19.07.2016, 07:29 Uhr | 0 |

Erneut unbeschadet gelandet SpaceX will noch in diesem Jahr recycelte Rakete ins All schicken

Daumen hoch. Elon Musk hat Grund zur Freude: Noch in diesem Jahr kann er erstmals eine Trägerrakete wiederverwerten. Denn gestern ist es dem Raumfahrtunternehmen SpaceX erneut gelungen, eine Falcon 9 mit der Route „einmal All und zurück“ unbeschadet landen zu lassen. 

Start Falcon 9 am 18. Juli 2016
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Einmal All und zurück: SpaceX schickte am 18. Juli 2016 die Rakete Falcon 9 mit dem Raumtransporter Dragon an Bord ins All. Ohne ihn kehrte die Trägerrakete zurück und landete unbeschadet auf dem Raumbahnhof. Jetzt soll in Kürze erstmals eine Falcon 9 wiederverwertet werden, ein zweites Mal ins All fliegen.

Foto: SpaceX

Schon im September oder Oktober will das private Raumfahrtunternehmen SpaceX nach eigenen Angaben erstmals eine seiner bisher wieder auf die Erde zurückgekehrten Raketen zum zweiten Mal benutzen. Es soll sich um die Rakete handeln, die im April dieses Jahres punktgenau auf einer Plattform im Meer gelandet war.

FILE - epa05250584 A handout picture made available by SpaceX on 09 April 2016 shows a SpaceX Falcon 9 rocket carrying the Dragon Spacecraft, a day ahead of its launch, at Space Launch Complex 40 at Cape Canaveral Air Force Station, Florida, USA, 07 April 2016. The rocket, successfully launched on 08 April, carried the eighth Commercial Resupply Services (CRS-8) Dragon Spacecraft destined to reach the International Space Station (ISS).EPA/SPACEX HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES (zu dpa:"Privater Raumfrachter ´Dragon» zur ISS gestartet" vom 18.07.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Lässt sich wiederverwerten: die Falcon 9 von SpaceX. 

Foto: Spacex/dpa

Damals erklärte Musk, dass der Bau einer Rakete 60 Mio. $ koste, während der Treibstoff für 300.000 $ zu haben sei – das ist 200-mal weniger. Insgesamt konnte SpaceX bislang fünf Raketen wieder heil auf der Erde in Empfang nehmen. Sie landeten entweder wieder auf dem Festland oder auf einer Plattform im Meer.

Musk: „Ready to fly again“

Mit der Aussicht auf künftige billigere Missionen war der Jubel in der Zentrale des  US-Weltraumbahnhofs Cape Canaveral am Montagmorgen groß, als die Falcon-9-Rakete von SpaceX nach ihrem Flug ins All wieder unbeschadet zur Erde zurückkehrte. Um 6.45 Uhr MESZ war die Trägerrakete mit dem Transportmodul Dragon an Bord in Cape Canaveral gestartet.

Nach der Trennung von dem Raumfrachter, der seine Reise zur Internationalen Raumstation allein fortsetzte, machte die Trägerrakete kehrt und landete wie geplant auf der Erde. SpaceX-Chef Elon Musk meldete wenig später auf Twitter nach der Inspektion, es schaue gut aus: „Ready to fly again.“

Dragon-Kapsel mit 2300 kg beladen

Damit kann SpaceX an seinen Erfolg vom Dezember 2015 anknüpfen, als es erstmals in der Weltraumgeschichte gelang, eine Trägerrakete nach einem Abstecher ins All wieder heil und aufrecht stehend zum Startplatz zurück zu dirigieren. 

Auch beim Raumfrachter Dragon ist Kostenreduzierung durch Wiederverwendung in Sicht: Im Mai landete ein Modell im Pazifik, statt in der Atmosphäre zu verglühen – und wurde von SpaceX unbeschadet geborgen.

Die Dragon-Kapsel, die am Montag startete, ist übrigens noch unterwegs zur ISS. Sie wird mit ihrer 2300 kg schweren Ladung am Mittwoch auf dem menschlichen Außenposten im All erwartet. 

Demnächst autonom andocken

Mit dabei hat Dragon auch ein Andockmodul, das Raumfrachtern künftig erlauben wird, automatisch an der ISS anzudocken. Eigentlich sollte dies bereits im vergangenen Jahr möglich werden. Doch da war das Glück SpaceX weniger hold: Das Vorgängermodul wurde im Juni 2015 bei der Explosion einer SpaceX-Rakete kurz nach dem Start zerstört. Grund für das Unglück war damals eine fehlerhafte Strebe, die dazu führte, dass sich ein Heliumtank löste.

Sparen und zum Mars fliegen

SpaceX arbeitet ebenso wie der Flugzeughersteller Boeing an der Entwicklung eines Raumtransporters für die Beförderung von Astronauten ins Weltall

Seit dem Ende des US-Space-Shuttle-Programms 2011 sind die USA für den Transport von Astronauten auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen, wollen aber mit Hilfe der Privatunternehmen wieder unabhängiger werden.

SpaceX-Chef Elon Musk ist sehr ambitioniert, was die Raumfahrt angeht. Er will nicht nur Kosten sparen, sondern künftig auch alle zwei Jahre zum Mars fliegen.

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Von Martina Kefer
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