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02.03.2016, 15:44 Uhr | 0 |

Langzeit-Mission im All Nasa-Astronaut Kelly nach 340 Tagen Schwerelosigkeit wieder auf der Erde

Er ist zurück auf der Erde, der Blumenflüsterer, Rekordhalter und Astronautenzwilling: Heute morgen ist Scott Kelly mit zwei Crewkollegen sicher von der Internationalen Raumstation zurückgekehrt. Nun will die Nasa den Einfluss der Schwerkraft auf den Organismus des Menschen gründlich erforschen. 

Astronaut Scott Kelly hebt die Finger zum Victory-Zeichen
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Nasa-Astronaut Scott Kelly hat fast ein ganzes Jahr am Stück im All auf der ISS verbracht. Bei seiner Rückkehr am 2. März 2016 zeigt er nach der Landung mit den Fingern das Victory-Zeichen. 

Foto: Kirill Kudryavtsev/dpa

Es gibt da doch diesen Spruch, dass das letzte Jahr wie im Flug vergangen ist. Auf niemanden dürfte dieser Spruch besser passen, als auf die heute von der Internationalen Raumstation ISS heimgekehrten Astronauten Scott Kelly und seinen russischen Kollegen Michail Kornijenko.

Die beiden haben 340 Tage auf der ISS verbracht. In dieser gefühlten Ewigkeit haben die Weltraumbummler die Erde 5440 Mal umrundet und eine Distanz von 231,5 Millionen km zurückgelegt. Das ist eine Strecke, mit der man von der Erde aus den Mars erreichen kann. Der rote Planet ist je nach Position etwa 56 bis 402 Millionen km von seinem blauen Nachbarn entfernt.

Auswertung der „One Year Mission“ beginnt jetzt

Genau diese für eine in ferner Zukunft geplanten lange Reise zum Mars ist einer der Hintergründe für die „One Year Mission“, wie die Nasa die Langzeitaufenthalte auf der ISS bezeichnet. Denn eine Reise zum Mars und zurück bedeutet, dass die Wagemutigen eine sehr lange Zeit in der Schwerelosigkeit verbringen müssen.

Und deshalb ist es wichtig, zu erforschen, wie der menschliche Organismus auf die lange Zeitspanne in für ihn völlig ungewohnter Umgebung ohne Erdanziehung reagiert.

„Was fast allen schwerfällt: Um eine Ecke zu gehen“

Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat man schon Erfahrung damit. „Ich habe schon Astronauten gesehen, die in den ersten Tagen nicht ohne Unterstützung laufen konnten“, berichtet Jörn Rittweger, der am DLR die Abteilung Weltraumphysiologie leitet.

epa05189897 Ground personnel help International Space Station (ISS) crew member Sergei Volkov of Russia to get off the Soyuz TMA-18M space capsule after landing near the town of Dzhezkazgan (Zhezkazgan), Kazakhstan, 02 March 2016. US astronaut Scott Kelly and Russian cosmonaut Mikhail Kornienko returned to Earth on March 2 after spending almost a year in space in a ground-breaking experiment foreshadowing a potential manned mission to Mars. EPA/KIRILL KUDRYAVTSEV/POOL +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bodenpersonal hilft dem russischen ISS-Crew-Mitglied Sergej Wolkow in Kasachstan aus der Sojus-Kapsel heraus. Er kehrte zusammen mit US-Astronaut Scott Kelly und dem Kosmonauten Michail Kornijenko am 2. März 2016 zur Erde zurück. 

Foto: Kirill Kudryavtsev/dpa

„Was fast allen schwerfällt: Um eine Ecke zu gehen. Das ist sehr kompliziert, das nehmen wir gar nicht wahr.“ 

Scott und Mark Kelly sind eineiige Zwillinge 

Diesmal wurde die Rückkehr der Langzeit-Weltraumbummler mit besonders großer Spannung erwartet. Denn erstmals ist es möglich, direkt herauszufinden, welche körperlichen Defekte und Einschränkungen mit Sicherheit durch den langen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit zurückzuführen sind. Denn Scott Kelly hat einen Zwillingsbruder, Mark Kelly.

Der ist sechs Minuten älter als Scott und körperlich fit. Er war auch mal Nasa-Astronaut, hat also das aufwändige Training durchlaufen. Die beiden Kellys sind eineiige Zwillinge. Daher ist Mark die ideale Kontrollgruppe, an der sich überprüfen lässt, welche Effekte auf den Körper seines Zwillingsbruders der fehlenden Schwerkraft anzulasten sind. 

Blut-, Urin, Speichel, und Stuhlproben abgegeben

Für diese Vergleichsstudie haben die beiden Astronauten-Zwillinge unter anderem Blut-, Urin, Speichel, und Stuhlproben abgegeben. Am 27. März 2015 begann dieses erste Zwillingsexperiment der bemannten Raumfahrt, an diesem Tag ist Scott Kelly gemeinsam mit dem anderen Langzeit-Kandidaten Michail Kornijenko an Bord des russischen Raumschiffs Sojus TMA-16M zur Raumstation gestartet. Scott Kelly konnte ein gutes halbes Jahr später einen Rekord feiern. Am 16. Oktober feierte er seinen 386. Arbeitstag im All. Damit hatte der damals 51-jährige Astronaut den Rekord seines Kollegen Mike Fincke gebrochen, der 382 Tage der Schwerelosigkeit ausgesetzt war.

Kelly ist der Blumenflüster

Mitte Januar sorgte Kelly erneut für Aufmerksamkeit. Er brachte eine orangene Zinnie zum blühen.

Kelly hat den grünsten Daumen aller Astronauten. Heute Morgen ist der Blumenflüsterer gemeinsam mit Michail Kornijenko und Sergej Wolkow, der fünf Monate an Bord der ISS verbrachte, in der kasachischen Steppe sicher gelandet.

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Von Detlef Stoller
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