14.01.2015, 10:55 Uhr | 0 |

Im Schloss Bellevue Raumfahrer Alexander Gerst mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Bundespräsident Joachim Gauck hat dem deutschen Astronauten Alexander Gerst im Berliner Schloss Bellevue das Bundesverdienstkreuz verliehen. In seiner Dankesrede würdigte der 38-jährige Astronaut, der sechs Monate auf der Internationalen Raumstation verbracht hat, vor allem die Teamleistung, die hinter den Erfolgen in der Raumfahrt stecke.

Bundespräsident Gauck verleiht Gerst das Bundesverdienstkreuz
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Bundespräsident Joachim Gauck hat Alexander Gerst am 13. Januar im Schloss Bellevue in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Gauck betonte in seiner Ansprache die wissenschaftliche Bedeutung der Raumfahrt im Zusammenhang mit Zukunftsfragen der Menschheit.

Foto: dpa/Rainer Jensen

„Gleich bei Bundespräsident Gauck. Gebe zu bin etwas aufgeregt. Auf einen Weltraumausstieg fühle ich mich irgendwie besser vorbereitet! ;-)“

Diesen Tweet setzte Alexander Gerst, der auf Twitter unter dem Namen Astro_Alex auftritt, vor seiner Ehrung ab. Es ist ein typischer Tweet für den 38-jährigen deutschen Astronauten. Humorvoll, bescheiden und immer geerdet, trotz oder vielleicht auch wegen seines langen Aufenthaltes im All. Und man nimmt es Gerst sogar ab, dass er sich auf der Internationalen Raumstation ISS vertrauter fühlte als auf dem Parkett im Schloss Bellevue.

Gerst: Wahlfreiheit und Inspiration als Wurzeln des Erfolgs

Dann aber machte der promovierte Vulkanologe Gerst auch in Berlin eine gute Figur, als ihm von Bundespräsident Joachim Gauck „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Verdienste“ das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.

Gauck betonte in seiner kurzen Ansprache einerseits die wissenschaftliche Bedeutung der Raumfahrt im Zusammenhang mit Zukunftsfragen der Menschheit, etwa Klimawandel und Erwärmung. Andererseits hob er die Zusammenarbeit zwischen Europäern, Amerikanern und Russen hervor, die „Vorbild und Anstoß für Frieden, Ausgleich und Zusammenarbeit hier unten auf der Erde sein sollte“.

In seiner Dankesrede sagte Gerst, dass Wahlfreiheit und Inspiration die wichtigsten Wurzeln für seinen Erfolg gewesen wären. „Ich bin froh und glücklich, dass ich in einem Land aufwachse, wo wir die freie Wahl haben, freie Berufswahl, wo wir etwas studieren können, auch wenn unsere Eltern vielleicht nicht reich sind.“

Nun fühle er die Verantwortung, ein bisschen was zurückzugeben und selbst junge Menschen zu inspirieren. Gersts Dank ging auch an die Mitarbeiter der Europäischen Raumfahrtagentur ESA sowie an seine Eltern und Großeltern, die nie versucht hätten, ihm die Neugier auszutreiben.

Alexander Gerst war Star in den Sozialen Medien

Am 28. Mai 2014 war Alexander Gerst für sechs Monate zur ISS geflogen. Dort war er der dritte Deutsche und insgesamt der elfte deutsche Astronaut im All. Was den sympathischen und sportlichen Wissenschaftler aus dem baden-württembergischen Künzelsau aber vor allem auszeichnete, waren nicht nur die zahlreichen Experimente, die er an Bord durchführte, sowie sein spektakulärer Außeneinsatz

Als erster deutscher Astronaut gehört er einer Generation an, die sich in den Sozialen Medien genauso wohl fühlt wie in der naturwissenschaftlichen Welt. Mit jeweils über 200.000 Menschen, die ihm auf Twitter und Facebook folgen, konnte er seine Begeisterung für die Raumfahrt sehr authentisch und ohne Umwege teilen. Viele atemberaubende Bilder erreichten so auf direktem Wege die interessierten Fans auf der Erde.

Gerst machte Einträge und Tweets zu wissenschaftlichen Experimenten und zum Alltag auf der ISS und zeigt dabei immer wieder neben seiner humorvollen seine nachdenkliche Seite. Neben Fotos aus der Unendlichkeit des Alls richtete er regelmäßig auch den Blick zurück auf die Erde und fotografierte die schönen Seiten des Blauen Planeten. Seine Botschaft war eindeutig: Diese Erde muss geschützt und erhalten werden, eine andere haben wir nicht.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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