23.12.2015, 14:16 Uhr | 0 |

Probleme mit Bauteilen Nasa muss Mars-Mission Insight um 2 Jahre verschieben

Schock für die US-Weltraumbehörde Nasa: Der Mars-Lander der Mission Insight muss auf der Erde bleiben. Ein defektes Bauteil verhindert den geplanten Start im Frühling 2016. Lesen Sie hier, was das Problem ist. 

Mars-Lander der Insight-Mission
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Mars-Lander der Insight-Mission: Bei Tests bei -45 °C versagten Vakuumsiegel, die Sensoren des Seismometers luftdicht verschließen sollen. 

Foto: Nasa

Eigentlich sollte sich der Mars-Lander der Mission Insight im Frühling 2016 zum Roten Planeten aufmachen. Doch ein defektes Bauteil macht der Mission einen Strich durch die Rechnung. Es handelt sich dabei um den Seismometer namens „Seismic Experiment for Interior Structure“ (Seis) – ein Gerät, das auf dem Mars Oberflächenbewegungen im Größenbereich eines Atoms messen soll.

Probleme verursachen laut Nasa die Vakuumsiegel, die die drei Hauptsensoren des Seismometers luftdicht verschließen sollen. Sie haben unter Testbedingungen bei einer Temperatur von -45 °C erneut versagt.

Zeitfenster verpasst: Nächster Start erst 2018 möglich

Aus dem geplanten Start im Frühjahr 2016 wird nun nichts. „Es ist das erste Mal, dass ein solches empfindliches Gerät gebaut wurde. Wir waren sehr nah an einem Erfolg dran, aber eine Anomalie ist aufgetreten, die weitere Untersuchungen erfordert“, erklärt Marc Pircher, Mitarbeiter beim französischen Centre d´Etudes Spatiales (Cnes) in einem Bericht des IT-Magazins golem. „Unser Team wird eine Lösung finden, aber das Problem wird nicht bis zu einem Start im Jahr 2016 gelöst sein.“

Dieser Rückschlag ist schmerzhaft für die Nasa. Denn ein Start zum Roten Planeten ist nur dann möglich, wenn die Planetenkonstellation stimmt. Das nächste Mal wird das erst in 26 Monaten der Fall sein. Einen konkreten Starttermin hat die US-Weltraumbehörde aber noch nicht bekanntgegeben.

Hat der Mars einen flüssigen Kern?

Die Forscher müssen sich entsprechend noch etwas gedulden, bevor sie weitere Erkenntnisse über den Mars erhalten. Sie wissen bislang beispielsweise nicht, ob der Kern des Mars fest oder flüssig ist – wie jener der Erde. Denn die bisherigen Sonden lieferten lediglich Daten von der Oberfläche oder aus dem Orbit.

Mars-Lander Insight hingegen soll Informationen aus dem Inneren liefern. Dabei kommt auch Technologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Einsatz: Eine Wärmestromsonde, die der Mars-Lander fünf Meter in den Boden hämmern wird. Die dort herrschende Wärme soll Rückschlüsse auf die Thermalgeschichte des Planeten zulassen.

Nasa arbeitet auf bemannte Mars-Mission zu

Insight ist Teil des sogenannten Discovery-Programms, mit dem die Nasa den Mars erkundet. Fernziel sind bemannte Missionen. „Eine bemannte Mission zum Mars ist für die Menschheit derzeit das Fernziel in unserem Sonnensystem“, sagte Nasa-Chef Charles Bolden 2013 auf der Konferenz „Menschen auf dem Mars“. Für die Nasa habe eine solche Mission bis zum Jahr 2030 oberste Priorität. „Wir werden jede Minute unserer Zeit und jeden Dollar unseres Budgets dafür verwenden.“ Für die Insight-Mission setzte die US-Weltraumbehörde ein Budget von 425 Millionen $ an. 

Europäische Mars-Mission ExoMars läuft planmäßig

Planmäßig läuft dagegen die europäisch-russische Mars-Mission ExoMars. Am heutigen Mittwoch kommen Labors und Messinstrumente für die Mission in Baikonur an. Der Start ist für März 2016 geplant.

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Von Patrick Schroeder
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