22.06.2015, 11:14 Uhr | 0 |

Nachrichten von Tschuri Philae ist auf Betriebstemperatur und sendet weitere Datenpakete

Der Lander Philae läuft zu Hochform auf: Nach Monaten Funkstille hat sich Philae inzwischen zum dritten Mal vom Kometen Tschuri gemeldet. Die Batterien des Roboters sind jetzt ausreichend aufgeheizt, um Energie speichern zu können. Für die Durchführung wissenschaftlicher Experimente reicht es allerdings noch nicht. 

Animation des Landeanfluges des Roboters Philae auf den Kometen Tschuri
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Animation des Landeanfluges des Roboters Philae auf den Kometen Tschuri: Philae hat nun zum dritten Mal Kontakt mit dem DLR-Kontrollzentrum in Köln aufgenommen und Daten zur Erde geschickt.

Foto: DLR

Das Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am vergangenen Freitag (19.6.2015) zum dritten Mal Daten von Lander Philae erhalten. Von 15.20 Uhr bis 15.39 Uhr sendete Philae 185 Datenpakete. „Wir haben unter anderem aktuelle Daten empfangen“, sagt Michael Maibaum, Systemingenieur im DLR-Kontrollzentrum in Köln und stellvertretender Operationsmanager. „Mittlerweile hat der Lander eine Betriebstemperatur von null Grad Celsius. Das bedeutet, dass die Batterie jetzt sogar ausreichend aufgeheizt ist, um Energie speichern zu können. Damit könnte man dann auch während der Kometennacht mit Philae arbeiten, unabhängig von der Beleuchtung durch die Sonne.“

Philae hat die eisigen Temperaturen auf dem Kometen gut überstanden

Innerhalb der 19 Minuten Übertragung sendete Philae auch Daten, die letzte Woche aufgenommen wurden. Daraus konnten die Ingenieure erkennen, dass die Beleuchtung zunahm. „Mehr und mehr Solarpaneele wurden angestrahlt, zum Schluss des Kontakts konnte Philae über vier Paneele Energie aufnehmen.“ Die Verbindung wurde zwar einige Mal unterbrochen, war aber ansonsten erstmals über einen längeren Zeitraum stabil.

Bereits zwei Mal hatte sich der Lander bisher nach seinem siebenmonatigen Kälteschlaf gemeldet und am 13. und 14. Juni 2015 Statusdaten gesendet. Nach der Analyse durch das DLR-Team des Lander-Kontrollzentrums stand fest, dass Philae die eisigen Temperaturen auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko recht gut überstanden hat. Temperatur- und Energiewerte zeigten, dass der Lander betriebsbereit ist.

Für wissenschaftliches Arbeiten reichen die Kontaktzeiten noch nicht aus

Dabei übermittelte er aus seinem Speicher auch Daten von Anfang Mai. Philae war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgewacht, konnte das Kontrollzentrum des DLR in Köln, von wo aus der Lander betrieben und gesteuert wird, aber noch nicht erreichen. Nun wurde die Flugbahn von Orbiter Rosetta, der 180 Kilometer über dem Kometen kreist und als Funkrelais die Daten von Philae zur Erde weiterleitet, geändert und erlaubte einen erneuten Kontakt.

Für nutzbare Daten reicht das allerdings noch nicht ganz. „Wir benötigen längere und stabile Kontaktzeiten, um mit Philae wie geplant wieder wissenschaftlich arbeiten zu können“, sagt Michael Maibaum. Jetzt gilt es für die beiden Teams von Rosetta und Philae, gültige Vorhersagen über die Länge und Häufigkeit der Kommunikation zwischen den beiden Raumfahrzeugen zu machen. Diese Informationen werden benötigt, um neue Befehle hochladen zu können, damit die zehn wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Philae erneut den Betrieb aufnehmen. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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