05.06.2015, 12:33 Uhr | 0 |

Panne bei Landung Solar Impulse 2 muss mit Flügelschaden in die Werkstatt

Pannen überschatten die Mission Erdumrundung der Solar Impulse 2: Bei der außerplanmäßigen Landung in Nagoya in Japan wurde die rechte Tragfläche beschädigt. Jetzt wartet das Team auf Ersatzteile aus der Schweiz. Frühestens Mitte Juni kann die Crew den über 8000 km langen Flug über den Pazifik wagen.

Ein mobiler Hangar schützt Solar Impulse 2 während der Reparaturarbeiten
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Ein mobiler Hangar schützt Solar Impulse 2 während der Reparaturarbeiten. Derzeitiges Problem: Die Ersatzteile müssen erst den Weg aus der Schweiz nach Japan zurücklegen. 

Foto: Solar Impulse

Viel Geduld muss man mitbringen, wenn man mit einem einzig von der Kraft der Sonne betriebenen Flugzeug die Erde umrunden möchte. Jetzt sitzen die Solarpioniere Bertrand Picard und André Borschberg erst einmal bis Mitte Juni auf dem Flughafen Nagoya in Japan fest. Denn die Solar Impulse 2 muss in die Werkstatt, weil die rechte Tragfläche durch den starken Wind bei der Landung beschädigt worden ist. „Es gab so viel Wind und Böen, dass die Abdeckung auf dem Flügel flatterte und ein Querruder an der hinteren Kante beschädigte“, sagte Bertrand Picard, einer der beiden Piloten.

Warten auf Ersatzteile aus der Schweiz

Jetzt müssen erst einmal Ersatzteile aus der Schweiz nach Japan geschafft werden, bevor die schwierige und längste Etappe über 8172 km von China nach Hawaii in Angriff genommen werden kann. Da ist Geduld gefragt. Das sie damit reichlich gesegnet sind, haben die beiden Abenteurer aber schon im chinesischen Nanjing bewiesen, wo die Solar Impulse 2 im April landete. Der als kurzer Zwischenstopp geplante Aufenthalt erwies sich als sechswöchige Durststrecke, bevor die Wetterbedingungen den Monsterflug über den Pazifik zuließen.

Volle sechs Tage und fünf Nächte wird der Flug mit dem Sonnenflieger über den Pazifischen Ozean bis Hawaii dauern. Das ist eine Anforderung an die Physis des Menschen, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Mehr als 20 min Schlaf an einem Stück wird es dabei für den 62-jährigen Piloten Borschberg nicht geben. Yoga und Gymnastik im Liegen sollen ihm dabei helfen, im Cockpit wach und fit zu bleiben. „Wenn alles schiefläuft, kann ich immer noch mit dem Fallschirm, einem Rettungsboot und Versorgungsgütern abspringen“, meint der Abenteurer. Alles ist aufwändig eingeübt. „Aber hoffentlich muss ich nicht auf dieses Training zurückgreifen.“

Nach der Überquerung des Pazifiks wartet der Atlantik

Die beiden Abenteurer Bertrand Picard und André Borschberg haben sich zum Ziel gesetzt, allein mit Sonnenkraft die Erde in einem Leichtflugzeug zu umfliegen. Die Solar Impulse 2 ist ein einsitziges Karbonfaserflugzeug mit riesigen Flügeln und einem nur 3,8 cbm kleinen Cockpit. Auf den Flügeln des 2,5 t schweren Fliegers sind mehr als 17.000 Solarzellen montiert, die Energie für vier Elektromotoren generieren.

Die beiden Solarpioniere sind schon seit dem 9. März 2015 unterwegs. An diesem Tag starteten sie ihren Flug von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus. Nach der Überquerung des Pazifischen Ozeans steht der Solar Impulse 2 am Ende auch noch die Überquerung des Atlantischen Ozeans bevor. Das soll vier Tage dauern. Am Ende der Reise – wenn die beiden Solarpioniere es durchhalten – werden sie 35.000 km zurückgelegt haben. Angetrieben alleine durch die Kraft der Sonne.

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Von Detlef Stoller
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