10.09.2015, 11:51 Uhr | 0 |

Bilder von Dawn Zwergplanet Ceres: Weiße Flecken lassen Forscher rätseln

Die Raumsonde Dawn hat neue Aufnahmen des Zwergplaneten Ceres geschickt, die Forscher vor Rätsel stellen: Woher kommen die weißen Flecken im Krater Occator? Und warum sind seine Wände an manchen Stellen so instabil? 

Occator-Krater auf Ceres
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Der Occator-Krater auf Ceres gibt Forschern Rätsel auf: Bislang unerklärlich ist beispielsweise, warum der Kraterrand abwechselnd stabil und instabil zu sein scheint. 

Foto: DLR

Wenn die Kamera der Raumsonde Dawn, die um den Zwergplaneten Ceres kreist, aktuelle Aufnahmen schickt, bekommen die Wissenschaftler auch immer neue Rätsel mitgeliefert. Vor zwei Wochen fragten sich die Planetenforscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wie ein ungewöhnlicher pyramidenförmiger und 6 km hoher Berg entstanden sein könnte. Jetzt schickt Dawn aus 326 Millionen km Bilder des Kraters Occator, dessen Rand an manchen Stellen fast 2000 m steil in die Höhe ragt und unerklärliche helle Flecken zeigt.

Geheimnisvolle helle Flecken in der Kratermitte

„An manchen Stellen ist der Kraterrand fast senkrecht, an anderen Stellen ist sehr viel Material ins Innere des Kraters nachgerutscht“, sagt Planetenforscher Ralf Jaumann vom DLR. „Und diese Extremen befinden sich unmittelbar nebeneinander.“ Warum Occators Kraterrand mal stabil und mal sehr instabil ist, können sich die Wissenschaftler noch nicht erklären.

Scharfkantig zeichnen sich die steilen Kraterränder beim Blick aus 1470 km Entfernung ab. Etwa 25 % der Kraterwände stehen fast senkrecht. In direkter Nachbarschaft sind hingegen größere Massen vom Rand ins Innere abgerutscht. Vielleicht, so vermutet Jaumann, gebe es entlang des Kraterrands Materialunterschiede, oder zumindest unterschiedliche Festigkeiten. Im Kraterinneren sind zudem Risse und Ebenen zu erkennen.

Mit den Aufnahmen der Kamera erstellen die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Planetenforschung ein Geländemodell von Ceres, das den Zwergplaneten auch mit der dritten Dimension, der Höhe, zeigt. Dieses Geländemodell war auch die Basis für ein Video, bei dem der Zuschauer um den mächtigen Occator-Krater mit seinem Durchmesser von 90 km kreist.

Dabei wurden die Höhen um den Faktor 1,5 überzeichnet, um die Topographie des Kraters zu verdeutlichen. Insgesamt 6000 m beträgt der Unterschied vom tiefsten bis zum höchsten Punkt. In der Mitte sind geheimnisvolle helle Flecken zu sehen, über deren Entstehung und Beschaffenheit die Wissenschaftler noch diskutieren.

Dreidimensionales Geländemodell von Ceres wird laufend verfeinert

Seit dem 13. August 2015 fliegt Dawn in ihrem bisher niedrigsten Orbit um Zwergplanet Ceres. Mittlerweile hat sie ihren ersten elftägigen Orbit einmal um den Himmelskörper vollendet und Bilder aus einer Höhe von 1470 km über der Oberfläche gesendet. Insgesamt sechs Mal wird die Kamera die gesamte Oberfläche von Ceres aufnehmen und dabei jeweils in leicht unterschiedlichen Winkeln auf den Zwergplaneten blicken.

Mit diesen Stereoaufnahmen verfeinern die DLR-Planetenforscher ihr dreidimensionales Geländemodell. Ende Oktober wird es dann zunächst einmal keine neuen Bilder geben, bis Dawn zwei Monate später den letzten und niedrigsten Orbit in einer Höhe von 375 km erreicht.

Mit seinem Durchmesser von fast 1000 km und seiner runden Form ist Ceres ein Himmelskörper, der es bei der Entstehung des Sonnensystems fast bis zu einem Planeten geschafft hätte. Allerdings nur fast, denn die Anziehungskraft von Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems, hat verhindert, dass Ceres mehr Material einsammeln konnte und so zum Planet wurde. 2006 von der Internationalen Astronomischen Union zu einem der insgesamt fünf offiziellen Zwergplaneten ernannt, wird mit Ceres nun zum ersten Mal ein Himmelskörper dieser Kategorie aus dem Orbit untersucht. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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