01.12.2014, 08:33 Uhr | 0 |

Wehrtechnik-Gruppe DCNS Im Meer zeichnet sich ein Drohnen-Zeitalter ab

Wenn von Drohnen die Rede ist, denken die allermeisten an unbemannte Flugkörper. Drohnen gibt es aber auch im Meer. Einer der großen Anbieter, die französische Wehrtechnik-Gruppe DCNS in Paris, geht sogar davon aus, dass sich derzeit unverkennbar ein Drohnen-Zeitalter im Meer abzeichnet. 

Meeresdrohne von DCNS wird getestet
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Eine vom französischen Industriekonzern DCNS produzierte Meeresdrohne wird getestet. DCNS ist auf Kriegsmarine spezialisiert. 

Foto: DCNS

Die maritimen Drohnen sind relativ schwer und groß. DCNS nennt als Standard-Abmessung eine Länge von sechs Metern und ein Gewicht von nahezu zwei Tonnen – ein Vielfaches gängiger fliegender Drohnen. Ähnlich sind hingegen die Einsatzziele: Sie sollen dort fliegen oder tauchen, wo es für Menschen an Bord besonders gefährlich ist.

Drohnen als Informanten

Um in Küstennähe oder in flachen Gewässern Informationen einzuholen, müssen sich bemannte Unterseeboote in für sie besonders gefährliche Gewässer vorwagen. Je flacher diese Gewässer sind, desto größer wird das Risiko, dass das U-Boot auf ein Hindernis, etwa einen Felsen oder eine Sandbank, aufläuft und sich nicht selbst befreien kann.

Die Schweden schlagen sich seit langem mit russischen Spionage-Unterseebooten herum. Und die Russen haben bei ihren Tests in schwedischen Küstengewässern immer wieder Pech und werden entdeckt.

Die im Vergleich zu einem Unterseeboot ungleich kleineren Unterwasser-Drohnen aber können sich sogar in derart flache Gewässer vorwagen, denen U-Boote von vorneherein fernbleiben müssen. Und geht einmal eine solche Drohne verloren, so kommen keine Menschen zu Tode und der materielle Schaden beträgt nur einen Bruchteil der Kosten eines U-Boots.

Videoquelle: DCNS Group

Der potenzielle Gegner weiß heute sehr genau, wann seine Anlagen in den Aufklärungsbereich von Satelliten kommen. Also wird während der entsprechenden Zeit nichts unternommen, das auffällig wäre. Fliegende Fernaufklärer sind per Radar meist schon auf weite Entfernung auszumachen.

Außerdem sind diese bemannten Flugzeuge wiederum so teuer, dass keine militärische Führung ein Risiko eingehen will – und das bedeutet, dass sie nur in größerer Entfernung vom Zielgebiet fliegen. Die Drohne unter der Wasseroberfläche, die sich lautlos und zumindest während der Nacht gänzlich unsichtbar bewegt, hat daher für die Militärs ganz erheblichen Reiz.

Reichweite der Meeresdrohnen ist eng begrenzt

Während das amerikanische Verteidigungsministerium erst seit kurzem Drohnen mit Flugzeugträgern in die Nähe ihres Tätigkeitsraumes bringt und nach getaner Arbeit auch wieder abholt, ist ein solches Verfahren bei tauchenden, elektrisch angetriebenen Drohnen schon um einiges weiter entwickelt. Das Mutterschiff ist dabei ein Unterseeboot, das die Meeresdrohne in ihr Zielgebiet fährt, dort absetzt und später wieder an Bord nimmt.

Die Meeresdrohne kann die Beobachtungen ihrer Sensoren und/oder Kameras entweder zunächst speichern oder auch sofort an das U-Boot-Mutterschiff übermitteln. Welche dieser beiden Methoden im Einzelfall genutzt wird, hängt von der Bewertung des damit verbundenen Erkennungsrisikos durch den Gegner ab.

Schwierige Unterbringung an Bord

Bedingt durch Abmessungen und Gewicht ist es in der Regel nicht möglich, die Meeresdrohne im Unterseeboot selbst unterzubringen. Stattdessen verfügt das U-Boot an der Seite über eine Art Garage, in der die Meeresdrohne transportiert werden kann. Diese seitliche Unterbringung ist allerdings alles andere als einfach, weil sie die sogenannte Hydrodynamik des U-Boot stark verändern kann. Außerdem darf sich die Akustik des getauchten Bootes nicht verändern. Sonst würde der Gegner umgehend auf die Drohnen-Gefahr aufmerksam. 

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Von Peter Odrich
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