Luft- & Raumfahrt

RSS Feeds  | Alle Branchen Luft- & Raumfahrt-Visual-122538176
08.12.2014, 11:56 Uhr | 0 |

4 Mrd. KILOMETER VON ERDE ENTFERNT Raumsonde New Horizons nähert sich Pluto

Nach fast neunjähriger Reise hat die US-Raumsonde New Horizons ihr Ziel beinahe erreicht: den Zwergplaneten Pluto. Die NASA-Mission soll die Oberfläche von Pluto kartieren, die geologische Zusammensetzung untersuchen und auch seinen größten Mond Charon analysieren. 

Künstlerische Darstellung: Raumsonde New Horizons nähert sich Pluto
Á

Künstlerische Darstellung: Nach fast neunjähriger Reise hat die US-Raumsonde New Horizons ihr Ziel, den Zwergplaneten Pluto, beinahe erreicht. 

Foto: NASA (JHUAPL/SwRI)/dpa

Zum letzten Mal haben die Techniker in der NASA-Bodenstation die Sonde New Horizons aus ihrem energiesparenden Schlafmodus geweckt. Nach rund vier Milliarden Kilometern Reise in fast neun Jahren soll die Raumsonde Mitte Januar ihre eigentliche Arbeit aufnehmen. Hauptziel der Mission ist, die Bedeutung von Pluto und seinem Hauptmond Charon innerhalb des Sonnensystems zu untersuchen.

Als New Horizons am 19. Januar 2006 von Cape Canaveral aus startete, galt Pluto noch als vollwertiger Planet. Kurz darauf aber wurde ihm dieser Status aberkannt. Heute wird er als Zwergplanet oder auch „Eis-Zwerg“ betrachtet – eine dritte Kategorie neben den terrestrischen Planeten wie Erde und Mars und den so genannten Gas-Riesen wie Jupiter. Dennoch gilt die rund 700 Millionen Dollar teure Mission immer noch als eines der wichtigsten Weltraum-Forschungsprojekte der Gegenwart. Pluto und seine Monde sind nie zuvor von einer Raumsonde untersucht worden. Das Projekt soll deshalb bahnbrechende Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems bringen.

Weniger Strom als zwei Glühbirnen benötigen

Die knapp eine halbe Tonne wiegende New Horizons hat für ihre Analysen sieben Instrumente an Bord, darunter verschiedene Kameras und Spektrometer sowie einen von Studenten der Universität Colorado entwickelten Detektor für Weltraumstaub. Untersucht werden vor allem die Topologie und geologische Struktur von Pluto und Charon, zudem die Oberflächentemperatur und die atmosphärische Zusammensetzung des Eis-Zwergs.

epa04519708 An undated artist's concept made available by NASA and the Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute (JHUAPL/SwRI) on 08 December 2014 shows the New Horizons spacecraft as it approaches Pluto and its largest moon, Charon, in July 2015. New Horizons was launched from Earth on 19 January 2016, is now three billion miles (4.82 billion km) away and spend nearly nine years in hibernation but has woken up, as scheduled, on 08 December 2014.The craft's miniature cameras, radio science experiment, ultraviolet and infrared spectrometers and space plasma experiments would characterize the global geology and geomorphology of Pluto and large moon Charon, map their surface compositions and temperatures, and examine Pluto's atmosphere in detail, as well as have a look at the Kuiper Belt. The spacecraft's most prominent design feature is a nearly 2.1-meter dish antenna, through which it will communicate with Earth from as far as 7.5 billion kilometers away. EPA/NASA (JHUAPL/SwRI) HANDOUT EDITORIAL USE ONLY +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Künstlerische Darstellung: Während ihrer Reise durchs Weltall hat die Raumsonde New Horizons etwa zwei Drittel der Zeit geschlafen – nur soviel Strom gebraucht, wie zwei herkömmliche 100-Watt-Glühbirnen. 

Foto: NASA (JHUAPL/SwRI)/dpa

Während ihrer Reise durchs Weltall hat die Raumsonde etwa zwei Drittel der Zeit im so genannten Schlaf-Modus verbracht. Sie bezieht ihre Energie ausschließlich aus einem thermo-elektrischen Generator und braucht weniger Strom als zwei herkömmliche 100-Watt-Glühbirnen.

Am absoluten Ende des Sonnensystems

Bislang ist die Reise völlig problemlos verlaufen, heißt es bei der NASA. Schon im August wurde der Weckruf programmiert, jetzt laufen noch einige technische Tests, bevor die eigentliche Forschungsarbeit im Januar startet. „New Horizons hat damit eine gewaltige Strecke überwunden und das absolute Ende unseres Sonnensystems erreicht“, sagt Alan Stern, Leiter des Forschungsprojektes am Southwest Research Institute in Boulder, Colorado. Vom Rand des Sonnensystems aus sendet die Sonde Signale an die NASA-Empfangsstation in Australien, die trotz Lichtgeschwindigkeit fast viereinhalb Stunden bis zu ihrem Ziel brauchen.

Abschluss der Forschungsarbeiten im Juli

Die Raumsonde wurde übrigens nicht bloß per Knopfdruck und von Pieptönen begleitet geweckt. Um der Bedeutung des Augenblicks gerecht zu werden, lief im Kontrollzentrum eine vom englischen Tenor Russell Watson eigens aufgenommene Version des Songs „Where my heart will take me“.

Mitte Juli nächsten Jahres sollen die Forschungsarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird New Horizons dem Zwergplaneten am nächsten gekommen sein – noch näher als die derzeit gerade mal noch 220 Millionen Kilometerchen.

Anzeige
Von Werner Grosch
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
Pluto
Horizons
NASA
New
Raumfahrt
Mond
Sonde
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden