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04.10.2013, 09:00 Uhr | 0 |

Sicherer Nachweis Raumsonde Cassini entdeckt Propylen

Niemals zuvor wurde Propylen (Propen) auf einem anderen Planeten als der Erde gefunden. Nun hat die Raumsonde Cassini mit ihrem Composite Infrared Spectrometer CIRS erstmals das Gas Propylen in der Atmosphäre des Saturnmonds Titan entdeckt. Nun hoffen die Forscher auf weitere chemische Stoffe im All. 

Saturnmond Titan
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Der Saturnmond Titan trägt einen dichten Schleier aus Kohlenwasserstoffen. Darin befinden sich auch Spuren von Propen. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Für uns nicht mehr wegzudenken: Polyproyplen – der Kunststoff, aus dem sämtliche Plastikverpackungen hergestellt werden. Propylen ist der Grundstoff dieses Kunststoffes. Er wird benötigt, um Lebensmittelbehälter, Stoßstangen für Autos oder aber Maschinenteile, Kabelhüllen und Fahrradhelme herzustellen.

Auf keinem anderen Planeten oder Mond wurde Propylen bisher jedoch gefunden, obwohl Cassini bereits zuvor Messungen am Titan vorgenommen hatte. Bei der sensationellen Entdeckung handelt es sich um den ersten Nachweis dieser Verbindung auf einem anderen Planeten oder Mond.

Thermischer Fingerabdruck zeigt Propylen

Es war der thermische Fingerabdruck des Propylen, der das Molekül nun verriet. Mit CIRS  konnten die Wissenschaftler eine spektrale Analyse der Infrarot- oder Wärmestrahlung der Titanatmosphäre durchführen.

Die Messung an sich war nicht einfach: Zwischen den verschiedenen Gasen musste die spezielle Signatur des gesuchten Propylen gefunden werden. „Diese Messung war sehr schwierig, denn die schwache Signatur des Propylens ist durch verwandte Chemikalien mit stärkeren Signalen überlagert", erklärt der leitende Wissenschaftler des CIRS-Instruments am Goddard Space Flight Center der NASA,  Michael Flasar.

Die Wissenschaftler konnten diese typische Signatur des Propylen-Moleküls in mehreren Höhen der Titanatmosphäre finden. Daher sehen sie den Nachweis nun als sicher an.

Wissenschaftler hoffen auf weitere Chemikalien-Funde im All

Nach dem Fund des Plastik-Bausteins Propylen hoffen die Astronomen nun auf mehr. Es sei ein Puzzleteil im chemischen Zoo in der Hülle des Saturnmonds. „Dieser Erfolg macht uns auch zuversichtlich, dass wir noch mehr Chemikalien finden werden, die sich in der Titan-Atmosphäre verbergen", so Flasar.

Die Dreier-Verbindung des Propylen wurde im All schon seit längerer Zeit gesucht. Bekannt war bisher, dass die Atmosphäre des Titans organische Moleküle von Kohlenwasserstoffen erhält. Das Methan wird im Sonnenlicht gespalten und reagiert dann zu Verbindungen aus zwei und drei Kohlenstoffatomen. Die Atmosphäre des Mondes besteht zum  größten Teil aus Methan. 

Die Raumsonde Voyager hatte 1980 unter anderem das wasserstoffreiche Propan und das leichtere Propin gefunden. Dabei handelt es sich bereits um Drei-Kohlenstoff-Moleküle. Das Propylen jedoch blieb unauffindbar.

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Von Petra Funk
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