07.05.2015, 15:01 Uhr | 0 |

Erster Test erfolgreich SpaceX testet Schleudersitz für Astronauten

Geht beim Start etwas schief, trennt sich die Raumkapsel blitzschnell vom Antriebsmodul: Diesen Auswurfmechanismus hat das private Raumfahrtunternehmen SpaceX mit der Raumfähre Dragon getestet. Erfolgreich. 

Start der Dragon
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Start der Dragon: In der Raumkapsel reisen ab 2017 Astronauten ins All. Der Schleudersitz soll sie im Notfall vom Antriebsmodul trennen. 

Foto: SpaceX

Gestern Vormittag schickte SpaceX die Raumfähre Dragon vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf eine wichtige Mission. Die Raumfähre soll ab 2017 Menschen ins All und zurück befördern und muss dabei besonders sicher sein. Deshalb entwickelte das US-Raumfahrtunternehmen eine Art Schleudersitz für Astronauten, der jetzt getestet wurde.

Simuliert wurde ein Notfall, der sich in der Frühphase des Starts ereignet. Dazu schickte SpaceX die Raumfähre auf eine Höhe von 1500 Metern, wo der Auswurfmechanismus zum Zuge kam und die Raumkapsel vom Antriebsmodul trennte. Statt der menschlichen Crew hatte die Kapsel einen Dummy an Bord, der mit Sensoren ausgerüstet war, um die auf ihn einwirkenden Kräfte zu messen.

Videoquelle: NASA

Das Auswurfsystem von SpaceX besteht aus acht Triebwerken, von denen jedes eine Schubkraft von knapp 7000 Kilogramm besitzt. Anders als bei früheren Start-Abbruchsystemen befinden sich die Triebwerke nicht außen an der Kapsel, sondern wurden direkt in die Seiten integriert. Dadurch, so SpaceX, könne ein Abbruch bis hinauf ins Orbit erfolgen und nicht nur kurz nach dem Start. Mit demselben Antrieb könne die Raumfähre dann auch nach Ende der Mission auf der Erde landen.

Auf 1500 Metern Höhe wurden Kapsel und Antriebsmodul getrennt

Bei dem Schleudersitztest erreichte die Raumfähre eine Geschwindigkeit von etwa 500 Kilometern pro Stunde. Als sie an ihrem höchsten Punkt, also 1500 Meter, angelangt und der Treibstoff verbraucht war, wurde die Kapsel vom Antriebsmodul getrennt. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich bereits über dem Meer.

Direkt nach der Trennung öffneten sich zwei kleine Fallschirme, um die Raumfähre zu stabilisieren. Dann übernahmen drei größere Fallschirme die Aufgabe, das Vehikel vor dem Aufprall auf dem Wasser weiter abzubremsen. Weniger als zwei Minuten nach dem Start schlug Dragon im Atlantischen Ozean auf.

Menschen hätten den Abbruch unbeschadet überstanden

Der Dummy an Bord der Dragon überstand den Test offenbar unbeschadet. „Wären Menschen in der Raumfähre gewesen, würde es ihnen großartig gehen“, so SpaceX. Nun sind weitere Flugtests vorgesehen, darunter ein Notfallabbruch in großer Höhe und eine unbemannte Mission zur Internationalen Raumstation.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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