17.09.2014, 14:09 Uhr | 0 |

Unabhängigkeit von Russland NASA setzt beim Astronauten-Transport auf Boeing und SpaceX

Erstmals in der Geschichte bringen Privatfirmen US-Astronauten ins All: Die NASA hat jetzt mit Boeing und SpaceX Verträge über insgesamt 6,8 Milliarden US-Dollar geschlossen. Dafür liefern sie bis 2017 Transportmittel, die die USA unabhängig von russischen Sojus-Systemen machen sollen.

Die Raumkapsel CST 100 von Boeing
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Die Raumkapsel CST 100 von Boeing: Sie kann sieben Astronauten ins All bringen und insgesamt zehn Mal den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstehen, weil die Außenhülle auf Schweißnähte verzichtet. 

Foto: Boeing

Bis 2017 baut der US-amerikanische Flugzeug- und Weltraumtechnikhersteller Boeing für die US-Weltraumbehörde NASA drei Transporter vom Typ Crew Space Transportation 100 (CST-100). Sie sollen für zwei unbemannte Testflüge und auch für den ersten bemannten Flug genutzt werden. Die CST-100 kann maximal sieben Astronauten aufnehmen und nach Angaben des Herstellers bis zu zehn Mal wiederverwendet werden. Für die Haltbarkeit der Kapsel sorgen zwei Eigenschaften: Die Außenhülle verzichtet auf Schweißnähte, zudem sorgen Luftkissen für eine weiche Landung. 

SpaceX kommt mit Dragon V2 zum Zuge

Zweiter Auftragnehmer ist das Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk, der auch den E-Auto-Pionier Tesla gegründet hat. Wie Boeing soll auch SpaceX laut Vertrag mindestens einen bemannten Testflug und bei Erfolg anschließend zwei bis maximal sechs reguläre Flüge absolvieren. Die Kapsel Dragon V2 kann bis zu sieben Personen transportieren und ebenfalls wiederverwendet werden.

Der Transporter wird mit einer von SpaceX selbst entwickelten Falcon-Rakete ins All geschossen, die ihren Praxistest bereits bestanden hat: Erst Anfang September hat eine solche Rakete einen asiatischen Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht – der zwölfte erfolgreiche Start in Serie, wie das Unternehmen erklärt. Über sein Dragon-System versorgt SpaceX schon jetzt die Internationale Raumstation mit Lebensmitteln und anderen Materialien.

NASA feiert den Abschluss des Vertrages 

„Von Anfang an hat die Obama-Regierung klar gemacht, dass die größte Nation der Erde auf dem Weg ins Weltall nicht von anderen abhängig sein darf“, sagte NASA-Direktor Charlie Bolden, der vom wichtigsten Kapitel in der Geschichte der US-Raumfahrt sprach. Nun sei man dem Ziel der Eigenständigkeit ein großes Stück näher gekommen. Politisch gesehen ist das angesichts der Rolle Russlands in der Ukraine-Krise auch ein willkommenes Zeichen. Bolden betont, dass die NASA durch den Vertrag mit Privatunternehmen vor allem Freiraum dafür gewinne, sich selbst größeren Zielen zu widmen – beispielsweise der Reise zum Mars.

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Von Werner Grosch
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