12.07.2017, 13:58 Uhr | 0 |

Mediennutzung in Deutschland Und täglich grüßt das Fernsehtier

Die Deutschen lieben ihren Fernseher. Und gerade die jüngere Generation ist bereit, für die smarte Variante und dessen Anwendungen zu bezahlen. Wir präsentieren aktuelle Zahlen zur Mediennutzung in Deutschland.

Miss IFA TV
Á

Fernseher mit smarten Funktionen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs, wie eine Marktanalyse im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin zeigt.

Foto: Messe Berlin

Wie die Deutschen Medien nutzen, welche Verbreitungskanäle sie bevorzugen und welchen Anwendungen sie vertrauen, folgt einer sehr langfristigen Tendenz. Und doch hat sich vor allem im Umgang mit ihnen laut der aktuellen Umfrage der gfu Consumer & Home Electronics GmbH einiges getan.

Das Smartphone entzweit die Generationen

Das Internet scheint den herkömmlichen Medien schon lange den Rang abgelaufen zu haben, Instagram und Netflix präsentieren sich als die Portale der Zukunft. Und tatsächlich schließt der Computer in der diesjährigen Erhebung zum allerersten Mal zum Fernseher auf, dem langjährigen Lieblingsmedium der Deutschen. Auf Rang drei der beliebtesten Technikprodukte deutscher Haushalte steht das Smartphone, das immerhin 83% aller Deutschen nutzt.

Aber nicht jeder nutzt es auf dieselbe Art. Die Jüngeren rufen auf ihrem Smartphone etwa Soziale Medien häufiger auf als die Älteren. Sie lesen auch mehr Nachrichten und Artikel und kaufen häufiger Waren und Dienstleistungen darüber ein als die ältere Generation.

Der Fernseher kommt nicht aus der Mode

Auch wenn er seinen Spitzenplatz knapp verloren hat, der Fernseher bleibt der Deutschen Liebling. 42% der Befragten besitzen einen Smart TV (die Hälfte nutzt die Smart-Funktionen sogar), jeder Zehnte möchte sich dieses Jahr ein neues Gerät zulegen. Allerdings liegt der Durchschnittspreis verkaufter TV-Geräte derzeit bei 600 Euro, die Produkte, die die Branche auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorstellen wird, werden alle weit darüber angesiedelt sein. Und auch die Bereitschaft der Deutschen, mehr Geld für einen guten Fernseher auszugeben, übersteigt das tatsächliche Kaufpreisniveau deutlich.

Zwischen dem Wunsch nach einem Fernseher mit guter UHD-Bildauflösung sowie größtmöglicher Bildschirmdiagonale und den durchschnittlichen Wohnungsgrößen sowie finanziellen Möglichkeiten klafft offenbar eine größere Lücke.

Jüngere würden eher für Fernsehinhalte zahlen

Smart-TV-Geräte geben den Nutzern Freiheiten. Wer eine ganze Sendung sehen möchte, muss deshalb nicht um 20:15 Uhr vor dem Fernseher erscheinen. Nahezu 60% der 16- bis 39-Jährigen sagen, dass sie mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen, seit sie ihre Sendungen unabhängig von Programmzeiten wählen können. „Besonders interessant ist, dass sich mit der Nutzung der smarten Funktionen die Herkunft der Programminhalte deutlich in Richtung amerikanischer Anbieter verschiebt“, analysiert Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu.

Für die Anbieter dürfte aber etwas ganz anderes interessant sein: Ebenfalls 60% der jüngeren Nutzer sind nämlich bereit, für diese neue Flexibilität Geld auszugeben. Anders sieht das bei den Menschen 60+ aus, bei denen nur jeder Sechste Geld für Programminhalte ausgeben würde.

Die Jüngeren sehen Smart Home und Streaming eher positiv

Bei den beliebtesten Produkten – PC, TV und Smartphone – sind sich die Deutschen egal ob alt oder jung weitgehend einig. Differenzierter werden die Ansichten, wenn es um Spiele-Konsolen, Audio-Steamingdienste und Smart-Home-Anwendungen geht. Während die Hälfte der 16- bis 39-Jährigen Spiele-Konsolen nutzen, tun dies nur 7% der über 60-Jährigen. Große Unterschiede gibt es auch bei der Streamingnutzung (22% zu 4%) und bei der Smart-Home-Ausstattung (14% zu 3%).

Und wie steht es um Hype-Produkte wie Virtual-Reality-Brillen oder Kleinelektrogeräten für die Küche? Virtual Reality interessiert nur 15% der Befragten, mehr noch, nämlich 18% kennen den Begriff gar nicht. Kochen dagegen bleibt ein absolutes Trendthema.

Anzeige
Von Lisa Schneider
Zur StartseiteZur Startseite
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden