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17.02.2017, 13:20 Uhr | 0 |

Airbus baut Modul Nasa will möglichst schnell zum Mond fliegen – mit Astronauten

Werden wir wieder am Fernseher schwitzen, wenn ein Astronaut den Mond betritt? Wie damals, als Apollo 11 im Juli 1969 zum Mond flog und Neil Armstrong seinen Fuß auf den Trabanten setzte? Die Nasa will wieder Menschen zum Mond schicken. Es heißt, noch in diesem Jahrzehnt  – und wichtige Module kommen aus Deutschland.

Orion-Kapsel
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So werden sie gemeinsam zum Mond fliegen: Vorne im Bild zu sehen ist die Orion-Kapsel der Nasa, dahinter ist das Servicemodul der ESA mit den Solarsegeln zu erkennen, das die Orion-Kapsel versorgt und bei Airbus in Bremen gebaut wird.

Foto: Nasa

Airbus wird in jedem Fall dabei sein, wenn die Nasa das Raumschiff Orion zum Mond fliegen lässt. Am Donnerstag hat die Nasa die Airbus-Raumfahrttochter in Bremen damit beauftragt, ein zweites Europäisches Servicemodul (ESM) für die Orion zu bauen. 200 Millionen Euro kosten Entwicklung und Bau des Moduls, das auf einem bemannten Flug zum Mond  eingesetzt werden soll, der ursprünglich für 2021 geplant war. Das Modul ist für Antrieb, Energie und Thermalkontrolle der Orion verantwortlich. Zudem versorgt es die Astronauten mit Wasser und Sauerstoff.

Auch Europäer sind bei bemanntem Flug mit an Bord

„Das ESM ist ein Schlüsselelement von Orion, dem Raumfahrzeug der nächsten Generation, das erstmals seit dem Ende des Apollo-Programms Astronauten über die erdnahe Umlaufbahn befördern wird“, so Nicolas Chamussy, Leiter von Airbus Space Systems.

Doch wird die Nasa wirklich bis 2021 warten, bis sie wieder Astronauten zum Mond schickt? Es mehren sich in den USA die Stimmen, die einen früheren Flug zum Mond fordern, auf jeden Fall noch in diesem Jahrzehnt. Angeblich soll die Nasa schon mit den an der Mission beteiligten Firmen gesprochen haben, ob ihre Beiträge vorgezogen werden können, berichtet die New York Times.

Zweiter Testflug schon 2018

Ihren ersten Testflug absolvierte Orion schon 2014. Dabei umrundete sie zweimal die Erde.

Schon 2018 soll die Orion zum Mond aufbrechen, aber noch ohne Astronauten. Für diesen unbemannten, zweiten Testflug der Orion baut Airbus seit Mai vergangenen Jahres ein erstes Europäisches Servicemodul in Bremen. Es hat einen Auftragswert von 390 Millionen Euro.

Das ESM ist ein Zylinder mit einer Höhe und einem Durchmesser von etwa vier Metern. Es verfügt über ein vierflügliges Solarpaneel mit ausgefaltet 19 m Spannweite, das genug Energie liefert, um zwei Haushalte mit Strom zu versorgen.

ESM besteht aus über 20.000 Bauteilen

Das ESM verfügt zudem über 8,6 t Treibstoff, die ein Haupttriebwerk und 32 kleinere Antriebe versorgen. Zudem übernimmt das Modul die Wasser- und Sauerstoffversorgung an Bord insbesondere auf Langzeitmissionen. Das Gerät besteht aus mehr als 20.000 Bauteilen und Komponenten und wiegt 13 t.

„Mit dem Orion-Servicemodul sind wir Teil einer historischen Raumfahrtmission“, sagte François Auque, Leiter von Space Systems, bei Baubeginn im Mai. „Wir werden dafür sorgen, dass diese Mission ein Erfolg wird. Hierfür arbeiten wir Hand in Hand mit unseren Auftraggebern, der ESA und Nasa, und unserem Industriepartner Lockheed Martin Space Systems.“

Das jetzt im Bau befindliche Modul soll 2018 mit der Orion-Kapsel zum Mond fliegen und den Erdtrabanten in einem Abstand von 64.000 km mehrmals umkreisen. Der Testflug soll drei Wochen dauern. Das zweite Modul, das Airbus jetzt in Bremen bauen wird, soll 2021 bei einem bemannten Flug zum Mond an Bord sein.

Lockheed Martin baut die Orion Kapsel

ESA und Airbus sind zwar wichtige Zulieferer, aber das Herzstück der Mission, die Orion-Kapsel, bau der amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin. Wie schon zu Apollo-Zeiten hat die Kapsel die Form eines Kegelstumpfes und ist drei Meter groß. Sie hat Platz für vier Astronauten, die darin 21 Tage arbeiten können. Die Trägerrakete SLS liefert Boeing. Die Triebwerke für diese Rakete sind die stärksten der Welt und wurden von der Nasa im Sommer 2016 auf Herz und Nieren getestet.

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Von Axel Mörer-Funk
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