14.10.2015, 07:45 Uhr | 0 |

Hochgesteckte Ziele Nasa legt Fahrplan zum Mars vor

Die Nasa hat jetzt ihre Strategie vorgelegt, wie sie in den kommenden Jahrzehnten die ersten Astronauten auf den Mars bringen will. Bevor Menschen dort dauerhaft leben und arbeiten können, müssen noch etliche Probleme gemeistert werden. Das soll in drei Schritten geschehen.

3D-Druckroboter baut Häuser auf dem Mars
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llustration eines 3D-Druckroboters: So stellt sich die Nasa den Bau von Häusern auf dem Mars vor. 

Foto: Nasa

Das jüngste Strategiepapier der Nasa kommt aus Washington D.C., der Zentrale der amerikanischen Raumfahrtorganisation. Die dauerhafte Besiedlung des Mars ist das ehrgeizige Ziel und das sei zwar eine Herausforderung, aber machbar, meinen die Nasa-Strategen. In drei Schritten wollen sie vorgehen: Von der Internationalen Raumstation (ISS) aus geht es in den Raum zwischen Erde und Mond, wo ein Asteroid eingefangen werden soll. Schließlich, ab den 2030er Jahren, werden Mars-Behausungen gebaut, in denen Menschen leben und arbeiten können. 

Asteroid soll eingesammelt und in ein Mondorbit gebracht werden

Die erste Phase der Reise zum Mars beginnt auf der ISS und hier liegt auch gleich die erste Herausforderung, denn der Fortbestand der ISS müsste nach den Nasa-Plänen mindestens bis 2024 gesichert werden. Das kann nur mit den internationalen Partnern geschehen.

Schließlich sind die USA derzeit darauf angewiesen, dass ihre Astronauten mit den russischen Sojus-Kapseln zur Erde zurückgebracht werden, weil sie selbst kein passendes Transportmittel dafür haben. Auf der Raumstation sollen im Hinblick auf die Mars-Reise Technologien getestet werden, die unter anderem auch für die menschliche Gesundheit essentiell sind, denn die ist ein wesentlicher Faktor auf einer langen Reise zum Mars.

Nächste Phase der Forschung geschieht im Raum zwischen Erde und Mond

In einem nächsten Schritt will man sich für Trainingszwecke hauptsächlich im Raum zwischen Erde und Mond aufhalten. Hier geht es vor allem um Transportsysteme wie das Space Launch System SLS, das zurzeit gebaut wird und das besonders leistungsfähig ist und Raumsonden weiter als bisher ins All schicken kann.

In diese Phase gehört auch die „Asteroid Redirect Mission“ (ARM), eine Mission, in der ein kleiner, wenige Meter großer Brocken von einem Asteroiden in erdnaher Umlaufbahn eingesammelt werden soll. Von dort soll er in einen Mondorbit gebracht werden, wo er als Ziel für bemannte Missionen dient, zum Beispiel um neue Spacewalk-Techniken und den Umgang mit Probenmaterial zu testen.

Einsatz von Materialien vor Ort, anstatt diese von der Erde mitzubringen

Schließlich, ab den 2030er Jahren, steht die Reise zum Mars an. Zunächst in dessen Umlaufbahn, aber später auch auf seine Oberfläche. Für die dafür benötigten Behausungen hatte die Nasa kürzlich einen Wettbewerb ausgeschrieben, in dem ausdrücklich verlangt war, dass 3D-Drucker zum Einsatz kommen sollten.

Die Energiegewinnung auf dem Mars ist ebenfalls ein großes Thema, wie auch die sogenannte in-situ resource utilization (ISRU), bei der vor Ort vorhandene Materialien eingesetzt werden, anstatt diese von der Erde mitbringen zu müssen.

Strategie-Papier ist auch politische Absichtserklärung

„Nie waren wir näher dran, amerikanische Astronauten auf den Mars zu schicken, als an diesem Punkt in unserer Geschichte“, sagt Charles Bolden, ehemaliger Astronaut und seit 2009 Administrator der Nasa zu den Plänen. Neben den noch zu lösenden wissenschaftlichen Problemen werden die Reisepläne der Nasa allerdings auch auf politischer Bühne zur Herausforderung werden – national und international. Deshalb ist das Strategie-Papier der Nasa nicht zuletzt auch eine politische Absichtserklärung.

In den nächsten Wochen wird Bolden um Unterstützung im US-Kongress kämpfen müssen: dass die Mars-Mission kein amerikanischer Alleingang sein kann, weiß auch die Nasa. Ob sich die Abgeordneten und Senatoren im Kongress von dem im Papier vielfach beschworenen Pioniergeist mitreißen lassen werden, ist ungewiss.

Ebenfalls in den Sternen steht, woher das Geld für diese sicherlich teuerste Mission in der Raumfahrtgeschichte herkommen soll. Andererseits ist die Raumfahrt immer auch an ihren hochgesteckten Zielen gewachsen. Und dass irgendwann Menschen auf dem Mars landen werden, gilt unter Experten als sicher. Die Frage ist nur wann. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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