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26.03.2014, 15:00 Uhr | 0 |

Fehler im Navigationssystem Schnellflug zur Internationalen Raumstation ist gescheitert

Erstmals sollten Astronauten und Kosmonauten auf einer sechsstündigen Expressroute zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Doch der Versuch ist fehlgeschlagen. In der kritischen Phase richtete sich die Sojuskapsel in der Erdumlaufbahn falsch aus. Die Crew muss nun die stressreiche 48-Stunden-Route ertragen. 

NASA-Astronaut Steve Swanson
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Steve Swanson (Foto), Alexander Skworzow und Oleg Artemjew müssen nach der gescheiterten Express-Route nun zwei Tage in der engen Sojuskapsel ausharren, ehe sie Freitagnacht an der ISS andocken können. 

Foto: dpa

Der derzeit kürzeste Weg zur Internationalen Raumstation ISS bedeutet für Astronauten und Kosmonauten puren Stress. Nach dem Start müssen sie 48 Stunden in der 2,7 Meter breiten und 7,5 Meter langen Sojuskapsel ausharren, bevor die Route durch die Erdumlaufbahn schließlich den perfekten Winkel zum Andocken an die Raumstation ermöglicht. In dieser Zeit plagt die Insassen oft auch die anfängliche Weltraumkrankheit.

Die US-Weltraumbehörde NASA und die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos haben deswegen erstmals eine alternative Route zur ISS getestet. Sie sollte es der Sojuskapsel ermöglichen, die Raumstation schon sechs Stunden nach dem Start zu erreichen.

Entsprechend entspannt war wohl der US-amerikanische Astronaut Steve Swanson, als er am Dienstagabend um 22.17 Uhr mit der Sojusrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abhob. Mit an Bord seine russischen Kollegen Alexander Skworzow und Oleg Artemjew.

Schnellroute scheitert an Fehler im Navigationssystem

Doch das Andockmanöver vergangene Nacht scheiterte. Gegen vier Uhr nachts sei es zu einem Problem mit dem Navigationssystem gekommen, sagte Roskosmos-Chef Oleg Ostapenko der Agentur Interfax. Die Besatzung sei wohlauf und habe genügend Nahrung und Trinkwasser, müsse nun aber die klassische zweitägige Route zur ISS nehmen. Sojus wird demnach erst Freitagnacht um 0.58 Uhr an die Weltraumstation andocken.

epa04140765 Russian Soyuz TMA-12M rocket booster lifts off from Baikonur cosmodrome in Kazakhstan, 26 March 2014, carrying members of the expedition to the International Space Station (ISS), Russian cosmonauts Oleg Artemyev, Alexander Skvortsov and NASA astronaut Steven Swanson. EPA/MAXIM SHIPENKOV +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der Start der Sojusrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan verlief nach Plan. In der Erdumlaufbahn angekommen, richtete sich die Kapsel wahrscheinlich falsch aus. Die Automatik zündete deswegen die Brennphase des Haupttriebwerks nicht. 

Foto: dpa

„Der Crew geht´s prima. Jetzt erst mal Fehlersuche“, twitterte der deutsche Astronaut Alexander Gerst. Das Onlinemagazin Raumfahrer.net erklärt, dass vor der 24-sekündigen Brennphase des Haupttriebwerks die Ausrichtung des Raumschiffs nicht korrekt gewesen sei. Die Automatik habe daraufhin die Brennphase nicht ausgeführt.

Crew soll erstmals 3D-Drucker im Weltraum testen

Sobald die Crew die ISS erreicht, wird sie schnell ihr straff getaktetes Forschungsprogramm starten müssen. Sie soll unter anderem Experimente mit einem 3D-Drucker durchführen. Diese Technologie bietet für die Raumfahrt enormes Potential. Denn sie macht es möglich, Ersatzteile vor Ort selbst auszudrucken.

Interessant ist neben dem Bau eines großen Gewächshauses auch eine neue Software für einen Tablet-PC. Sie assistiert Besatzungsmitgliedern bei Reparaturen, wenn sie keinen Kontakt zur Erdstation haben. In einem Außeneinsatz sollen die Astronauten und Kosmonauten schließlich HD-Kameras an der ISS installieren, die künftig angeblich auch Schüler, Studenten und Unternehmen nutzen dürfen. Die Rückkehr zur Erde ist für Mitte September vorgesehen. 

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Von Patrick Schroeder
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