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16.12.2014, 10:33 Uhr | 0 |

SOFIA wieder fast wie neu Nach 60.000 Stunden Arbeit: Inspektion der fliegenden Sternwarte beendet

Fünfeinhalb Monate lang wurde die fliegende Sternwarte SOFIA in Hamburg bei der Lufthansa generalüberholt, bevor sie zu ihrem Heimatflughafen nach Kalifornien zurückkehrte. Für die Wartung der 37 Jahre alten Boeing 747SP hat die Lufthansa 60.000 Stunden gebraucht. Jetzt soll SOFIA noch viele Jahre weiterfliegen.

Bei Hamburger Schietwetter wurde SOFIA im Engine Hangar gewartet.
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Bei Hamburger Schietwetter wurde SOFIA im Engine Hangar gewartet.

Foto: DLR

Auf Herz und Nieren geprüft, generalüberholt und so gut wie neu: Die fliegende Sternwarte SOFIA ist ein knappes halbes Jahr lang in Hamburg durchgecheckt worden und jetzt zu ihrem Heimatflughafen Palmdale in Kalifornien zurückgekehrt. Die modifizierte Boeing 747SP – das SP steht für Special Performance – wird gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA als „Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie“ genutzt. Jetzt stand sowohl für das 37 Jahre alte Flugzeug als auch für das 17 Tonnen schwere Teleskop an Bord von SOFIA eine große Inspektion an.

Lufthansa Technik hat die längste Erfahrung mit diesem Flugzeug-Typ

DLR und NASA haben Lufthansa Technik für die Generalüberholung des Flugzeugs gewählt, weil hier die weltweit größte und längste Erfahrung in der Wartung dieses Flugzeug-Typs besteht. „Insgesamt gab es 45 Boeing 747SP, von denen noch 18 im Einsatz sind. Boeing selbst wartet diesen Flugzeug-Typ jedoch nicht“, erklärt Alois Himmes, SOFIA-Projektleiter beim DLR.

Von den in den USA ansässigen Firmen mit einer Lizenz für eine umfangreiche Wartung und Instandsetzung habe keine eine vergleichbare Erfahrung. Die früheren US-Betreiber der 1977 als „Clipper Lindbergh“ in Dienst gestellten Boeing 747SP, PanAm und United Airlines, führen diesen Flugzeug-Typ, der von 1975 bis 1986 produziert wurde, zum Beispiel nicht mehr und haben ihre entsprechenden Lizenzen aufgegeben. Die 747SP hat einen wesentlich kürzeren Rumpf bei gleicher Leistung und kann mit 12 bis 14 Kilometern deutlich höher fliegen als ihre anderen Versionen.

„Wir haben insgesamt mehr als 60.000 Stunden an SOFIA gearbeitet, die Kabine komplett demontiert und neu eingebaut, das Fahrwerk ausgetauscht, alle Strukturen des Flugzeugs kontrolliert und ausgebessert, zwei Motoren ersetzt und vor allem alle Triebwerke und Pylone auf den neusten Stand gebracht“, fasst Andreas Britz, SOFIA-Projektleiter bei Lufthansa Technik, zusammen.

Auch das Spiegelteleskop mit 2,70 Metern Durchmesser wurde gewartet

Während der Liegezeit der Boeing in Hamburg nutzten die Wissenschaftler des Deutschen SOFIA Institutes DSI an der Universität Stuttgart die Gelegenheit, auch das Teleskop zu warten und Verschleißteile auszutauschen. Insgesamt sind diese Wartungsarbeiten ein Teil des mit der NASA vereinbarten Beitrages zum Betrieb des Observatoriums. Seit 2010 hat SOFIA mit seinem 2,70 Meter großen Spiegelteleskop in bisher rund 90 wissenschaftlichen Flügen unter anderem untersucht, wie sich Milchstraßensysteme entwickeln, oder wie Sterne und Planetensysteme aus interstellaren Molekül- und Staubwolken entstanden sind.

Nach seiner Rückkehr nach Kalifornien wird SOFIA ab Januar 2015 den wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb wieder aufnehmen. „Gleich zu Anfang wird das Spektrometer GREAT des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn mit sechs Flügen die Beobachtungen von Sternentstehungssystemen fortsetzen“, sagt Alois Himmes. Ein Höhepunkt werde die fünfwöchige Beobachtungskampagne im Sommer 2015 von Neuseeland aus werden. Mit insgesamt 15 Flügen von GREAT und dem NASA-Instrument FORCAST werde, wie schon 2013, die extrem wasserdampfarme Stratosphäre im dortigen Winter genutzt.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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