18.07.2014, 14:42 Uhr | 0 |

WELTRAUMMISSION „ROSETTA“ Zielkomet sieht aus wie Gummiente

Aus einer Entfernung von rund 10.000 Kilometern entstanden neue Bilder eines Kometen, auf dem bald ein Labor landet. Es soll vor 4,64 Milliarden Jahren eingeschlossenes Material analysieren und die Frage klären, ob die Bausteine des irdischen Lebens aus dem Weltraum kamen. Schon die aktuellen Aufnahmen des Kometen überraschten die Forscher. Er besteht offenbar aus zwei Teilen und sieht aus der Nähe nicht aus wie eine Kartoffel, sondern erinnert an eine Gummiente.

Landemodul Philae der Raumsonde Rosetta
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Der Rosetta Lander Philae wird das erste Modul sein, das je auf einem Kometen gelandet ist. 

Foto: ESA

Bisher dachten die Astronomen, der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko sehe aus wie eine Kartoffel. Bilder, die die Kamera an Bord der europäischen Weltraumsonde „Rosetta“ machte, vermitteln einen ganz anderen Eindruck. Der Eisbrocken, auf dem die Sonde im November das Landemodul Philae absetzen soll, ähnele einer Gummiente, finden die Wissenschaftler. Mit viel Fantasie lässt sich das nachvollziehen.

Immerhin besteht der Komet aus zwei Teilen, die Körper und Kopf einer Ente sein könnten. Die Kamera fing die Bilder am 14. Juli ein, als die Sonde sich dem Kometen bereits auf rund 10.000 Kilometer genähert hatte. Anfang August soll sie den Eisklumpen erreichen und auf eine Umlaufbahn einschwenken.

Komet besteht aus Eis

Ziel der Mission ist eine Analyse des Eises, aus dem der Komet besteht. Es soll 4,64 Milliarden Jahre alt sein, also Urmaterie vom Beginn unseres Sonnensystems beherbergen. Philae wird das erste Modul sein, das je auf einem Kometen gelandet ist. Die Mission soll klären, ob Kometen einst die Bausteine des Lebens auf die Erde gebracht haben.

Mission dauert mindestens zehn Jahre

Die Mission wird mindestens zehn Jahre lang dauern. „Rosetta“ legt in dieser Zeit rund 7,1 Milliarden Kilometer zurück. Bisher flog sie dreimal an der Erde und einmal am Mars sowie an den Asteroiden Steins (2008) und Lutetia (2010) vorbei. Jetzt wird sie in mehreren Schritten auf die Geschwindigkeit des Kometen abgebremst. Ehe Philae landet wird die Oberfläche aus einer Höhe von 100 Kilometern exakt kartiert. Das ist nicht zuletzt nötig, um einen geeigneten Landeplatz zu finden.

Widerhaken halten das Landemodul auf dem Kometen fest

Beim ersten Kontakt mit der Kometenoberfläche zündet eine Kaltgasdüse, die Philae auf den Kometen drückt. Zusätzlich werden zwei Harpunen in den Kometen geschossen, die das Modul durch Widerhaken fest verankern.

Sechs Monate lang soll das Labor nach der Landung arbeiten. Unter anderem ist die Entnahme von Bohrkernen und deren Analyse vorgesehen. Das geschieht unter anderem mit Gas-Chromatographen und Massenspektrometern. „Rosetta“ wird die rund vier Kilometer lange eisige Ente schließlich auf ihrer Bahn um die Sonne begleiten. Wie die Mission endet ist noch offen. Es könnte ein kontrollierter Absturz auf den Kometen sein, heißt es bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA.

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Von Wolfgang Kempkens
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