02.11.2015, 11:46 Uhr | 0 |

2017 in Serie Laundroid kann Wäsche falten – allerdings sehr langsam

Eine Waschmaschine, die nicht nur wäscht und trocknet, sondern im Anschluss auch noch die Kleidungsstücke ordentlich faltet? Gibt’s nicht! Stimmt. Geht nicht? Falsch! Laundroid von Panasonic will genau dieses Kunststück schaffen. Ein Prototyp hatte auf der japanischen Technikmesse Ceatec Premiere. 

Faltmaschine Laundroid
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Eine Mitarbeiterin der Seven Dreamers Laboratories legt ein T-Shirt in die Faltmaschine Laundroid. Fünf Minuten braucht die Maschine, um das Textil automatisch zu falten.

Foto: Seven Dreamers Laboratories

Wäsche waschen und trocknen geht ja mit Hilfe von Waschmaschine und Trockner schnell. Doch das lästige Falten nimmt dann ziemlich viel Zeit in Anspruch. Etwa ein Jahr unseres Lebens verwenden wir damit, um unsere Kleidung zu falten, meint die japanische Forschungsgruppe Seven Dreamers. Dieses Jahr wollen nun japanische Ingenieure zurückgewinnen – mit einem Faltautomaten.

Seven Dreamers Laboratories hat gemeinsam mit Panasonic und Daiwa House zehn Jahre lang an der Entwicklung der neuen Faltmaschine gearbeitet. Nun haben sie Laundroid auf der japanischen Elektronikmesse Ceatec vorgestellt.

Laundroid = Wäsche + Roboter

Mit einer herkömmlichen Waschmaschine hat Laundroid jedoch nicht mehr viel gemeinsam. Laundroid – was so viel wie Wäsche (Laundry) und Roboter (Android) bedeutet – sieht eher aus wie ein Wandschrank oder wie ein überdimensionaler Kühlschrank. Doch dahinter verbirgt sich ein Roboter, der die gewaschenen Kleidungsstücke automatisch faltet. Nur die Wäsche in den Schrank räumen, dass müssen Mann und Frau noch selber tun.

Die Wäschestücke werden einfach in den Apparat geworfen – nach etwa fünf bis zehn Minuten kann das Kleidungsstück gefaltet wieder herausgenommen werden. So lange dauert es derzeit noch, bis Laundroid das Kleidungsstück analysiert und entsprechend gefaltet hat.

Wie der Faltvorgang im Inneren der Maschine aussieht, zeigte der Hersteller bei der Präsentation auf der Ceatec nicht. Auf dem vorgeführten Video kann man jedoch erkennen, dass es sich um eine Kombination aus präziser Bilderkennung und einer mechanischen Apparatur handelt. So wird nach Anweisung der Software die Wäsche entsprechend gefaltet.

Bequemlichkeit als Motor für technische Entwicklungen

„Ich würde immer einen faulen Menschen einstellen, um einen schwierigen Job zu machen – denn er wird mit Sicherheit einen Weg finden, um ihn auf einfache Art zu erledigen“, soll Microsoft-Gründer Bill Gates einmal gesagt haben. Schon öfter brachte Faulheit Menschen dazu, eine neue Technik zu entwickeln.

Ganz zufrieden sind die Entwickler mit dem Ergebnis jedoch noch nicht. Das Falten dauert noch viel zu lange, um die Maschine in der Praxis einzusetzen. Doch offenbar sind die Ingenieure optimistisch, das Problem zu lösen. Denn schon 2017 soll ein Serienmodell der Faltmaschine auf den Markt kommen. Zielgruppe sind im ersten Schritt Einrichtungen mit hohem Wäscheaufkommen wie Krankenhäuser.

Eine Version für den normalen Haushalt ist für 2020 in Planung. Vorbestellungen sollen mit Beginn des Geschäftsjahres im April 2016 möglich sein.

Doch mit einer reinen Faltmaschine geben sich die Ingenieure noch nicht zufrieden: Nächstes Ziel ist eine Maschine, die alle Arbeitsgänge schafft: waschen, trocknen und falten.

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Von Petra Funk
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