19.12.2014, 14:03 Uhr | 0 |

Cecimo fordert Entschädigungen Werkzeugmaschinenbauer fürchten drastische Einbußen durch Russland-Sanktionen

Den Verlust von Aufträgen im Wert von fast einer Milliarde Euro befürchtet der Europäische Werkzeugmaschinenverband Cecimo als Folge der EU-Sanktionen gegen Russland. Und fordert nun finanzielle Entschädigungen von der Politik. 

Maschinenbau
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Der Europäische Werkzeugmaschinenverband Cecimo warnt: Durch die EU-Sanktionen gegen Russland könnten Aufträge im Wert von fast einer Milliarde Euro verloren gehen.

Foto: DMG Mori Seiki AG/dpa

„Cecimo-Länder exportierten im Jahre 2013 für fast 900 Millionen Euro Werkzeugmaschinen nach Russland – dieses Volumen ist jetzt konkret gefährdet“, sagte Frank Brinken, Vorsitzender des Cecimo-Wirtschaftsausschusses, in den VDI nachrichten.

Konkurrenten in Asien profitieren von Sankionen

Der Cecimo sei zwar nicht grundsätzlich gegen Sanktionen gegen Russland, allerdings habe ein Exportverbot für Werkzeugmaschinen keine Wirkung. „Die EU-Behörden haben vollkommen vergessen, dass es in der Welt Industriestaaten gibt, die ebenfalls den russischen Bedarf für Werkzeugmaschinen decken können.“Von den Sanktionen würden „ganz klar unsere Konkurrenten in Japan, Korea und in Taiwan“ profitieren, so Brinken. Diese seien in der Lage, ein „ebenbürtiges Niveau an Produktionstechnologie und Präzision zu liefern“. Brinken: „In diesen Ländern geben sich seit August russische Delegationen im Wochenrhythmus die Klinke in die Hand.“

Stärkste Einbußen haben deutsche Werkzeugmaschinenbauer

Die stärksten Einbußen hätten deutsche Hersteller von Werkzeugmaschinen. „Der größte Exporteur von Werkzeugmaschinen nach Russland ist Deutschland mit einem Volumen in Höhe von 316 Millionen Euro im Jahr 2013. Hier sind es vor allem Firmen in den neuen Bundesländern, deren Exportanteil nach Russland 30 bis 40 % beträgt.“

Die Politik sei nun gefordert, eine Schieflage dieser Unternehmen zu verhindern. „Ich hoffe, dass die Werkzeugmaschinenindustrie ebenso wie der Agrarsektor für die kurzfristigen Umsatzverluste entschädigt wird. Klar ist, dass die Sanktionen ein etwaiges Wachstum 2015 dämpfen werden.“

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Von Axel Mörer-Funk
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