11.03.2014, 06:58 Uhr | 0 |

METAV 2014 3D-Inspektionssysteme und Industrie 4.0 sind große Themen

3D-Inspektionssysteme und Industrie 4.0 sind große Themen auf der Metav 2014. Die Fachmesse für die Werkzeugmaschinenindustrie in Düsseldorf öffnet am heutigen Dienstag ihre Pforten. Über 600 Aussteller aus 26 Ländern präsentieren neue Produkte und Dienstleistungen. 

Formel-1-Rennwagen STR9 von Toro Rosso
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Der STR9 des italienischen Formel-1-Rennstalls Toro Rosso: Das Team nutzt ein 3D-Inspektionssystem des Braunschweiger Unternehmens Aicon, um neue Bauteile mit dem Aicon-System zu digitalisieren, um Qualitätskontrollen und Produktentwicklung zu beschleunigen.

Foto: Toro Rosso

Im Glanze der Formel 1 kann sich das Braunschweiger Unternehmen Aicon sonnen. Die Ingenieure präsentieren auf der Metav einen 3D-Scanner, der auf einem Roboterarm installiert ist und längst in der schnellsten Rennserie Furore macht.

Der Scanner arbeitet mit der sogenannten miniaturisierten Projektionstechnik (MPT) und kann Messobjekte innerhalb weniger Sekunden digitalisieren – unabhängig von Größe und Komplexität der Bauform. Für die Weiterverarbeitung stellt es dann dreidimensionale Daten zur Verfügung. Zum Einsatz kommt der 3D-Scanner auch bei Toro Rosso.

Das italienische Formel-1-Team digitalisiert neue Bauteile regelmäßig mit dem Aicon-System, um Qualitätskontrollen und Produktentwicklung zu beschleunigen. Und Zeit ist in der Formel 1 bekanntermaßen besonders knapp und die Entwicklungszeiten streng begrenzt.

3D-Inspektionssystem findet auch kleinste Fehler in der Oberfläche

Das Unternehmen Octum aus Ilsfeld präsentiert auf der Metav ein 3D-Inspektionssystem. Es kann in der Produktion von Kunststoffdichtringen kleinste Oberflächenfehler wie Dellen, Poren, Schlagstellen, Pickel und Riefen mit mehreren Kameras direkt in einem 3D-Bild klassifizieren. Selbst winzige Abweichungen von 0,05 Millimetern lassen sich schnell erkennen. Eine solche Qualitätskontrolle ist besonders für Zulieferer der Automobilindustrie wichtig, die sich in Zeiten steigenden Wettbewerbsdrucks Ausfälle in der Produktqualität nicht leisten können.

Für deutsche Werkzeugmaschinenhersteller geht es wieder bergauf

Pünktlich zu Messebeginn können deutsche Hersteller nach einem durchwachsenden Jahr 2013 durchatmen. „Die Werkzeugmaschinennachfrage hat den lang erwarteten Turnaround geschafft“, erklärt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabrikanten (VDW). Im dritten Quartal 2013 stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent an. Besonders stark sei derzeit die Nachfrage nach spanenden und umformenden Werkzeugmaschinen.

2012 produzierte die Branche mit 70.900 Beschäftigten Maschinen und Dienstleistungen im Wert von 14,2 Milliarden Euro. Damit gilt sie als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Dynamik in der gesamten Industrie.

Tagung informiert über Industrie 4.0

Interessant werden dürfte auch die Tagung „Auf dem Weg zu Industrie 4.0“. Referenten verschiedener Unternehmen und Forschungseinrichtungen diskutieren am 12. März über die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Werkstücken über das Internet. Die Veranstaltung soll Orientierung geben und Entwicklungsmöglichkeiten der neuen Wertschöpfungslogik aufzeigen.

 

Ebenfalls am 12. März findet das Technologieforum „Zukunftsfähige Zerspanprozesse“ statt. Maschinen- und Werkzeughersteller berichten, wie sie sich mit neuen Produkten, Technologien und Dienstleistungen auf eine energie- und ressourcenschonende Zukunft einstellen. Sie zeigen neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge und gehen insbesondere auf die Themen „Bearbeitung schwer spanbarer Werkstoffe“ und „Bearbeitung komplexer Oberflächen und Geometrien“ ein.

Auch der potentielle Nachwuchs kommt auf der Metav nicht zu kurz. Die Sonderschau Jugend hat lange Tradition auf den Messen des VDW und informiert über Chancen in der technischen Ausbildung. Auszubildende und Studierende stehen bereit, um Fragen zu beantworten, Lehrer und Ausbilder halten Vorträge und leiten Podiumsdiskussionen. 

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Von Patrick Schroeder
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