02.12.2015, 12:20 Uhr | 0 |

Tor ins Weltall Putin will 2016 Weltraumbahnhof Wostotschny eröffnen

12. April 2016: Dieser Tag soll in die Raumfahrtgeschichte eingehen. Der russische Präsident Wladimir Putin will dann Wostotschny eröffnen ­– einen neuen Super-Weltraumbahnhof, der Russlands neues Tor ins Weltall werden soll. 

Putin besichtigt Weltraumbahnhof Wostotschny
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Der russische Präsident Wladimir Putin zu Besuch auf der Baustelle des neuen Weltraumbahnhofs Wostotschny. Einige Experten bezweifeln, dass der Eröffnungstermin zu halten ist. 

Foto: Alexei Nikolsky/dpa

Der 12. April 2016 ist für die russische Raumfahrt ohnehin ein besonderer Tag. Es ist der 55. Jahrestag der historischen Mission von Kosmonaut Juri Gagarin, der 1961 als erster Mensch in den Weltraum flog. Und ausgerechnet an diesem Tag will Russlands Präsident Wladimir Putin erneut Weltraumgeschichte schreiben, indem er Wostotschny eröffnet – einen 750 km2 großen Weltraumbahnhof, der rund 8000 km östlich der Hauptstadt Moskau liegt, mitten in der Amur-Region, rund 100 km östlich der Grenze zu China zwischen den Städten Swobodny und Uglegorsk.

Eine 1600 t schwere Raketenstartrampe mit einem zehnstöckigen Bedienungsturm soll Wahrzeichen des Kosmodroms werden. Dazu gehört eine beeindruckende Infrastruktur mit 115 km Straße, 125 km Schienen, Sauer- und Wasserstofffabriken und gigantischen Lagerhallen. Das Land investierte dafür 4,2 Milliarden €. 

Bemannte Missionen zu Mond und Mars

Wostotschny soll Russlands neues Tor ins Weltall werden: Von dort soll erstmals ein Kosmonaut zum Mond fliegen, später sollen bemannte Marsmissionen folgen. Das Kosmodrom soll außerdem die Abhängigkeit vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan brechen, die derzeit noch viel Geld kostet.

FILE - The construction site of the Vostochny space center in the Amur Region, pictured 16 March 2015. Sergey Mamontov/RIA Novosti (zu dpa "Tor ins All: Putin will Jahrhundertprojekt Wostotschny 2016 eröffnen" vom 01.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bau des neuen Kosmodroms: Es gibt eine 1600 t schwere Raketenstartrampe und eine riesige Infrastruktur mit 115 km Straßen und 125 km Schienen. 

Foto: Sergey Mamontov/dpa

Rund 115 Millionen US-Dollar jährliche Pacht zahlt Russland der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik. Das ist allerdings eine lohnenswerte Investition. Denn das Land verdient viel Geld, indem die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos US-Astronauten mit Sojus-Kapseln zur Internationalen Raumstation ISS fliegt. 2015 hob mehr als ein Drittel aller Raumflüge weltweit von Baikonur ab.

ESA und Roskosmos wollen gemeinsam auf dem Mond nach Wasser suchen

Russland setzt zudem auf eine enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Roskosmos und ESA wollen 2016 eine Sonde starten, die um den Mars kreisen und seine Atmosphäre untersuchen soll. In fünf Jahren wollen die Partner zudem nach Wasser auf dem Mond suchen. Dann wäre dort nämlich eine ständig bewohnte Basis möglich. Europas Raumfahrtchef Jan Wörner sieht diese Kooperation positiv: „Die jüngere Generation lechzt nach einer großen, globalen Kooperation“, sagte Wörner der Deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Experten halten Eröffnungstermin für unrealistisch

Doch wird der Eröffnungstermin für Wostotschny zu halten sein? Einige Experten zweifeln daran. Es würden Tausende Fachkräfte fehlen, um das Kosmodrom pünktlich fertigzustellen. Sowieso erinnert Einiges an den deutschen Skandal-Flughafen BER. Der Rechnungshof in Moskau beklagt beispielsweise, dass auf der Baustelle Staatsgelder in Millionenhöhe unauffindbar seien. Drei frühere Bauleiter sitzen deswegen wegen des Verdachts auf Unterschlagung in Haft. Entsprechend musste Roskosmos die ursprünglich für den 25. Dezember 2015 geplante Eröffnung verschieben. 

Einen eigenen Weltraumbahnhof plant auch Abu Dhabi und Großbritannien will bis 2018 einen Weltraumbahnhof für touristische Ausflüge ins All und kommerziell genutzte Satelliten bauen.

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Von Patrick Schroeder
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