04.03.2015, 15:13 Uhr | 0 |

Ozean unter Oberfläche? Raumsonde Dawn erreicht nach acht Jahren Flug den Zwergplaneten Ceres

Der Countdown läuft: Nach einer Flugzeit von acht Jahren wird die amerikanische Raumsonde Dawn am Freitag ihr Ziel erreichen, den Zwergplaneten Ceres. Dann hat sie eine Strecke von fünf Milliarden Kilometer zurückgelegt. In der Umlaufbahn von Ceres angekommen, wird Dawn bis Ende Juni 2016 den größten Asteroiden zwischen Mars und Jupiter erforschen.

Die amerikanische Raumsonde Dawn und der Zwergplanet Ceres
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Die amerikanische Raumsonde Dawn wird am 6. März 2015 in eine Umlaufbahn des Zwergplaneten Ceres einbiegen. Mit der Dawn-Mission werden zum ersten Mal nacheinander zwei Himmelskörper angesteuert und aus dem Orbit erforscht. Acht Jahre lang war Dawn bis zum Zwergplaneten Ceres unterwegs.

Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

747 Kilogramm schwer und 1,6 Meter lang ist die Raumsonde Dawn, die nach jahrelanger Reise nun endlich in die Umlaufbahn des Asteroiden Ceres einschwenken wird. Sie wird sich dem Zwergplaneten bis zu 375 Kilometer nähern und den Himmelskörper bis Juni 2016 beobachten.

Zunächst weder Funkkontakt noch Fotos

Zum Zeitpunkt der Ankunft wird kein Funkkontakt zur Erde möglich sein, da sich die Sonde dann von der Erde abgewandt befindet. Erst am Freitagabend erwarten die NASA-Forscher erste Signale. Und da sich Dawn zunächst auch noch auf der dunklen Seite von Ceres befinden wird, werden auch erst einmal keine Bilder möglich sein. „Erst Mitte April beginnt dann unsere wissenschaftliche Beobachtungsphase, und dann werden sich die Schleusentore öffnen“, erklärte NASA-Forscher Robert Mase auf einer Pressekonferenz.

Bereits am 27. September 2007 war Dawn vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet. Nach vier Jahren erreichte sie ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta. Er ist der hellste Himmelskörper in unserem Sonnensystem aus Stein und Eis, den Dawn über ein Jahr lang umkreiste und observierte.

Dann brach Dawn auf zum zweiten Ziel, den Zwergplaneten Ceres. Ceres ist der erste Zwergplanet überhaupt, den eine Sonde von der Erde untersucht. Die Forscher hoffen, mehr über die Entstehung des Planetensystems erfahren zu können. „Wir werden mit der Dawn-Mission vieles lernen, das uns die Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren besser verstehen lässt", erklärt DLR-Planetenforscher Prof. Ralf Jaumann.

Krater werfen Rätsel auf

Keine feste Gesteinskruste, sondern einen Eispanzer, der einen Gesteinskern umhüllt, erwarten die DLR-Forscher auf Ceres. Sie rechnen sogar damit, unter der Eiskruste einen Ozean aus Wasser vorzufinden.

Und auch die Kraterformen, die sich auf Ceres zeigen, stellen die Forscher vor einige Rätsel. „Sie sind ein ziemliches Rätsel – nicht nur für Laien, sondern auch für uns Planetenforscher", sagt Jaumann. Schon aus einer Entfernung von 46.000 Kilometer Entfernung zeigten sich extrem helle Flecken. Sie nehmen jedoch nur einen Pixel ein.

Dies ist für eine Erklärung definitiv zu wenig. „Es könnte Kryo-Vulkanismus sein, es könnte freigelegtes Eis sein, wir müssen einfach abwarten, bis wir Aufnahmen mit einer besseren Auflösung haben."

Die Bilder, die Jaumann meint, wurden erst am 19. Februar 2015 aufgenommen. Sie zeigen den Wissenschaftlern eine Vielzahl unterschiedlich großer Krater mit ganz unterschiedlichen Strukturen, die die Oberfläche von Ceres bedecken. Sogar ein Berg befindet sich auf dem Planeten. Also doch keine flache Oberfläche, wie bisher vermutet.

Im Mai beginnen genaue Aufnahmen der Planetenoberfläche

Ab Mai 2015 wird die Raumsonde in der Lage sein, den Planeten Ceres von verschiedenen Blickwinkeln aus abzulichten und wird die Daten zur Erde senden. Das spezielle Kamerasystem für die hoch auflösenden Aufnahmen wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen gemeinsam mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. 

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Von Petra Funk
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