idee, autonome U-Boote als mobile Marinestützpunkte zu nutzen, um Drohnen und autonome Unterwasserfahrzeuge zu Einsätzen weltweit zu bringen.

Sea Hunter ist autonomes Kriegsschiff der US Marine

Seit April 2016 verfügt die amerikanische Marine zudem über das Kriegsschiff Sea Hunter, dessen Aufgabe es ist, feindliche Unterseeboote zu jagen.

Das 40 Meter lange Schiff kann ohne Besatzung und ohne Überwachung von Land aus bis zu drei Monaten auf See bleiben und seiner Aufgabe nachgehen.

Der Prototyp ist dabei noch nicht bewaffnet und testet derzeit seine Navigationssoftware auf hoher See. Um auf die Dauer aber wirklich Unterseeboote aufspüren zu können, hält Sea Hunter laufend Kontakt zu Aufklärungsdrohnen. Das Ziel für die Zukunft: die Bekämpfung feindlicher U-Boote.

Und hier lernen Sie die sieben beeindruckendsten Einsatzgeräte für US-Soldaten kennen.

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Von Peter Odrich & Axel Mörer-Funk
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