09.09.2015, 11:30 Uhr | 0 |

City of Mérines Gigantische schwimmende Stadt für Meeresforscher

Welche Geheimnisse verbergen sich in den Tiefen des Ozeans? Das beschäftigt den französischen Architekten Jacques Rougerie. Er hat deswegen eine gigantische schwimmende Stadt für Meeresforscher erfunden. City of Mérines ist ziemlich aufregend. 

City of Mérines
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City of Mérines: Die schwimmende Stadt ist 900 m lang und 500 m breit. Sie ragt 120 m ins Wasser. 

Foto: Jacques Rougerie Foundation

Der französische Architekt Jacques Rougerie hat sich für seine Idee der City of Mérines an der Stromlinienform eines Rochens angelehnt, um der Stadt auf dem offenen Meer optimale Stabilität zu gewähren. Mit 900 m Länge und 500 m Breite ist die City of Mériens ein gigantisches Ungetüm. Rougerie will mit diesem Projekt eine schwimmende Universitäts- und Forschungsstadt schaffen. Das Schiff bietet in den Flügeln und im Rumpf Platz für etwa 7000 Menschen, die sich alle der Meeresforschung verschrieben haben.

Rougerie geht es um die Erforschung der Weltmeere. Denn speziell die Tiefsee ab einer Wassertiefe von 800 m und ihre biologische Vielfalt sind noch weitestgehend unerforscht. Der Anteil der Tiefsee am gesamten Ozean beträgt mehr als 70 %. Trotzdem ist über die Tiefsee weniger bekannt als über die Oberfläche des Mondes. Das gilt es zu ändern. Wenn die City of Mérines Wirklichkeit wird, dann besteht eine realistische Chance, das Verständnis für die Ozeane und speziell der Tiefsee auszubauen.

Energieautark dank drei verschiedener Energiequellen

Die schwimmende Universitäts- und Forschungsstadt soll völlig energieautark und umweltneutral sein. Rougierie setzt dabei auf gleich drei unabhängige Energiequellen: In der Außenhaut des Mantarochens sind kleine Windkraftanlagen vorgesehen. Zusätzlich werden am Oberdeck auch Solarzellen Sonnenstrom ernten. Im Wasser plant der Architekt Turbinen.

Mit diesem Mix wird die City of Mérines voraussichtlich genug Energie erzeugen können, um den Bedarf an Bord zu decken.

Gewächshäuser in den Enden der Rochenflügel liefern Nahrungsmittel

In den Enden der Rochenflügel sollen in Gewächshäusern und Hydrokulturgärten Obst und Gemüse gezüchtet werden. Das soll es ermöglichen, die Bewohner der City of Mérines von einer Festlandversorgung mit Nahrungsmitteln unabhängig zu machen. Im Innern der schwimmenden Universitäts- und Forschungsstadt sollen genügend Labore und Unterrichtungsräume, Observationseinrichtungen, Wohnraum und Sport- und Freizeitanlagen entstehen. Platz ist nicht das Problem: Die gigantische Stadt ragt bis zu 120 m in die Tiefe des Ozeans.

Begünstigt durch die Mantarochenform ist in der Mitte der City of Mérines eine künstliche Lagune angelegt. Diese ist unter anderem dazu gedacht, andere und wesentlich kleinere Forschungsschiffe oder auch Boote und Tiefseetauchroboter aufzunehmen. Zusätzlich sollen um die schwimmende Stadt herum Sensoren, Testbecken und einige Sensor-Plattformen positioniert werden.

Rougerie hat auch den Sea Orbiter entworfen

Rougerie hat sich nahezu vollständig der Architektur auf und unter dem Wasser verschrieben. Aus seinem Hirn entstammte vor rund 15 Jahren auch der Plan für den Sea Orbiter. Diese kühne Konstruktion erinnert an ein Raumschiff aus dem Science-Fiction-Epos Jupiter Ascending der Wachowsky-Geschwister. Diese einzigartige Vermählung von Yacht, U-Boot und Hightech-Forschungslabor soll einmal das perfekte Werkzeug für Ozeanologen werden. Tatsächlich befindet sich der Sea Orbiter derzeit in Bau. Er soll in der City of Mériens andocken können. 

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Von Detlef Stoller
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