21.04.2015, 10:50 Uhr | 0 |

Rekord bei Elbit Systems Weltweiter Absatz militärischer Drohnen wächst rasant

Militär und Polizei glauben ohne Drohnen nicht mehr auskommen zu können. Überall auf der Welt sind die unbemannten Flieger höchst begehrt. Das israelische Wehrtechnikunternehmen Elbit Systems hat einen Auftragsbestand für militärische Drohnen von 6,3 Milliarden Dollar.

Hermes 900 im Flug
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Hermes 900 im Flug: Die Drohne des israelischen Wehrtechnikunternehmens Elbit Systems kommt in der Fernaufklärung zum Einsatz.

Foto: Elbit Systems

Lange Zeit setzten nur die Vereinigten Staaten und Israel Drohnen zur Aufklärung und später auch als Waffenträger in Konflikten ein. Inzwischen haben aber immer mehr Staaten aus Südamerika, Asien und Europa den Nutzen der militärischen Drohnen erkannt und ordern sie in immer größeren Stückzahlen. Am meisten profitiert davon Weltmarktführer Elbit Systems aus Haifa in Israel.

Elbit Systems beschäftigt 12.000 Mitarbeiter und hat mittlerweile einen Auftragsbestand von 6,3 Milliarden Dollar. 28 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen in den USA, 35 Prozent mit südamerikanischen und asiatischen Regierungen. Der Rest entfällt größtenteils auf Europa und wenige afrikanische Länder. Nur rund zehn Prozent der Umsätze betreffen Israel.

Drohnen von Elbit dechiffrieren Nachrichtenverkehr

Technisch sind die Drohnen von Elbit Systems im Prinzip einfache Konstruktionen. Sie sind flugsicher und vergleichsweise einfach zu bedienen. Was den Wettbewerbsvorteil des Unternehmens wirklich ausmacht, das ist die Ausstattung an Bord: Die Drohnen können mit ausgeklügelter Software Funksignale und anderen Datenverkehr aufspüren und Nachrichtenverkehr dechiffrieren. Zum Einsatz kommen sie auch bei der Küsten- und Fischereiüberwachung.

Dass gerade die Israelis eine so starke Stellung am Drohnenmarkt haben, geht darauf zurück, dass bei ihren eigenen Aufklärungsbemühungen in einem feindseligen Umfeld Soldaten unter allen Umständen geschützt werden müssen. Soweit immer möglich, betreibt Israel daher Aufklärung mittels Drohnen, um nicht die Piloten bemannter Aufklärer in Lebensgefahr zu bringen.

Skylark-Drohne für die Nahaufklärung

Das beginnt mit der ganz leichten Skylark-Drohne, die israelische Soldaten bei ihren Kämpfen mit den Palästinensern im Gaza-Gebiet 2014 zu Hunderten einsetzten. Der technische Informationsdienst der Palästinenser berichtete, dass die kleinen Skylarks vor allem bei Nachtangriffen in palästinensischen Städten in massiven Mengen von den Israelis zur Nahaufklärung verwandt worden seien.

Eine mittelgroße Drohne mit höherer Nutzlast und vor allem längerer Verweildauer über feindlichem Terrain ist die Hermes 450 von Elbit. Eine schwere Drohne für die Fernaufklärung ist die Hermes 900. Zwar setzt Israel auch bewaffnete Drohnen ein, die gegnerische Fahrzeuge oder andere Ziele direkt bekämpfen können. Bei diesen bewaffneten Drohnen dominiert allerdings die amerikanische Wehrtechnik mit Modellen wie der Reaper. Das amerikanische Militär bezahlt inzwischen einen großen Teil der israelischen Forschungs- und Entwicklungskosten.

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Von Peter Odrich
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