06.12.2016, 14:30 Uhr | 0 |

Neues Raketenflugzeug erfolgreich Virgin Galactic schafft mit VSS Unity Gleitflug und Landung

Dem Weltraumtourismus wieder ein Stück näher gekommen: Das neue Raketenflugzeug VSS Unity von Virgin Galactic hat seinen ersten erdnahen Abstecher ins All erfolgreich absolviert. Im Gleitflug. 

VSS Unitiy im Gleitflug
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Das neue Raketenflugzeug VSS Unity von Virgin Galactic im Gleitflug auf dem Weg nach Hause.

Foto: Virgin Galactic

Erleichterung und Freude bahnten sich ihren Weg, nachdem die beiden Testpiloten Mark Sucky und Dave Mackay am Samstag heil und unversehrt von ihrem Ausflug ins All zurückkehrten. Zehn  Minuten dauerte das Abenteuer ohne Triebwerkunterstützung. Ziel der spektakulären Aktion war es, Daten über das realistische Verhalten des Raketenflugzeugs VSS Unity zu sammeln. Erst im Februar hatte Virgin Galactic-Chef Richard Branson das neue Raumschiff vorgestellt. 

Höchstgeschwindigkeit von 740 km/h erreicht

Am Samstag dann der spektakuläre Erstflug: Dafür brachte das Trägerflugzeug White Knight Two mit den beiden Piloten Mike Masucci und Todd Ericsson an Bord die VSS Unity zunächst auf eine Flughöhe von 50.000 Fuß, das sind umgerechnet gut 15 Kilometer.

Nach dem Ausklinken gleitete das Raumschiff zurück zur Erde und landete sicher auf dem ersten privat finanzierten Weltraumhafen Spaceport America im Tal der Jornada del Muerto in New Mexico. Die VSS Unity erreichte bei diesem Gleitflug eine Höchstgeschwindigkeit von 740 km/h.

Gleitflüge sind Phase 2

Die jetzt begonnene Serie von Gleitflügen aus 15 Kilometern Höhe ist die Phase 2 für Virgin Galactic auf dem Weg in den kommerziellen Weltraumflug. Phase 1 waren die so genannten Captive-Carry-Flüge, bei denen die Raumfähre in der Luft fest mit dem Trägerflugzeug White Knight Two verbunden geblieben ist. Diese Flüge begannen im September 2016 und wurden von Virgin Galactic als „fliegender Windkanal“ bezeichnet.

Diesmal ist das britische Weltraumunternehmen vorsichtiger als im Herbst 2014. Am 31. Oktober 2014 stürzte der Prototyp VSS Enterprise über der Mojave-Wüste in Kalifornien ab. Pilot Peter Siebold konnte sich mit seinem Fallschirm schwer verletzt retten. Co-Pilot Michael Alsbury kam bei diesem Unglück ums Leben.

Jungfernflug war ursprünglich für März 2015 geplant

Erst nach der Auswertung der Flugdaten aus Phase 2 will sich Virgin Galactic an die Phase 3 wagen: Dann starten die raketengetriebenen Flüge, bei denen die VSS Unity bis in die Zielhöhe von 100 Kilometer aufsteigen soll.

Noch im September 2014 hatte Branson den Jungfernflug der kommerziellen Weltraumtrips für März 2015 angekündigt. An Bord wollte der Milliardär höchstpersönlich mit seinen erwachsenen Kinder sein. Doch nur einen Monat später zerschellte sein Traum am Boden und hinterließ ein kilometerweites Trümmerfeld in der kalifornischen Wüste. „Der Weltraum ist hart – aber er ist es wert. Wir werden durchhalten und gemeinsam voranschreiten“, sagte Branson damals. Und nach dem gerade absolvierten Gleitflug der VSS Unity scheint es mal wieder, als würde er Recht behalten. 

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Von Detlef Stoller
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