10.08.2015, 12:58 Uhr | 1 |

Sonnennächster Punkt fast erreicht Rosetta-Mission: Komet Tschuri auf dem Weg zur Sonne

Die Rosetta-Mission erreicht einen weiteren Meilenstein: Am 13. August soll der Komet Tschuri der Sonne so nahe kommen wie nie zuvor. Durch die Hitze der Sonne wird Tschuri Staub und Gas ins All speien, so dass die Sonde Rosetta, die seit einem Jahr um den Kometen kreist, auf Abstand gehen muss.

Bild des Kometen Tschuri
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Ein Bild des Kometen Tschuri, das die Raumsonde Rosetta am 4. Mai 2015 aufgenommen hat. Am 13. Mai wird Tschuri der Sonne so nahe kommen wie nie zuvor und dabei große Mengen Staub und Gas ausstoßen.

Foto: ESA/Rosetta/Navcam

Erstmals werden Wissenschaftler einen Kometen von der Erde aus beobachten können, wie er in unmittelbare Nähe der Sonne kommt. Derzeit bewegt sich Tschuri mit 122.400 km/h auf den sonnennächsten Punkt zu. Am Donnerstag, 13. August, soll es dann soweit sein: Tschuri wird „nur noch“ 186 Mio. km von der Sonne entfernt sein. Das ist etwa die gleiche Entfernung wie von der Erde zur Sonne. So nahe war der kilometergroße Komet aus Eis, Staub und gefrorenen Gasen der Sonne noch nie.

Es ist eine spannende und sehr lange Reise für Rosetta. Seit 2004 ist die Muttersonde im All unterwegs. Der kleine Landeroboter Philae hatte sich im November 2014 von Rosetta gelöst, um auf dem Kometen Tschuri aufzusetzen.

Tschuri wird aber nicht schon am Mittwoch, in unmittelbarer Nähe zur Sonne, seine Aktivitäten steigern. „Die Erwärmung von Tschuri dauert ein bisschen", sagt Andrea Accomazzo, der Flugdirektor der Rosetta-Mission. Mit Verzögerung wird die Aktivität des Kometen am größten sein. Die aufgrund der Hitze gefrorenen Gase werden verdampfen, und Tschuri wird viel Staub ins All wirbeln.

Rosetta geht auf Sicherheitsabstand zu Tschuri

Forscher der europäischen Raumfahrtagentur ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die eine Sonderseite zur Rosetta-Mission betreiben, beobachten die Annäherung mit riesigem Interesse und hoffen, dass die Hitze dem Lander Philae auf dem Kometen nicht schaden wird. Denn auf Tschuri wird der Teufel los sein. Die Hitze der Sonne wird dafür sorgen, dass große Mengen Staub und Gas entweichen. Vor allem der Staub könnte die Sensoren von Rosetta beeinträchtigen. Die Raumsonde könnte sich dann mit mehr am Sternenhimmel orientieren. Erst letzten April hatte Rosetta dieses Problem und verlor aufgrund von Kometenstaub die Orientierung.

Sobald sich Tschuri wieder von der Sonne entfernt, wird wieder weniger Staub freigesetzt. Dann muss der Sicherheitsabstand auch nicht mehr so groß sein. Die ESA-Wissenschaftler hoffen, dass Rosetta dann noch deutlich bessere Bilder von Tschuri zur Erde schicken kann. Insbesondere machen sich die Ingenieure große Hoffnung, Philae auf den Bildern zu entdecken. Außerdem wollen sie die Situation auf dem Kometen vor und nach der Sonnenpassage vergleichen.

Die Mission bleibt spannend und bringt den Forschern faszinierende Erkenntnisse über Kometen. So brachte die holprige Landung von Philae auf Tschuri im letzten November organische Moleküle zum Vorschein, die nie zuvor auf Kometen gefunden wurden.

Rosetta-Mission endet im September 2016

Nach zwölfeinhalb Jahren im All und 7,9 Mrd. km geht die Mission im September 2016 zu Ende. Dann soll Rosetta möglicherweise sogar selbst auf Tschuri landen und Signale zur Erde senden.

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Von Petra Funk
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kommentare
11.07.2016, 20:02 Uhr Siegie
Philae konnte niemals auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gelandet sein!
Philae konnte niemals auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gelandet sein! Laut NASA- Angaben befand sich der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko in einer Entfernung von 5,1 Millionen km von der Erde zwischen Mars und Jupiter. Der besagte Komet soll eine Ausdehnung von ca. 4 km haben und eine Masse von 10 hoch 10 t (Volumen 25 km³) besitzen. Die Gravitationsbeschleunigung des Kometen könnte damit rein rechnerisch und theoretisch maximal
gKomet= Mkomet*λ:r²= 6,5 *10hoch-11*10hoch-13: 4* 10 hoch6 m/s²≈
1,6 *10 hoch-4 m/s² (1)
betragen. Der Komet soll aber praktisch 10-5 m/s² besitzen. In einer Entfernung von 100 km, der Einmündung von Rosetta in den mittelbaren Kometenbereich, betrug die Gravitationsbeschleunigung
r100km=10hoch-5 m/s*4:100²=4*10hoch-9 m/s². (2)
Im unmittelbaren Bereich des Kometen von 10 km wirkte auf Rosetta die Gravitationsbeschleunigung von g= 4*10hoch-7 m/s². Die Gravitationsbeschleunigung zum Jupiter in einer Entfernung von 120 Millionen km vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ist aber bedeutend höher und beträgt
gJupiter= 25 m/s²*70.000²km²: 120.000.000² km²≈ 1,5 10hoch-6. (3)
Die Gravitationsbeschleunigung vom Jupiter auf die Raumsonde Rosetta ist in jedem Falle wesentlich größer, als das Gravitationsfeld des besagten Kometen auf die Raumsonde Rosetta. Damit ist der astrophysikalische Beweis erbracht, dass eine Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko von Philae niemals stattgefunden haben kann, weil die Sonde Rosetta bedeutend mehr vom Jupiter angezogen wurde, als vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko!
Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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