08.12.2015, 12:30 Uhr | 0 |

Recycling im Büro Mit dem PaperLab von Epson gegen die Papierflut

Der japanische Druckerhersteller Seiko Epson Corporation will die rasant ansteigenden Papiermassen eindämmen. Mit dem PaperLab können Unternehmen ihr bedrucktes Altpapier künftig im Haus recyclen. Die Maschine macht in ihrem Bauch aus dem Altpapier blütenweiße neue Blätter, standardmäßig in A4 oder A3. Und benötigt dafür noch nicht einmal Wasser.

Paperlab von Epson
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Die Zaubermaschine von Epson: Das PaperLab wandelt bedrucktes Papier in weißes um, ohne dafür Wasser zu benötigen. 

Foto: Epson

Seit dem Siegeszug der Digitalisierung macht immer wieder mal der Begriff vom papierlosen Büro die Runde. Das Gegenteil ist der Fall: Wurden im Jahr 1970 rund um den Globus etwa 130 Millionen t Papier produziert, so waren es 2005 schon 357 Millionen t und 2006 bereits 381 Millionen t.

Im aktuellen Jahr 2015 werden schätzungsweise 440 Millionen t Papier hergestellt. Gerade in Büros liegt es im Trend, den eben erstellten Text schnell auszudrucken, um ihn Korrektur zu lesen. Danach wandert der Ausdruck in den Korb mit dem Altpapier. Alle Bemühungen um mehr Papier-Recycling laufen daher bis jetzt ins Leere.

PaperLab schafft 14 neue Seiten pro Minute

Bis jetzt! Denn nun hat die japanische Firma Seiko Epson Corporation, einer der weltweit größten Druckerhersteller,  das PaperLab vorgestellt. Mit dieser genialen Maschine können Unternehmen ihr verbrauchtes Papier direkt im Haus selber recyceln.

Das 2,6 m lange und 1,8 m hohe und 1,2 m tiefe PaperLab schafft 14 neue Din-A-4-Seiten in der Minute. Auf einen Achtstundentag hochgerechnet produziert die Maschine bis zu 6720 neue Papierseiten. Das und auch das Ausmaß der Maschine deuten darauf hin, dass Epson auf größere Unternehmen als Abnehmer abzielt.

Sensible Informationen bleiben sicher im Unternehmen

Gerade in größeren Unternehmen ist es heute gängige Praxis, das bedruckte Altpapier zunächst zu schreddern oder bei einer seriösen Firma schreddern zu lassen. Denn das Risiko ist viel zu groß, dass mit dem Altpapier sensible Informationen aus dem Unternehmen heraus gelangen.

ARCHIV - Auf einem Lagerplatz im brandenburgischen Schwedt (Uckermark) liegen gepresste Altpapierblöcke, aufgenommen am 02.07.2009. Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa:" Foodwatch fordert Schutz vor Mineralöl-Spuren in Lebensmitteln " vom 27.10.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Trotz Digitalisierung: Es gibt immer mehr Altpapier. Mit dem PaperLab von Epson entfällt zumindest der Transport. 

Foto: Patrick Pleul/dpa

Erst dann tritt das Material seine Reise zu einem Papier-Recycling-Unternehmen an. Dieser Aufwand und der dadurch entstehende Spritverbrauch und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen und Abgase entfallen mit der Anschaffung des PaperLabs.

Maschine kommt ohne Wasser aus

Im ersten Schritt zerkleinert die Maschine das hineingegebene Altpapier in lange dünne Papierfasern. So ist die auf dem Papier gedruckte Information sicher zerstört. Der Clou: Das PaperLab kommt völlig ohne Wasser aus, um neues reinweißes Papier aus dem alten Papier herzustellen.

Stattdessen verwendet Seiko Epson für diese Dry Fiber Technology, also trockene Faser-Technologie, spezielle unterschiedliche Bindemittel, welche die Papierfasern binden. Heraus kommt weißes Papier im A4 oder A3-Format. Der Benutzer der Maschine kann sich vom PaperLab aber auch andere Formate herstellen lassen, zum Beispiel für Visitenkarten. Auch die Papierstärke ist einstellbar.

Selbst duftende Blätter spuckt das PaperLab auf Wunsch aus

Laut Seiko Epson schadet es nicht, wenn im Altpapier auch farbige Blätter enthalten sind, weil Chemikalien im PaperLab die Farben aus den Fasern entfernen. Es stehen dem Benutzer der Maschine auch Farbpigmente zur Verfügung, mit deren Hilfe sich farbiges Papier herstellen lässt. Selbst duftende Papierbögen kann das PaperLab ausspucken.

Videoquelle: Epson

Auf den Markt kommt das Produkt 2016. Allerdings vorerst nur in Japan. Auch einen Verkaufspreis nennt das Unternehmen noch nicht. Aber soviel dürfte feststehen: zum Schnäppchenpreis wird es das PaperLab wohl nicht geben.

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Von Detlef Stoller
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