19.09.2013, 15:25 Uhr | 0 |

Durchbruch in der privaten Raumfahrt Versorgungskapsel Cygnus auf dem Weg zur Internationalen Raumstation

Privatunternehmen kämpfen um das Privileg, für die NASA Versorgungsflüge zur ISS zu übernehmen. Der Konkurrent Orbital hat gestern die Kapsel Cygnus in die Erdumlaufbahn geschickt. Unklar ist, ob sie das Andock-Manöver am Sonntag überstehen wird. 

Vorbereitungen für Cyngus-Reise zur ISS
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Die Orbital Sciences Corporation bereitet ihre Versorgungskapsel Cyngus für den Abtransport vor. 

Foto: NASA/Brea Reeves

Nachdem die NASA im Jahr 2011 eigene Space-Shuttle-Flüge eingestellt hatte, entschied sich die US-Weltraumbehörde, Frachtflüge an Privatunternehmen auszulagern. Zu diesen zählt die Orbital Sciences Corporation, der es nun erstmals gelungen ist, eine Versorgungskapsel mit 590 Kilogramm Versorgungsgütern an Bord zur Internationalen Raumstation ISS zu schicken. NASA-Chef Charles Bolden spricht in einem Bericht von n-tv.de von einem Meilenstein für die private Raumfahrt: „Die außergewöhnlichen Bemühungen von Orbital helfen uns, das Versprechen von US-Innovation zu erfüllen und die Führungsrolle unserer Nation im Weltraum zu behaupten.“

Jetzt folgen Tests in der Erdumlaufbahn

Die 40 Meter lange Antares-Rakete startete gestern vom Mid-Atlantic Regional Spaceport auf Wallops Island im US-Bundesstaat Virginia.

An Bord die Versorgungskapsel Cygnus. Diese soll am Sonntag die ISS erreichen. Bis dahin wollen Wissenschaftler ihr Verhalten im All testen, erklärt David W. Thompson, Präsident von Orbital: „In den nächsten Tagen wird unser Cygnus-Team gemeinsam mit der NASA intensive Tests in der Erdumlaufbahn durchführen, um die Leistungsfähigkeit der Kapsel zu überprüfen. Erst dann folgt das Andock-Manöver an die Raumstation. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber der Mission ist ein fabelhafter Start gelungen.“

ISS-Crew muss Cygnus am Sonntag einfangen

Da Cygnus kein System für eine automatische Annäherung hat, wird es am Sonntag spannend: Denn bevor sich die ISS-Crew über neue Kleidung und Nahrungsmittel freuen kann, muss sie die Kapsel mit einem Greifarm einfangen. Wenn das funktioniert, wird diese am 22. Oktober wieder aus dem Griff entlassen und schließlich mit rund 700 Kilogramm Müll an Bord in der Atmosphäre verglühen. Sobald die Mission erfolgreich abgeschlossen ist, bekommt Orbital Licht für acht Versorgungsflüge, von denen der Erste im Dezember starten könnte. Insgesamt sollen dabei 20 Tonnen Vorräte, Ersatzteile und Materialien transportiert werden. Die NASA bezahlt dafür 1,9 Milliarden Dollar. 

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Von Patrick Schroeder
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