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14.04.2015, 14:15 Uhr | 0 |

Marsrover Curiosity Offenbar gibt es auch noch flüssiges Wasser auf dem Mars

Auf dem Mars scheint auch heute noch flüssiges Wasser zu existieren. Darauf deuten Messungen des Marsrovers Curiosity hin. Zudem gibt es Hinweise auf weitere gigantische Eisvorkommen. 

Marsrover Curiosity
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An Bord des Marsrovers Curiosity ist eine Wetterstation. Sie zeichnet kontinuierlich Lufttemperatur und –feuchtigkeit am Boden und in 1,6 Meter Höhe auf. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS/dpa

„Wir haben die Substanz Kalziumperchlorat im Boden entdeckt, und unter den richtigen Bedingungen absorbiert sie Wasserdampf aus der Atmosphäre“, erklärt Bo Madsen von der Universität Kopenhagen.

Nachts und direkt nach Sonnenaufgang im Winter bildet sich dann in den oberen fünf Zentimetern des Bodens eine Flüssigkeit. Madsen: „Wenn es Nacht wird, kondensiert ein Teil des Wasserdampfs aus der Atmosphäre auf der Planetenoberfläche als Reif, aber das Kalziumperchlorat ist sehr stark absorbierend und bildet mit dem Wasser eine Salzlauge, wobei der Gefrierpunkt sinkt und der Reif so zu einer Flüssigkeit werden kann.“ Morgens verdunstet die Flüssigkeit wieder. Für Leben ist sie allerdings zu kalt und mengenmäßig nicht ausreichend.

Gale-Krater war früher wahrscheinlich ein großer See

Das Kalziumperchlorat hat Curiosity entdeckt – der berühmte Marsrover, der derzeit mit einer Wetterstation an Bord im sogenannten Gale-Krater unterwegs ist. Er zeichnet am Boden und in 1,6 Meter Höhe unter anderem Luftfeuchtigkeit und -temperatur auf.

Neben dem Perchlorat hat der Rover auch Sedimentablagerungen gefunden, die auf einst riesige Wasservorkommen hindeuten. „Die Sedimentplatten auf dem Boden sind eben, sodass alles darauf hindeutet, dass der gesamte Gale-Krater einmal ein großer See gewesen sein könnte“, erklärt Madsen. Das könnte allerdings 4,5 Milliarden Jahre her sein. Damals hatte der Mars eine dichtere Atmosphäre und 6,5 Mal so viel Wasser.

Gigantische Gletscher mit 150 Milliarden Kubikmeter Eis

Doch wo ist das Wasser hin? Ein Teil davon hat sich ins All verflüchtigt, vermuten die Wissenschaftler. Aus dem anderen Teil haben sich vermutlich gigantische unterirdische Gletscher unter einer dicken, schützenden Staubschicht entwickelt. Das zeigen Radarmessungen, die Forscher mit der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) durchgeführt haben.

„Wir haben berechnet, dass die Gletscher mehr als 150 Milliarden Kubikmeter Eis entsprechen“, erklärt Nanna Bjørnholt Karlsson von der Universität von Kopenhagen. Zum Vergleich: Diese Menge würde ausreichen, um die gesamte Marsoberfläche mit einer 1,1 Meter dicken Eisschicht zu bedecken. „Das Eis der mittleren Breiten ist daher ein wichtiger Teil des Wasserreservoirs auf dem Mars.“

Bemannte Mars-Mission hat Top-Priorität bei der NASA

Die US-Weltraumbehörde NASA setzt derweil alles daran, dass bald Menschen auf dem Mars Erkundungen durchführen können. „Eine bemannte Mission zum Mars ist für die Menschheit derzeit das Fernziel in unserem Sonnensystem“, sagte NASA-Chef Charles Bolden bereits vor zwei Jahren auf der Konferenz „Menschen auf dem Mars“ in Washington.

„Wir werden jede Minute unserer Zeit und jeden Dollar unseres Budgets dafür verwenden. Das Interesse an einer Mars-Mission ist nie größer gewesen.“ Das sieht übrigens die private Stiftung Mars One aus den Niederlanden genauso. Sie sucht Freiwillige, um den Roten Planeten zu besiedeln. 

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Von Patrick Schroeder
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