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11.07.2016, 07:26 Uhr | 0 |

Smart Fences Bald schirmt unsichtbarer Zaun Arizona von Mexiko ab

Ein israelisches Unternehmen hat den Auftrag zum Bau eines unsichtbaren Zauns erhalten, der künftig Arizona von Mexiko abschirmen soll. Dieser Grenzschutz ist ungleich billiger und schneller einzurichten als eine hohe Mauer oder ein metallener Zaun. Wie das funktioniert, lesen Sie hier.

Ausgebranntes Auto in Mexiko
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Ausgebranntes Auto in Mexiko: Der amerikanische Bundesstaat Arizona will sich künftig mit einem smarten Zaun vom südlichen Nachbarland Mexiko abschirmen und hat dafür dem israelischen Unternehmen Elbit den Auftrag zum Bau erteilt. 

 

Foto: Mario Arturo Martinez/dpa

Befestigte Abtrennungen zwischen Staaten gibt es schon seit sehr langer Zeit. Meistens wurden hohe Mauern oder auch Zäune zum Schutz vor unerwünschter Zuwanderung geschaffen. All das hat aber langfristig nicht zum Erfolg geführt. Nun versuchen es Israelis und Amerikaner mit einem unsichtbaren, elektronischen Zaun.

Die so genannten Smart Fences sind Grenzsicherungsanlagen, die anstelle von Mauern oder herkömmlichen Zäunen über eine Vielfalt von Videokameras, Radaranlagen, Infrarotkameras und Sensoren verfügen. Alle diese Einrichtungen sind GPS-verknüpft und können daher exakte bebilderte Standortmeldungen zu möglichen Eindringlingen liefern.

Smart Fences melden Auffälligkeiten in Echtzeit

An der Grenze überwachen diese Geräte den Grenzverlauf gestaffelt über einen Streifen von bis zu fünf Kilometern Breite. Dabei ist die Überwachung hochgradig automatisiert. Das bedeutet, dass im Command-and-Controll-Center das Personal den laufenden Bildeingang nicht zu überwachen braucht. Hier wird umgehend ein Alarm ausgelöst, wenn Personen oder etwas Verdächtiges innerhalb des Grenzstreifens auftauchen. So bleibt genügend Zeit in einem solchen Fall sofort bewaffnetes Grenzpersonal auf den Weg zu bringen und die Eindringlinge abzuwehren.

Joseph Gaspard, Vorstandsmitglied des israelischen Wehrtechnikunternehmens Elbit, spricht davon, "dass potentielle Ziele identifiziert werden, ehe sie überhaupt nur an die echte Grenze kommen”.

145 Millionen Dollar für etwas Unsichtbares

Der elektronische Zaun zur Abschirmung von Arizona wird von der amerikanischen Tochtergesellschaft von Elbit Systems eingerichtet. Elbit ist das größte nicht-staatliche Wehrtechnikunternehmen in Israel. Der Chef von Elbit Systems in den USA, Bezhalel Machlis, beziffert den Auftragswert der Anlage mit umgerechnet rund 130 Mio. € und betont, dass diese Investition “die Kontrolle über die Grenze ermöglicht ohne aber eine Barriere zu errichten”.

Elbit Systems berichtet über ein starkes Interesse zahlreicher Länder an dem unsichtbaren elektronischen Zaun. Die USA seien zwar der erste Käufer einer großen Anlage, aber zahlreiche europäische Länder sowie Staaten aus Asien und Südamerika verhandelten über ähnliche Projekte mit Elbit.

Israel hat eine sehr lange Abzäuntradition

Noch ehe der Staat Israel im Jahr 1948 gegründet wurde, hatten sich jüdische Siedlungen auf dem heutigen Staatsgebiet durch die verschiedensten Arten von Zäunen und Mauern von arabischen Siedlern abzuschirmen versucht. Daraus entwickelte sich eine “Abzäuntradition”, die bis heute anhält, zugleich aber seit geraumer Zeit immer stärker ins Zwielicht gerät. Auf der einen Seite ist der politische Effekt von Mauern und Zäunen häufig sehr negativ – wie schon die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer zu spüren bekam. Zum anderen aber sind Zäune und Mauern alles andere als unüberwindlich. Sie können untertunnelt, überklettert oder auch gesprengt sowie mit Gewalt durchfahren werden.

Die israelischen Abzäunungen sind im Laufe der Zeit von Zehntausenden von Menschen überwunden worden. Und selbst das bisherige “Meisterwerk” in der israelischen Zaun-Baukunst, das die Golan-Höhen gegenüber Syrien abtrennt, ist schon mehrfach von so vielen Menschen überwunden worden, das Israel schließlich in größerem Stil Waffen einsetzte, um diese Art der Zuwanderung zu stoppen. All das führte dazu, dass das Land inzwischen dem Smart Fenne klar den Vorzug gibt – eine Entwicklung, der nun auch die Amerikaner zustimmen.

Weltweit spielt aber auch der Aufbau großer Radaranlagen zunehmend eine Schlüsselrolle. Je globaler die Welt wird, umso intensiver versuchen einzelne Länder oder Staatengemeinschaften wie die EU vor allem eins: ihre Grenzen zu sichern. Und das weniger gegen militärische Übergriffe, sondern gegen Menschen- und Drogenhändler, gegen illegale Einwanderer und potenzielle Terroristen. 

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Von Peter Odrich
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